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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 2 (1900) · p. Seite 108

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 108 (sequence 13)
Language
German
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108 2. Gegen Fieber: Wenn man an einem Scheidewege eine grosse Ameise bemerkt, welche eine Last trägt, so stecke man sie in eine eiserne Röhre, verschliesse diese mit verschiedenen Siegeln, der Reihe nach aus Wachs, Blei, Siegelack, schüttele sie dann, halte sie hoch und spreche zur Ameise: ״Meine Last auf dich und deine auf mich!“ Doch ist dieses Mittel darum nicht ungefährlich, weil diese Ameise bereits zu seiner solchen Prozedur gebraucht worden sein und so das Fieber übertragen kann (Sabb. 66b, vgl. Wiesner, Scholien II, S. 140). 3. Gegen Gelbsucht bediente man sich des noch heute oft in der Medizin angewandten Ameisensaftes (Sabbat 110b). d) Das nachtalmudische Schrifttum. Den einzelnen Zweigen des talmudischen Schrifttums entsprechend lässt sich in der späteren Literatur unterscheiden: I) Die moralis ch-pädagogis che Behandlung der Ameise. Der Einfluss der arabischen Literatur, welche der Ameise besondere Aufmerksamkeit widmet (vgl. Qoran 27: Ameise und Wiedehopf: Grünbaum, neue Beiträge zur semitischen Sagenkunde, Leiden 1893, S. 189 ff.) macht sich hierin bereits in der gaonäischen Zeit geltend. Ihm verdanken wir die aus Weil G., biblische Legenden der Muselmänner, Frkf. a. M. 1845, S. 238 ff. bekannte: 1. Geschichte von der Ameise (macase ha־nemala in Jelline^s Beth ha-Midrasch Band V, Wien 1873, deutscher Teil S. XI fg., hebr. Teil S. 22 fg. 1). ״König Salomo — so wird hier erzählt — hatte eine sechzig Meilen lange und sechzig Meilen breite kostbare Decke, auf welcher er durch die Luft fuhr, so dass er in Damaskus frühstückte und in Medien zu Abend ass. Seine Befehle führten aus: aus der Klasse der Menschen Asafben Berekja/2), unter den Dämonen Rahirät, von den Tieren der Löwe und von den Vögeln der Adler. Eines Tages kam er auf seinen Reisen an einem Thale vorüber, in welchem Ameisen wohnten. Da hörte er, wie eine schwarze Ameise den anderen zurief: ״Begebet Euch in Eure Häuser, dass Euch nicht die Heeresmassen des Königs Salomo vernichten!“ Als Salomo die Ameise so reden hörte, da entbrannte sein Zorn, und er Hess sich vom Winde zur Erde herniedertragen. Hier angelangt, Hess er die Ameisen kommen und sprach: ״Wer von Euch rief: Begebet Euch in Eure Häuser, dass Euch die Heereslager Salomo’s nicht vernichten!?“ Da meldete sich jene Ameise. ״Weshalb hast Du so gesprochen?“ fragte sie der König Sie antwortete: ״Ich habe befürchtet, die Ameisen könnten vor lauter Staunen über Deine Heeresmassen ihre Pflicht vergessen, den Herrn zu preisen, und Gott könnte uns zürnen und uns tödteu.“ ') Auch im Anhang zu Midras tadse, Warschau 1875. ן־ So auch in 1001 Nacht (Der Fischer und der Geist) an stelle des taimud. B enaj ah u .

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