Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 2 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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121 Ans Russland.1) Von Rabb. S. Beilin, Rohatscheff. 269. er hot farstovne ajgn (unverschämte Augen). 270. on ajn höre (unberufen!) baj aj^ if a grejsr bajsalmen (Friedhof). 271. knajp di bak un stel di färb [oder: gib a knip in bak un maץ rajt dem ponim]. (kneife dich in die Backen, um sie rot zu machen, d. h. verbirg vor der Welt deine Armut.) 272a. er il geblibn wi der balegole (Fuhrmann) baj der bajts {Peitsche, d. h. ohne Pferde) [oder: wie der pastu^ (Hirt) baj der faifl, d. h. ohne Herde]. b. er if neba^ (mhd. nie bi iuch, poln. neboga, niech Bög [broni], russ. HeÖora, vgl. Mitteil. I S. 38 Nr. 73 und Zirndorf, M. Jost 241) gikumn wi der balegole (Fuhrmann, vgl. Mitteil. IV S. 128 Nr. 4) mit'n bajts. 273. klajb (sammle) nit baj der beheme (Kuh) di mil’^. 274. arop barg if geringer zu gajn wi aruf barg. 275. a berimer (Prahlhans) if git zi slogn; wifil me slogt im, fogt er, af er hot gor gislogn. (Einen Prahlhans darf man ungestraft schlagen; denn er wird stets behaupten, dass er den Gegner geschlagen habe.) 276. er swajngt fa^ in fajn blut. 277. er trinkt [oder: smozket (saugt)] lajn blut. 278. mit im zu rejdn, darf men fa# 0n־e8n mit bob (Bohnen). (Zeichen eines gewöhnlichen Menschen.) 279. af di bobe (Grossmutter) wolt gihat .... (ein Mann wäre), wolt fi nit giwefn kin bobe nor a fejde (Grossvater). (Etwa wie deutsch: Wenn meine Tante vier Räder hätte, so wäre sie ein Omnibus. Vgl. russ.: Wüchsen im Munde Pilze, so war er kein Mund, sondern «ein Gemüsegarten.) 280a. a bo^er (Lediger) sikt men nit fejn a kale (Braut). (Wenn die Braut ihm gefällt, wird er sie selbst freien) b. a bo^er (Lediger) darf kin sad^en (Freiwerber) nit fajn. 281. fun ale mTo^es (Handwerke) gajn gor in bod arajn. 282. er lernt fa^ af a fremde bort zu goln (rasieren). 283. die majse (Geschichte) hot sojn a bort (= alte Geschichte). 284. fun bort girun’n, in moul nit arajngiküm’n. (So wird fast jedes Märchen beendet.) 285. af a fremde bort if gut [oder: gering] zu goln. (Vgl. russ.: Mit fremden Händen heisse Kohlen zusammenscharren.) 286. dof if a bro^e (Segensspruch) l’watole (umsonst). 287. er if gor a proster ^aj we-kajom. Im Gebetbuch findet sich die Stelle chaj weqajam wiederholt mit einem Zusatz. Doch einmal heisst es einfach: chaj weqajam. Ein proster (einfacher) Jude schrie an dieser Stelle: a proster chaj wekajom! l) Alphabetisch nach den Schlagworten geordnet.