Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 2 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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104 gelegentliche Bemerkungen in ähnlichen Werken und die Artikel in Hamburger s Realencyklopädie und Kohut’s Aruch compl. Ein Werk, wie es J. Löw in seinen ״Aram. Pflauzennamen“ für die Botanik geschaffen hat, steht für die Zoologie noch aus. Der im folgenden gebotene Versuch will nichts weiter, als ein Hinweis auf dieses für die jüdische Volkskunde so bedeutsame Gebiet sein. a) Bezeichnung. 1. Die hebräische, nicht nur in der Bibel und Misnah, sondern auch zumeist im späteren jüdischen Schrifttum für ״Ameise“ gebrauchte Bezeichnung ist ne mala (נמלה äJUj)• chanamal Psalm 78, 47ז welches Gesenius als ״Ameise“ (und das Targum ähnlich als ״Heuschrecke“) auffasst, ist noch nicht genügend erklärt M. Tedeschi, Thesaurus synonimorum, Padua 1879, p. 156 weist auf die Wurzel m-1 hin, ״ein Ding von der Wurzel trennen“, B. Goldenberg, ,Or chadas, Tarnopol 1892. z. St. Prov. 6, 6, leitet das Wort von m-1 in male ״voll“ her — mit Beziehung auf den Sammelfleiss der Ameise (Gesenius erinnert an die ursprgl. arabische Bedeutung: ״leise auftreten“. Furrer in Schenkers Bibellexikon: von namal ״sich zusammen scharen“.) Wohl auf irriger Lesart beruht Tosefta Ma'aser rison 1, 1 חפוחי מי נמלה (Galläpfel?) und Ne mala, der Hafen von Akko (Joma 38a), ist nicht die Übertragung des Tiernamens auf einen anderen Gegenstand (vergl. Perles, Etymologische Studien 54, Goldenberg 1. c.), sondern als Xifiijv zu lesen. 2. Die aramäische im Talmud gebrauchte Bezeichnung für Ameise ist (vgl. Fleischer zu Levy’s chald. Wörterb.) sumsömana’, durch Synkope sums ana’, hieraus durch Umstellung susmana'. Darunter wird speziell die kleine rote Ameise verstanden, deshalb für die grosse Ameise die Bezeichnung: susmana’ gamla ״Kamelameise“ Wie unser emsig (Fleischer 1. c. u Bunsens Bibelwerk z. Prov ) von Ameise, so wird auch im arabischen emsig gebildet. Die Ableitung von samas ״geschäftig hin- und herlaufen“ (so schon Lewysohn L., die Zoologie des Talmuds, Frankf. 1858, S. 331, nicht von semes ״Sonne“, wie Sachs M., Beiträge zur Sprach- und Altertumsforschung II, 22, vgl. Lewysohn, Die Zoologie) darf als gesichert gelten. Nach der Ameise ist die Sesampflanze des Aussehens ihrer Körner wegen benannt. Ein Ameisennest heisst talm.-aram. qina’ de-susmane (Nedarim 24b), hebr. chur ha־nemalim Mo'ed qatan 6b) oder (s. unter d, III, 2) tel. 3. Eine andere Bezeichnung für ״Ameise“ ist nach der rabbinisehen Auffassung qamtsa, s. z. B. Rasi zu Berakot 54b, während das Syrische, Arabische, Persische und der sonstige talmudische Sprachgebrauch darunter die ״Heuschrecke“ verstehen. Es liegt dies vielleicht an der Verwechselung der letzteren mit der geflügelten Ameise.