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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 1 (1900) · p. Seite 42

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 42 (sequence 42)
Language
German
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42 89. (קיח) Oder: Wenn du wissen willst, ob eine Krankheit vom bösen Blick herrührt, so nimm ein neues Messer und lege es dem Kranken ohne sein Wissen unter’s Haupt. Wird das Messer rostig, so ist der böse Blick die Ursache. Zur Heilung nimm das Messer, schneide von einem ganzen Brot ein Stück ab und gieb es einem Hunde zu essen, wenn der Kranke ein Mann, einer Hündin, wenn es eine Frau ist. Dies thue 3 Tage hintereinander. 90. (קנט) Oder: Zehubhri’el, der grosse und hochwürdige Engel, ist bestellt über 4 [?] und über 420000 Engel und gut gegen den bösen Blick; wenn du ihn zitirst samt dem 42 buchstabigen Namen, so kann dir das böse Auge nicht schaden. 91. (קעה) Oder: Kharthifa’el geisselt die Sonne täglich mit 39 Streichen, weil die Völker der Welt sie anbeten und sie zur Gottheit wird. Hierbei fällt ein Funke von der Sonne zur Erde und daher kommen die Edelsteine. Sobald du diesen Engel an einen Saphir befestigst, dann kann dir kein Mensch schaden und dir das böse Auge nichts anthun. Gegen Wasser. 92. (קצז) Curi’el, der grosse Fürst, ist bestellt und steht auf seinem Posten, als dritter (?), und ist bestellt über 330000 Engel, und wer in’s Wasser fällt, zitire diesen Engel 89) Eine Diagnose, ob ein Kind besehrieen, bei Grimm M. CLII. Eine Urinoskopie, wie bei Sprengel III 201 aus dem 16. Jahrh., findet sich aucb in der jüd. Volksmedizin. Das Sefer ha-chajjim (Amst. 1695 s. unt. § 125) kennt folgende Diagnosen: Man halte Haube oder Mütze des Kranken nicht weit von seinem Munde, lege sie ihm nach der Beschwörung unter den Kopf und räuchere mit Rosmarin u. Muskatweihrauch oder neunerlei Farben von (ווילא) Kleidern (?). Ist er berufen, so wird der Beschwörer (?) krächzen vor ,,Benautheit'4 [noch heut in Hamb. Unsinnigkeit]. Oder man lege ein Messer dem Kranken unter den Kopf. Ist er berufen, so wird es schwarz u. rostig. Man schneide damit von einem ganzen Laib Brot ein Stück ab und gebe, ist ein Mann erkrankt, einem Hunde, ist es ein Weib, einer Hündin zu fressen, u. zwar drei Tage hinter einander. [Vgl. Ex. 23. 30.] Oder man wische dem Kranken den Schweiss mit Brot ab und werfe es einem Hunde vor. Frisst er’s, so ist dies ein gutes Zeichen. Wenn die Krankheit am Sonntag beginnt, warte man bis zum 9. Tag. Geht es alsdann besser, so ist’s gut; ״den’umgekerte fal han man ale mal Pelbst denken“. Beginnt sie am Montag, so achte man auf den 9. oder 14. Tag, wenn am Dienstag, muss es nach 3 Tagen besser werden, sonst achte man auf den 6. und 7. Tag, am Mittwoch, auf den 8. oder 18. Tag, Donnerstag, auf den 9., Freitag, auf den 7., 8. oder 16., Sabbat, auf den 6. oder 9. Tag. Ist es da nicht besser, so ״iC nit gut, doch die hilf fun H-s״j [Gott] if über als drum Col man zu im thefiloh [Gebet] tun un’ nit fer zagn fun lein hilf“. 90) Tragen eines Hundezahnes, um Sprechen u. Schlafen zu vermeiden: SZ.— Der Glaube an das böse Auge findet sich schon im alten Indien (Wuttke 220). Über seine Verbreitung in jüd. Kreisen s. Joel I, 8. Der deutsche Volksglaube kennt ihn von Alters her (Grimm M. CIV, 624. Wuttke 396, 413). 91) Vgl. den Zusammenhang zwischen dem Edelsteine Abrahams und der Sonne: Tosifta Qidd. V 17. שר של חמה vgl. Epstein 2. Kraft der Steine: St. Ps. 31. — Das Schlagen der Sonne: Sukka 29a. —Die Sonne und der Götzendienst: Aboda z. 54. Jalqut zu Psalmen 96a.

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