Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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81 in manchen Gegenden, wo fast alle Arbeit in jüd. Händen liegt, auf das ganze geschäftliche Leben ausübt, beweist neuerdings wieder der Bericht im ״Allg. deutsch. Exportblatt“ vom 1. V. 98 über die Juden in Salonik, worauf uns Hr. S. Durlacher, Hamb, aufmerksam machte. In dess. Hn. Besitz befinden sich 12 silberne Becher für den Sederabend, welche in vortrefflicher Ausführung folgende Reliefs zeigen: Isaks Opfer, Lots Frau, Auffindung Moses, Mose vor dem Lager, Untergang Oorahs, die Kundschafter, Simson, Dawid, Absalom, Elia mit dem Raben, Jona (?), Daniel in der Löwengrube; ferner ein silb. Riechbüchschen, wie sie einst am Jom Kippur benützt wurden, und einen silb. (wegen des Verbotes des Tragens am Sabbat) Zahnstocher, sämtl. Erbstücke. 4) ״Der ordinaire Schutz-Jude“ (Ba‘ale qijjnmim, vgl. Tychsen, Bütz. Nebenst. VI, 4.) 5) ״Nachdem der . . zu seiner Verheirathung mit der . . die dem Potsdamscken Grossen Mil. Wais. Hause desfalls zustehende Gebühren mit zehn Rchsth. in Friedrichsd’or berichtiget, auch die Stempelu. Canzeley-Gebühren mit Drev Rchsth. u. 14 Groschen bezahlet, so wird hierdurch genehmiget, dass der Rabbi gedachtes Ehe-Paar vertrauen kann.“ 6) Aehnl. Bedeutung hatte wohl ein von Hn. Brasch, Hamb, geschenkte Niederschrift des Ps. 64, 2 (״Verhoor, ö Godl myne Stern aes ik klage. Behoed myn leven voor den angst des vyands“). 7) Ganz ähnlich dem Mitt. 80 abgebildeten Trauring, nur dass dieser in schwarzem Email die Worte trägt (vgl. Mitt. 88 n. 42): mazzcd tobh. Synagoge u. Inschrift hatten n. 1829 (XVI Jahrh.) der Angl.-Jew. PI. Exhib., Syn. allein n. 1831, die Inschr. allein 1822 (XVI. Jahrh.). Aehnl. Ringe: n. 1824 u. 28 und Musöe de Cluny, Paris. 8) Vgl. J. Kauffmann, Kat. 25, Frkf. 1898 S. 6, AJHE S. 189 n. 40 illustr. Keth., 1786 Gibraltar, cod. Hamb. 318 (schmucklos wie heut) u. Monatsschr. 40, 213 ff. 9) Jüd. Trachten brachte die AJH Exh. n. 1889, 1890. 10) Vgl. oben S. 38. 11) Aus dem Bericht über die religionsgeschichtlichen Sammlungen (von Cyr. Adler, Wash. 1895) p. 766: zu der letzten Weltausstellung in Chicago hatte das U. S. Nat. Mus. geliefert: eine illum. ״Megilla“, Sederschüsseln u. -becher (mit Gravirungen), eine Kethubba (Rom 1816), einen alten Trauring, Beschneidungsutensilien, Amulette, Chanukkalampen u. a. — Ueber ähnl. Sammlungen im Nat. Mus. zu München u. Mus. Guimet zu Paris s. a. a. O. S. 758 f. 12) Ders. erbot sich frdl., den Mitgl. der Gesellsch. seine Arbeit über Hebbel u. die Juden, Brüx 1897, unter Vorzugsbedingungen zu liefern. 13) Abschrift der nn. 5 u. 6 Mitt. X n. 5 ist wahrseh. eine Predigt des Londoner Haham Meldola, eines Vorfahren des Spenders. Ueber die Farn. Meldola s. AJHE nn. 760 ff., 985 — 989, 1165, 2112, S. 22 n. 635, S. 26 n. 711, 1064 u. 1065. — In dem Testamente (n. 6) heisst es u. a. : ״dey tado peszoas R u i m s (ra‘im) e que evitem de falar cousas indecentes que o morto ove tudo e lhe afrontao.“ Also der alte, auch jüdische Glaube, dass die Toten hören. Ferner ist von ״lejao a missa“ (Messelesen) die Rede, vgl. Perles 27. 14) Den Mitgliedern, von welchen irrtümlicherweise ein um M 0,10 zu hoher Beitrag erhoben worden ist, steht es frei, diesen Mehrbetrag von dem nächsten Beitrage in Abzug zu bringen. Zu ״Fragekasten“. 1) Nach dem alten Gebete rihbon ha-'olanum am Sabbatausgang. Eine Fortsetzung (Rawitsch) lautet: Gott, Du sollst uns benschen, Wir sollen nit brauchen keine Menschen. Gott, Du sitzest im Himmelreich, Bescheer’ uns Kleider Leiten [?] gleich! Du sitzest in der Höh’ und schaust hernieder, Mit einer Hand strafst Du, mit der anderen heilst Du wieder. Umein we-umein! Eine andere (Oberschles.): Den Becher nehm’ ich in die rechte Hand Und spreche die broye über’s ganze Land.