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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 2 (1900) · p. Seite 117

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 117 (sequence 22)
Language
German
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117 ׳es nach einem RGA des Salomo ben Aderet: Wenn in eine mit Honig bereitete Salbe Ameisen gefallen und 12 Monate darüber verstrichen sind, so darf man zweifeln, ob der Honig geniessbar ist, da Honig die in ihm verwahrten [ganzen: Sifte Kohen] Dinge zu konservieren pflegt. 3. Daselbst § 13 (Nach dem ,Orchot chajjim) wird Honig, in welchen Ameisen gefallen sind, bis zum Schmelzen gewärmt und dann durchgeseiht. 4. Kap. 100 § 1 wird die Ameise neben anderen Dingen als Beispiel für ein ״Individuum“ genannt, welches in einer Mischung mit rituell geniessbaren Speisen nicht aufgewogen werden kann. 5. Kap. 104 § 3. Wenn ekelerregende Dinge, wie Ameisen, Bienen, Mücken, die man aus Ekel meidet, in ein Gericht gefallen und darin aufgegangen sind, so sind sie geniessbar, wenn das Gericht ein grösseres Quantum als diese Insekten ausmacht, jedenfalls wenn man durch Seihen sie entfernen kann. (Nur wenn es sich um Essig und Branntwein handelt, wird die A. wie die Maus behandelt: Bet Josef i. N. des Salomo ben Aderet.) III. Hatte man in der talmudischen Zeit in iandwirtschaftlichem Interesse das Leben der Ameise beobachtet, so werden diese Beobachtungen allmählich, als ein Zweig der Naturwissen־ schaft, selbständig. 1. So finden sich die wichtigsten bereits angeführten Züge in dem naturwissenschaftlichen Werke Sa'ar hasamajim des Vaters Levi’s ben Gerson: Gerson ben Salomo. Daselbst heisst es (f. 41 a bei Loewenstein 1. c.) Die Ameise sammelt in der Erntezeit ihren Weizen und beisst die Spitze der Körner ab, um Fäulnis zu verhüten. Eine jede sammelt sieben Körnchen, obwohl ihr ein einziges für’s ganze Leben genügen würde (s. oben יץ I, 4). Man pflegt deshalb einen, der mehr Schätze sammelt als er aufbraucht, eine ״Ameise“ zu nennen. Die Ameise ist das stärkste aller Geschöpfe1); denn sie vermag das doppelte und vierfache Gewicht ihres eigenen Körpers zu tragen. Da, wie man sagt, Wind und Wetter ihr schaden, sammelt sie im Sommer zur Erntezeit ihre Nahrung. Sie kennt zwei Bewegungen, •die eine vorwärts, die andere rückwärts. Wenn Regen auf ihre Vorräte kommt, trocknet sie sie an der Sonne. 2. In dem naturwissenschaftlichen Werke Sefer ha־berit (Brünn 1799) finden wir (f. 74a) folgende Notiz über die Ameisen: Es giebt ihrer mehrere Arten; die grössten sind die Hügelameisen (nÖmalat ha-tel; über die Termiten handelt S. J. Rappoport in Bikkure ha־fittim 5562/1821 p. 159 ff. [vgl. Lewysohn, Die Zoologie 331]), welche sich schaarenweis unter einem Baum einwühlen. Man unterscheidet Männchen, Weibchen und Geschlechtslose (sefeqim). Den Männchen und Weibchen wachsen, wenn sie zur Reife ge־ *) Ygi. dagegen Ibn Ezra zu Prov. 30, 25.

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