Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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64 214. (לג) Oder: nimm einen Stein, der auf einen Hund geworfen worden ist, und in den der Hund gebissen hat, oder einen Knochen, den ein Hund hat aus dem Mau] fallen lassen, und lege dem Hunde den Stein [oder Knochen] unter den Kopf. 215. (קלב) Oder schreibe auf Papier mit Tinte ומשמע ורומח ומשא .משא ורומה ומשמע .ומשא משמע ורומח. König der Welt, Gott unserer Väter, ich flehe zu dir, dass das Kind N., Sohn des N., nicht weine.“ Es folgt Jer. 31, 15 Amen selah. 216. (קף) Gegen Bräune: Lemadr[i]’el behütet die Kinder, während sie in die Schule gehen. Er ist gut gegen Sterben an Bräune — sie bleibe uns fern! —, wenn man seinen Namen auf einen Apfel schreibt nebst dem Namen: הי חי הי. Gieb ihn einem Kinde ein, so stirbt es nicht an Bräune v. u. e. 216a. (סג) Wenn jemand — Gott behüte! — beabsichtigt, seinen Glauben zu wechseln, so nehme einer seiner Anverwandten Birkenrinde, schreibe mit einer Taubenfeder darauf die Namen: בצרפדאפא אימץ אהבה או״א האל ומלובבי ללי באי הביב und spreche: .,So wie die Taube sich nur zu ihrer Art gesellt, so möge dieser N. N. sich bekehren und in Reue sich gesellen dem Gotte Israels! Amen.“ 217. Wenn man das Talith qatan nachtsüber anbehält, bekommt man (koschere) brave Kinder. 218. (1) Gegen Furcht: Nimm eine Placenta, in welcher ein Kind geboren worden, und lege sie ins Ofenrohr. Dort bleibe sie zwei Nächte und drei Tage. Hierauf verfertige einen Amuletbeutel, lege die Placenta hinein und hänge ihn an den Hals des 214) Vgl. SZ 26 a, 210) Ueber ומשמע ודומה ומשא (Hören, schweigen u. dulden!) Gen. 25, 14 s. Sokolow’8 Haasyf. Warschau 1886, S. 129. 216) Unter אסכרה versteht die Tradition meist ״Bräune“. Eine im Besitze des Hn. Alb, Wolf, Dresden, befindliche Medaille, deren Abdruck wir der Güte dieses Herrn verdanken, zeigt auf dem Av. das bekannte ה als Mittel gegen den bösen Blick empfohlen: SZ 27b, mit einer Blume geziert und die Umschrift יזה היל־ד יגדל לתו־ה sodann in umgekehrter Richtung [לחופה ולמעשים [טובים. Der Rev. lautet: יהי רצוגך ה' או״א שתציל תנוקות של עמך ישראל שלא תפול אסכרה בפיהם והגו לתורתך ותגיע לידם ברחמיך אמן. — Mittel gegen Bräune: SZ 13b. 18=) ח״י u. ״lebend“) Geldstücke werden für Kranke in die Almosenbüchse gelegt (Schröder 543). 216a) אמר הקדוש ברוך הוא—אהבה? Vgl. Händler in Dalmans Wtb. — Aehnl. SZ 32 a. — Die Taube gilt als Symbol der Treue Israels, welches seinen Gott mit keinem andern vertauscht (s. Wiesner, Scholien III 69), vgl. Midr. r. Cant. 1,15 u. s. Ferner klingt ״Taube“ an ״Taufe“ an, vgl. columba — xolvfißdoj, nslsia- 7r/Ja. Nork. Syst. d. Myth. 161. [Vgl. Matth. 3, 16.] 218 )Ueber Placenta 8. Urquell 1898 S. 47. — Gegen Erschrecken: Grimm M. LXXXIX. Brecher 228. Dietrich, Abraxas 160. SZ zitirt dagegen Galen. — Das Aufhängen im Rauchfang: Perles etym. Studien 74. Mitt. II 13.