Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 2 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 124 — utfG. <x gujcöcr wun 11 a 1ajrt5־won. (Das Sprichwort des russ. Bauern ist so weise, wie das Wort des Tora.) 333. fol uns Göt ajnhitn fun an־altn sebrak (professionsmassiger Bettler) un fun a jungn poriz (Herr). 334. git Gibt lejbn, wet er gebn zum lebn. 335. Gröt mit der hand slogt er un mit der andrer hajlt er. 336. Gröt sikt zu di kaltje] no^ die klajdr. 337. Göt frijer slogt er nu derno^ hajlt er. (Vgl. Göt il makdim di refu’e far di make7 d. h. Gott sendet das Heilmittel vor der Wunde: Megilla 13b). 340. er lejbt a gutn tog? wi Göt in Frankreich [oder: in Odessa[. (Gott geniesst seit der grossen Revolution die Müsse des Entthronten.) Eine humorist. Erklärung: An einem Jomkippur stieg Gott vom Himmel herab, um zu sehen, wie ihn die Juden anbeten. Er kam in eine litauische ״Schul“ und fand dort arme, hagere Juden, die um so viel zu beten hatten, dass Gott nicht wusste, wohin er zuerst hören sollte. Alsdann besuchte der Herr eine französische Synagoge mit lauter reichen, fetten Betern. Da belauschte er den einen bei folgendem Gebete: ״Verzeihen Sie, lieber Herr Gott, ich habe jetzt leider keine Zeit zu beten; denn ich muss zur Post. Danke bestens für die Gnade, die Sie mir und meiner Familie erwiesen haben! Adieu, lieber Herr Gott!“ Hierauf verbeugte sich der Beter höflich und ging ins Geschäft. Da hatte freilich Gott nicht viel zu helfen. 341. gib Got dir obzudin’n in a gutn ejfn. (Möchte ich dir bei guter Gelegenheit dienen können.) 342. af morgn fol Got forgn. 343. wet Got gebn a gut jor, if gut* nit, for ey gor awek zu majn s wester. 344. a ^olim (Traum) if a nar un Göt if a har (Herr). 345. Göts gob un majn praze (poln. Mühe) 346. mogst fe^ fajn gireyt, wi Mejse rabajnu (Mose unser Lehrer) [oder: wi Got alejn]. 347. er if mit im ejn guf (Leib) un ejn nesome (Seele) [oder: u^o na u^o, d. h. Ohr auf Ohr]. 348. er if a obgislogene hajsajne (wie ein am Hosana rabba entblätterter Weidenzweig). 349. af der heyt stinkt fun kop, if nit gut. 350. hewel hawolim (Nichtigkeit der Nichtigkeiten, vgl. Pred• Sal. 1, 2) di weit if a jrolim (Traum). 351. er wolt wein di telerl fun himl. (Er möchte den Mond vom Himmel haben). 352. afn himl a j’rid (Jahrmarkt) Eine Unmöglichkeit. Eine satir. Erkl. [Paritz, Rohatscheffj: Wenn der Litauer betet, so denkt der eine an sein Getreide־, der andere an sein Holzgeschäft u. s. w. Zum Schlüsse beten sie alle: ״Möge meines Herzens Sinnen Dir nahe sein, Herr, mein Gott!“ So bilden denn bereits alle die Kaufleute mit ihren Geschäften einen wahren Jahrmarkt im Himmel. 353. ey darf hobn (gebären) — tu rufn di bobn [oder: sik nojr di bobn (Wehmutter)]!