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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 1 (1900) · p. Seite 46

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 46 (sequence 46)
Language
German
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46 110b. (רסט) Gegen Halsschmerz: nimm Hundeunrat und Honig, knete sie wie Teig? wärme sie am Feuer und lege sie auf die schmerzhafte Stelle. Dann zieht sich der ganze Eiter zusammen, und das Geschwür bricht auf. 111. (רל לרט) Gegen Grind: Nimm ganz ungesalzene Butter und Schwefel zur Hälfte und Lorber nach Augenmass und welsche Nüsse und zerreibe sie fein und mische das durcheinander. Das giebt eine gute Salbe selbst gegen den Aussatz. 112. (ריא) Gegen Krätze: Nimm Schwefel, Butter, Lorber, Schweinefett von einem männlichen, ja nicht von einem weiblichen Tiere, ein wenig Quecksilber, ״baurnöl bleiweiss stoss alls mit zu anander, laf die puter mit den smalz fugen var den fei er, mis es zu ein falben un’ smir die krez der mit v. u. e. 113. (רבו; Weisse Flecke [Flechten] am Körper des Menschen, die wie Aussatz aussehen, bestreiche mit Olivenöl, und es heilt. 113 a. (רכה) Flechten (Flecken im Gesicht) bestreiche mit gestossener Zwiebel und Hühnerfett und es hilft. 114. (רלג) Gegen aufgesprungene Hände: Nimm Brennesselsamen und koche ihn in Olivenöl und Wachs und bestreiche die Hände. Das heilt. 115. (רסה) Gegen Blasen: Brate einen Apfel und ״streich in“ auf die Blase. 116. (רלט) Die Augen zu klären: Man zerstosse Bohnen, mische den Extrakt mit Honig und lege dies auf die Augen oder bestreiche sie damit. 110b) Hundekot auch § 193, vgl. Brecher 227. 111) Ungesalzene Butter im Volksglauben: Wuttke 91, in der Medizin von Aetius angewandt: Sprengel II, 286. Nässe als Symbole der Fruchtbarkeit (vgl. Ebben ha-ezer 63 § 2)י wie bei den Römern, vor das Brautpaar gestreut (RKA 12: in Algier wird es mit Geldstücken, in Galizien mit Papier beschüttet; eine Sprengbüchse für das von Mannh. 362 erwähnte Besprengen mit Rosenwasser, Surey genannt, s. Mitt. II, S. 52; über das Bewerfen der Braut s. Mannh. 355, 358, 361 f). RKA 12 auch die Sage: in der bibl. Stadt Luz konnte kein Mensch sterben. Ein Fremder traf auf dem Markte einen 100 jähr. Greis, der bitter weinte und auf Befragen wie ein Kind lallte: ״Mein Vater hat mich geschlagen, weil ich meinen Grossvater in der Wiege nicht einlullen wollte“. Die bekannte vom Kardinal d’Armagnac 1554 erzählte Anekdote. — Teufel auf Nussbäumen: Horst, Dämonomagie 1818, I, 116. 112) Über die Bereitung des Bleiweiss durch Dioskorides s. Sprengel I, 87. — Schwefelmilch: das. III, 431. 113) Mittel gegen Flechten: Grimm M. C, gegen aussätzige Fl.: Spren־ gel II, 103. 114) Donnernessel: Grimm M. LXXX. 116) Neben Fallsucht und Fieber werden am häufigsten Augenschmerzen bekämpft (vgl. Wiesner, Scholien II, 202), so auch cod. Hamb. 166f. 3lif.: ,.erstlich iC gut die haubt ader geslagen ach [Schröpfjkepf auf die sultern geCezt usw.“

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