Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 2 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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103 auch 2—300 Gulden ausmachen und aus weiteren Möbelstücken, wie etwa einem Sopha und auch in einem seidenen Kleide bestehen. Als Mitgift haben wir jedenfalls in der Mehrzahl der Fälle Beträge zwischen 100 und 1000 Gulden und nur in einer Minderzahl solche bis zu 2000 anzunehmen, höhere kommen überhaupt nicht vor. Nehmen wir nun selbst den günstigsten Fall an, der gewiss nicht die Regel bildete, dass der andere Eheteil den gleichen Betrag mit in die neue Wirtschaft brachte, so kommen wir gleichwohl zu recht niedrigen Summen. Und doch war für den Juden der Besitz eines gewissen Kapitals eine Bedingung seiner Existenz. Ohne den Nachweis eines solchen erhielt er nicht die Erlaubnis zur Heirat, beim Beginn derselben musste er, wenn er ausser Landes zog, den zehnten Teil seiner Habe seinem Landesvater zurücklassen, in der neuen Heimat vielfach um teuren Preis Niederlassungsrecht und Schutzbrief sich erst erwerben, abgesehen von den regelmässigen drückenden Steuern auch auf ausserordentliche sich noch gefasst halten und dabei doch noch ein Betriebskapital für den Handel, auf den er fast ausschliesslich angewiesen war, sich erhalten. Bedenken wir nun noch, dass die Eltern, um ihre Kinder überhaupt verheiraten zu können, die grössten Opfer brachten und die angegebenen Beträge gewiss das äusserste, was sie leisten konnten, darstellen, so erhalten wir aus diesen Mitgift- und AusstattungsVerhältnissen einen Einblick in die schwierigen mühe- und sorgenvollen Umstände, in denen die Mehrzahl der Juden im vorigen Jahrhundert lebte und zwar sicherlich nicht nur im Hochstift Speyer, sondern in ähnlicher Weise in allen Ländern Deutschlands. Die Ameise in der hebräischen Literatur1). Vom Herausgeber. Das Tierbild im Spiegel der Auffassung der einzelnen Völker zu betrachten, ist eine Aufgabe, welche den Folkloristen nicht weniger, als den Naturforscher reizen muss. Doch fällt auch hier wie bei allen derartigen Fragen die wichtigste und erste Vorarbeit, die Durchforschung der Literaturen, dem Philologen zu. Was nun im Besonderen für das jüdische Schrifttum in dieser Hinsicht bisher geleistet worden ist, beschränkt sich unseres Wissens auf Lewysohn’s Zoologie des Talumds, zwei Aufsätze in Löw’s Ben-Chananja I, Szegedin 1858, auf Placzek’s Arbeiten (z. B im ,,Kosmos“ VI, Bd. XI), Rubin’s Heidentum und Kabbala, Wien 1888, p. 152. ff., 1j Die Arbeit erscheint wesentlich verkürzt in ״The Jewish Encyclopedia“.