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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 2 (1900) · p. Seite 129

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 129 (sequence 34)
Language
German
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438. er hot mir ongesriben a ganzn ״omar reb Jajxenen44. (Eine Jeremiade. — Mit ,/amar R. Jochanan“ beginnt die Schilderung der Zerstörung Jerusalems Gittin 55 b.) 439. fin klajne fardinstn wet man nit orim. 440. er fogt kejn mol nit op an־oriman. (Er hat niemals einem Armen die.Thür gewiesen, — er hat ihn vor der Thür stehen lassen, bis er von selbst gegangen ist.) 441. an-orim’n mogn wel ex ajx gebn, a rajxe kesene (Tasche) fol ajx Gbt gebn. (Eine arme Mutter zu ihren Kindern.) 442. wau if der oriman (arme Mann) ger’n (zufrieden)? — af er kumt af fajn ker’n (Stammgut, ursprüngl. Besitz). 443. wos baj a gwir (Herr) farwalgert fax (vergeudet wird), hot dos an-oriman in ajg’ns nit [oder: in kastfn nit]. 444. Padoln (Padolien) if oj^ a mdine (Land). (Vgl. Vierländersynode.) 445. a parnose (Unterhalt) if dos, obr fizn af deruf ken men nit. (Ein Poriz [Gutsherr] hatte einen Juden im Verdacht eines Diebstahls und liess ihn durchprügeln, dass er nicht sitzen konnte. Als sich jedoch des Juden Unschuld herausstellte, gab ihm der Poriz ein Sühnegeld. Hierauf bemerkte ein Witzbold: ,,a parnose usw.“) 447. iaj gilund, tatinke, ex for aweg in Peterburg. (Abschied eines Dummen von seinem verstorbenen Vater.) 448. west lign di zejner afn polize. ("Wirst nichts zu essen haben.) 449. er if sojn a ganzer poriz (Herr) [oder: ja — tebe — dam, d. h.: Ich — werde — dir — geben!]. (Ein Uebermut.) 450. ni dobre (nicht gut) rajdele, no (doch) dobre majnele. (Weissruss.: Schlecht gesprochen, doch ehrlich gemeint.) 451. in a gute so (Stunde) zu rejdn un in a slaxte so zu swajgn. 452. a bisl giret un afule gimajnt. 453. ox, der zajlemdiker (von zelem — Bild, Kreuz) rubl! 454. a lexerdikn fak ken men nit onstopn (anfüllen). 455. sit mer nit falz af majne wundn. 456. s’if af im a naje hout fun simxe (Freude) ongiwaxn. 457. er hot a bisele farfamt (versäumt) [er if a bisele nit derlofn] zum barg Sinaj. 458. kol I’man (solange) mi klopt nit zu mit der lopetke (Schaufel [des Totengräbers]), wejs men nit dem sof (Ende) fun dem menzn. (Pinke, der Kozen (Crösus), war ungeheuer reich. Als er einst in seiner Schatzkammer sass und sich am Anblick der Haufen Goldes weidete, da rief er stolz und glücklich aus: ״Wahrlich! Hungers sterben werde ich niemals.“ Schon wollte er die Kammer verlassen, da fiel mit einem Male die schwere eiserne Thür in’s Schloss. Er klopfte und schrie aus Leibeskräften, man solle ihm öffnen. Doch niemand hörte ihn; denn die Schatzkammer lag tief in der Erde. So musste denn der unglückliche Pinke Kozen vor Hunger auf seinem Golde sterben.)

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