Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 2 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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375. du host mir gikajlet (die Kehle abgeschnitten) 011 a mesr. (Du hast mich gemordet, ohne mir Gewalt anzuthun) 376. kak (gucke) mir nit in di skaske (Gemeindeverzeichnis). 377. ojs kale (Braut), wajter mojd. (Der Brautstand ist zu Ende, sie ist wieder einfaches Mädchen). 378. di erste kapore (Sühnopfer) if talis (Gebetmantel) un t’filin [GebetriemenJ. (Sie kann man zuerst verpfänden, weil man im Gotteshaus fremde benützen darf.) 379. er tejgt (taugt) [oder: e^ darf im] af zehen tisjaze [oder: toufnd] kapores. (Ei• taugt zu nichts.) 380. er mist uf käse (Buchweizen) mit bozene. (Kalte Suppe aus botwinja, einem Kraut, ähnlich den Blättern der Rübe. Etwa: Kraut und Rüben.) 381. dos if a ajferne kast’n. (Ein sicherer Aufbewahrungsort.) 382. fej lebn wi a kaz mit a mojs [oder: wi a hund mit a kaz]. Volkstüml. Erklärung: Als die Kinder Israel mit ihrem Hab und Gut das Meer durchschreiten sollten, wurden sie samt ihren Haustieren von den Engeln mit Passierzetteln versehen. Dem Hunde, der seinen Zettel im Maul gehalten hatte, war derselbe feucht geworden, und er übergab ihn der Katze, um ihn am Ofen zu trocknen. Doch die Katze schlummerte ein und die Maus schlich herzu und zernagte den Zettel. Und noch bis heut fordert den Zettel der Hund von der Katze und die Katze von der Maus. Daher die Feindschaft. 383. warf 1m choz a kaz in ponim (Gesicht). (Unverschämter Mensch.) 384. s’ klajbt fa^ baj 1m a klajster (= Kleister u. Kloster) [oder: a ganzr n’dan (Aussteuer)]. (Er sammelt Reichtümer.) 385. wos der hot fargesn, wet jener kejn wol nit ken’11. 386. zu kinder darf men hobn: Simsn ha-gibers gwure (Simsons Stärke), Kejra^s (Qorach’s) [oder: kols (der Gemeinde)] gelt (oder: nsires (Reichtum)] un Mesusela^s [Methusalem"s] jorn, ejx (auck) Slejme ha-mejla^s yoyme (Salomo’s Weisheit). 387. es klept fa^ nit a wort zu a wort. (Es passt nicht eines zum andern.) 388. es klept fa^ wi arbes (Erbsen) zum (zu der) wand. 389. er if a klogmüter. 390. kneln (unterrichten) un starbn farfamt (versäumt) men nit. (Der gebildete Jude mag anfangen, was er will, schliesslich findet er in seinem Fache keine entsprechende Verwendung und muss sein Leben mit Privatstunden fristen.) 391. er if nit derkoyt ]oder: derbakn]. (Ein naiver, roher Mensch.) 392. er if a kolbaj. (Er weiss alles. Vgl. Kolbö. das Ritualwerk des Semarja b. Sinicha.)