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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 1 (1900) · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 35 (sequence 35)
Language
German
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35 55 (רב). Oder: (ein Schutz für die Reise) stecke deinen rechten kleinen Finger in die linke Hand und sprich: יוה״ך hüte und geleite mich! אזבוג״ח hilf mir! אגלא komm mit mir! בעורירל״ן hüte und geleite mich! und sprich 7mal אסתיפא אסתפא אסא אבא אנבא מצמצית. 55a (ריב). Zur See: schreibe auf Pergament Jes. 43?2 und 42?5? ferner: ,meine Huld und mein Erretter‘ (Ps. 144, 2), In der Stunde, da du es an den Mastbaum in Ehrfurcht und Reinheit vor dem Essen befestigst, sprich über das Pergament, auf dem die Namen geschrieben stehen: ,Ich N. N. beschwöre die 70 Namen, die besiegelt sind in den 9 Weltsphären, die die Grundfesten der Welt sind, i. N. אהד״ו־ ר״נה יא״הרל״נהי, der in der Sphäre der 10. Wohnung über ihnen wohnt, dass sie mich an das Ziel meiner Wünsche bringen sanft und ohne Not, ruhig und ohne Aufregung oder Kränkung oder Schmerzen der Seele oder Strapazen des Leibes. Hütet und rettet mich .... Ps. 43, 2. Gegen Räuber: 56 (קט). Wenn du Räuber oder Feinde hinter dir siehst, nimm Staub von dem Wege, auf dem du stehst, und 55) אסא vgl. Gittin 69a, Perles etyrn. Studien 79. — Ein Fingerbild wenden der Italiener und Spanier wie der Deutsche, der Jude in Polen wie in Palästina gegen den bösen Blick an (Wuttke 220. 237, Rub. 178, RKA 15, vgl. M. 1880 S. 333). Einziehen des Daumens wehrt die Hunde ab: Grimm iVI. XCIV, 6. M. I S. 67. Berakh. 55b: Gegen den bösen Blick: den rechten Daumen in die linke Hand und den 1. in die r. stecken (Brecher 200, vgl. Creuzer Symbolik I 448), Agla (s. unt. § 180) sogar (Kopp III, 57) von Päpsten angewandt. Ferdinand II. erhielt vom Papste ein Schwert, auf dem die Worte standen: Tetragrammaton Alpha et Omega Agla Sabaoth (das. 78; vgl. 72: Agla gegen Feuerschaden). 56) הזכיר שם, das Anwenden eines Gottesnamens, wird hier bereits Abraham zugesprochen. Die Bedeutung von זכר ist: stechen, einritzen (vgl. ספר [die Bedeutung zählen u. erzählen übrigens auch im isländ. tala, vgl. Faulmann, Gesch. d. Schrift 20 u. Geiger L., Zur Entwickelungsgesch. der Menschheit 73 ff. 79]; ויזכר אהיה אשר אהיה in § 57 nach Ex. 3, 15). Hieraus erklärt sich am einfachsten der vielumstrittene שם המפורש (vgl. Prov. 23, 32 u. אזכרה), als der geschriebene (auch כתב in einer Verbindung, wie ypyp כתב!), nicht ausgesprochene Name. הזכיר (vgl. engl, write) als schreiben: Jes. 36, 22 (= סופר), in kultueller Beziehung wie Jes. 44, 5. 49, 16. Galater 6, 17. Joh. 7, 3ff. 13, 16. 14, 9—11 (vgl. Wuttke, Gesch. d. Schrift 113), aram. זבורו Nekromant. Der Gottesname auf Waffen (vgl. Zekharja 14, 20 usw.): Targ. Cant. 3, 17. Tanch. Waera u. a. (bei Blau 121). הזכיר, als magisches Mittel neben כתב (eigentl. wie das nord. raSa Zeichen aneinander reihen), כוון ,לחש ,אמר, erinnert an die Vorstellung, dass die Gebete auch ungelesen zu den Göttern dringen. Noch heute wird in Persien an einem bestimmten Feste eine Zauberformel an die Thür geheftet, die mittelasiatischen Buddhisten leiern einfach ihre Gebete ab, und derselben Vorstellung haben vielleicht auch die Thoncylinder der Babylonier, Kyprer u. Mykenier (vgl. Kluge H., Die Schrift der Mykenier, Göthen 1897) ihre Entstehung zu verdanken, welche vermutlich ebenso um eine Axe gedreht wurden. Daher sind die Bauinschriften so oft nach innen oder unten 3*

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