Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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61 die Wöchnerinnen vor der Lilitli zu schützen. Auch werden die Lilithgespenster beschworen mit diesen Engeln, an jedem Orte, an dem sie auf gezeichnet sind, selbst an der Wand. Sie und alle ihre Sippe kommt dann nicht dorthin. Deshalb ist es gut, diese Namen neben der Wöchnerin in den 4 Himmelsrichtungen aufzuschreiben und überall da, wo sich eine Öffnung befindet, sei es an der Thür oder am Fenster. Auch ist es gut, sie in ein Amulet zu schreiben gegen jedes Unheil, gegen böse Winde, sei es durch Dämonen oder durch einen bösen Zufall oder ein Verhängnis hervorgerufen. 201a. (רמו a) In der Sonne getrockneter Wickensaft mehrt den Säugenden die Milch [S. § 13]. 202. (רסג) Tumor membri. Stecke es in ganz frisch gemolkene Ziegenmilch. Alsdann nimm Fischgräten und reibe sie daran bezw. an der Wunde. 203. (Dp) Gegen Pollutiones. 1) Halte ״eisenkraut“ bei dir, das benimmt, so lehrt die Erfahrung, dem Menschen die böse Begierd. 204. (2 (קלד) Nimm Kampfer mit Alaun zu dir, das hat dieselbe Wirkung. 205. (3 (קלה) Liege die ganze Nacht auf der linken Seite, auch ist es gut die Extremitäten gerade zu halten, das hebt dir Begierde auf*. 206. (4 (קלו) Man liege im kleinen Talith, (man darf es die Tosefta Sabb. VI (VII). — In Posen wird, ״wer das Mass verlorenbat, d. 11. wer in der Breite, die Arme ansgestreckt, weniger misst, als in der Längt', u. infolgedessens ich krank fühlt, dreimal gemessen. Alsdann ist das Mass ansgeglichen. — Am Jom Kippur wird ״in Schul“ ein Neschome-Licht angezündet■, zu welchem für jeden Verstorbenen ein Dochtfäden genommen wird. [J. Tarlau, Hambg.] — פנוי סנסנוי סמנגלוף erklärt Gaster (M. 1880 S. 562 ff.) mit Anas (Engel, vgl. § 80 u. §§ 57, 71 נס?), Sisinios (Nachfolger des Manes) und Sataivel (mit dem bei Namen böser Engel gebräuchlichen Schluss-״!’“). Schwab, Vocabulaire hört die Stimmen der Vögel heraus, deren abenteuerliche Bilder diese Worte zu begleiten pflegen. Doch nach der Analogie von Namensverstümmelungen aus Rücksichten der magischen Wirksamkeit, wie .(231§) יהו(ט)ריאל ,’216§) למד(,ר)יאל עזות(ריא)ואוד ,(106) טיס טיגס ,(107) פום פנים (vgl. 226) u. a., scheint כנוי eher aus ,כנד (Dornbusch) sich erklären zu lassen, zumal wenn man die Anrufung des Dornbusches Sabb. 67a (vgl. Blau 69) vergleicht. Das reduplizirte סנ vor כנכנוי wird nach dem Muster קם קסת דס -סו סנדלפון entstanden sein, und סמנגלוף ist wohl (vgl. סמיאל) nichts als nü-ayy£?*o$ mit dem ף (aus שצף), welches nach dem Sefer ehasidim (vgl. M. a. a. O.) in זעף .קצף ,שצף das böse Prinzip vertritt und (s. §§ 1 u. 228) in נגף סגף אגף שצף קעף דפף (bei Schwab אגף שגף נגף) wiederkelirt, während das ן in נגן נגן דגן אגן (s. §§ 132, 228). als Schlussbuchstabe in מגן (Schild), die guten Engel bezeichnet. Vgl. Erter's Satire in Kerem cliemed III p. 106 fl' 203) ועתה אתחיל לכתוב קצת סגולות ורפואות לחטא הגדול שנכשלים דוב ב״א [בני אדם] בו והוא חטא גדול בעו״ה [בעונותינו הרבים] הנקרא קרי שנכשלים בו בלילה. Eisenkraut bei Grimm M. 351 u. Perles (Grätz) 35. — Dies und das Folgende fast wörtlich SZ 11b. 206) Der Glaube an die Geschlechtsbestimmung fand noch im 16. Jahrh. seinen Verteidiger an Berengar (Sprengel III 119). Vgl. Grimm M. 648. Schröder 536. Der Talmud warnt bereits davor, das Kind barhäuptig gehen zu lassen, weil es sonst ein Dieb würde. Vgl. SZ.