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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 12 (sequence 13)
Language
German
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12 berichtet er nur von Krankheit und Tod, Tod und Krankheit, kaum dass man das Schreiben mit vorsichtigen Fingern berührt, nachdem es zuvor ״beräuchert“ ist, — traurige Tage für die ganze Welt, die auch noch heute unvergessen sind. Nur ״Grin Mosche“, ihr Geschäftsreisender und Compagnon, schreibt, Chajjim möge nach Hamburg kommen, die Seuche sei erloschen, das Geschäft erfordere es. Und als Chajjim nicht kommt, da tritt er an einem kalten Wintertage mit einer dichten Kapuze verhüllt in das Zimmer zu den Eheleuten, die ihn wie einen Geist anstarren, nicht begreifend, wie es ihm möglich war, in die Stadt zu gelangen, vor der man jeden Reisenden scharf examinierte. ״Grin Mosche“ nimmt Chajjim Hameln mit sich nach Hambürg, die Glückei mit den Kindern bleibt noch einige Zeit in Hameln, bis ihr Mann ihr endlich einen Boten schickt, der sie nach Hamburg bringen soll. Dieser Bote ״Jakob“, eine Art Reisemarschall, und die ganze tragikomische Fahrt überhaupt ist reizend und lebensvoll geschildert, weit amüsanter zu lesen als zu erleben. In Hamburg beginnt wieder das gewohnte Leben; das Geschäft nimmt das hauptsächlichste Interesse in Anspruch, es gewinnt an Ausdehnung, der Gewinn wird grösser, aber auch die Anstrengung, und Chajjim, der ohnedies nicht allzu kräftig ist, erkrankt in Leipzig, das er zur Messezeit besucht. Dort trifft er Jost Liebmann (R. Juda Berlin), der ihm vorschlägt, sein Com־ pagnon zu werden und das so beschwerliche Reisen ganz aufzugeben. Nachdem sich Chajjim mit seinem Glückelchen beraten, wird ein Vertrag aufgesetzt, dessen Einzelheiten Glückei mitteilt und der hauptsächlich die Bestimmung enthält, dass der Reingewinn, der zwischen Beiden geteilt wird, mindestens zweitausend Reichsthaler betragen müsse. Tausend Reichsthaler war der Verbrauch in Glückeis Haushaltung, nicht wenig für die damalige Zeit. Diese Geschäftsverbindung dauerte aber nur ein halbes Jahr, dann wurde der Vertrag unter mancherlei Aergernissen für Glückei und Chajjim wieder gelöst. Glückei erzählt ausführlicher über diese Dinge und darunter mancherlei Interessantes. Trotzdem dieser geschäftliche Misserfolg sie ein wenig bedrückte, überwanden ihn die Eheleute rasch, besonders, da neuer Gewinn sie bald entschädigte. Schwerer traf sie der Tod der kleinen Mate. Glückei grämte sich so sehr um den Verlust dieses Töchterehens, dass sie selbst durch die Geburt eines kleinen Mädchens nicht getröstet wurde und in eine schwere Krankheit verfiel. Endlich aber erholte sie sich, ihr Schmerz wurde milder und ruhiger und mit mancherlei tröstlichen Betrachtungen schliesst das dritte Buch. Das vierte Buch bildet seine Fortsetzung. Eine Tochter wird geboren, ebenso der Sohn Mordochai Lewi. Glückei fährt zu ihren

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