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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 1 (1900) · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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es die ganzen 4 ersten Monate, Thammuf, Abh, Elul, Tliisri; wenn es der 14. Thammuf ist, regnet es die ganzen 4 nächsten Monate, Oheswan, Kislew, Tebheth, Sebhat; ist es der 15. Thammuf, die nächsten 4 Monate, Adar, Nisan, Ijjar, Siwan. 6. (עו) Oder: wenn der 13. Thammuf in der ersten Stunde bewölkt ist, regnet es 36(?) Tage; wenn in der 2. Stunde, giebt es 32 Tage lang Landregen (in dem Umkreis, soweit du Wolken siehst); wenn 9 Stunden lang, regnet es 33 [!] Monate; wenn am Abend, regnet es 32 [!] Monate; wenn 3 Tage lang, regnet es das ganze Jahr hindurch zum Heil, und man braucht nicht darum zu beten lind Busse zu thun. Wenn es am 12. Thammuf regnet, so wird alles doppelt teuer, und es giebt eine Teuerung zu Beginn des Jahres. Wenn es an den 3 genannten Tagen regnet, ist das ganze Jahr hindurch das Korn teuer. Wenn es aber in diesen 3 Tagen gar nicht regnet, dann ist das Jahr gut. 7. (עז) Oder: wenn die Wintersonnewende bis zum 15. Teblieth eintritt, dann wird das Korn teuer, aber man findet zu verkaufen und zu kaufen: wenn zwischen dem 15. und 20., so ist Münch. Hs.: Bub. 75. Lichtorakel am Versölmungstag: Hub. 175. Schattenorakel: Rub. 152. M. 1880 S. 333. Mitt. I S. 103 No. 9a. Alek tryomantie; Rub.70. Daktylomantie: Giidemann Erz. I 208. Rub. Über Tagewählerei für die Reise: Rub. 181 ff. Wie N. Schl es. und noch heute im Volke weitverbreitete Kalender finden wir auch in jüdischen Kreisen: z. jj. (im Besitz des H11. J. H. Wagner, Berlin) 1) einen Kalender in 12° Jesnitz 1710 (judendeutsch): alliier wert bei gefezt zu wisen gut zihn ous ein (Wohnung) in der andre oder zu reifen über feld . . . aber der 1., 6., 3., 25 (des Monats) di fir tag fein aparte um gliklich zu ziehn ous ein (Wohnung) in der andre . . . drum Col ein jeder sich die gedachte tag in acht nemen nn’ sich nit in (Gefahr) stelen . . . kurzer unterricht wie man fiel! zu verhalten hat mit purgiren oder lafen srepfen und baden . . . Purgiren wenn der Mond zunimmt . . . (Im Monat) Tisri if gut (Heilmittel) zu gebrauchen purgiren, baden, srepfen, aderlaffen. aber fil most trinken is sedlich zigen milich riiben bieren gäns hüner und fiigel werk zu gebrauchen fein der natur unt gesundheit dienlich. (Im Monat) Cheswan fein swe-if bäder srepfen aderlassen sedlich aber mit arbeit den leib bewegen if gut zu früh morgen ein gemachten ingber zu brouchen unt andre (Gewürze) mehr dient zur erhaltung der gesundheit usw. Adar . . des morgens . . fole man rote (פאלייא) poley salwie 1‘ise speit un' trank genisen wegen der ungelanden luf't . . . Jjjar if die beste zeit arzeneien zu gebrauchen . . . (Im Monat) Abh if lehr sedlich zu arzeneien . . . 2) Kalender, Hamb. 1788, worin u. a auf die Gefährlichkeit des Aderlassen zu gewissen Zeiten hingewiesen wird. Als Vorbild dienten die Kalender des Leibarztes des brandenb. Kurfürsten dohann Georg, Dr. Thurneysser (Rosenstein 15). Paracelsus sagt: ״Die Arznei ist in dem Willen der Gestirne“ (das. 14; über planet. Einfluss: St. Ps. 35). Kepler war ehrlich genug, von dem Kalendermachen zu bekennen: ״Wenn das Rathen so auf das Ja und Nein gerichtet ist, so trifft man allwegen ungefähr den halben Theil und fehlet auf den halben Th eil. Das Treffen behält man nach der Weiber Art, das Fehlen aber vergisst man, wei, ♦*s nichts Besonderes ist, und damit bleibt der Astrologus in Ehren. (Grünl 17. Jahrh. S. 95.) Leber ,,Im Mayen soll man nicht freien“: Ruh. 172.

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