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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 80

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 80 (sequence 81)
Language
German
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80 mich davon machen. Nun werde ich dir meine Namen kund thun, und so oft man sie ausspricht, soll ich und all’ meine Sippe keine Macht haben, Schaden zu stiften und in das Haus einer Wöchnerin zu gehen oder gar ihr ein Leids zu thun. Dies sind meine Namen: Lilith, Abbitu, Abbizu, Amzarfo, Haqqas, Ores, Iqpodu, Ijlu, Tatrota, Abhanuqtah, Satruna, Qualikataza, Thilathuj, Piratsa.“ Q-rJa 8-t-n [vgl. das Gebet des R. Nechunja b. Ha־qana im tätlichen Morgengebet und ÄJHE n. 1874 die letzten Buchstaben der ersten Verse des Genesis] makMefa 10 thechajje [mit dem üblichen Permutationen, vgl. Mitt. 91]. Hieran schliesst sich wieder der Anfang: Adam wecliawioah usw. und zum Schluss Ps. 121. Das andere Amulett zeigt, umgeben von verschiedenen, vor allem einen Segen enthaltenden Bibelsprüchen und den 12 Sternbildern mit entsprechenden Kalenderdarstellungen und den 12 Stämmen Israels nebst dem Segen Jakobs, Ps. 20, 67 u. 121, ferner die verschiedenen Gottesnamen in einem Magen Dawid, dem bekannten an Gotteshäusern und Ritualien wahrnehmbaren Zeichen, welches der pythagoreischen Symbolik entlehnt zu sein scheint (vgl. Mai 324 u. Henne am Rhyn, Die Freimaurer3, Leipz. 1889, S. 9, 29). lieber solche Amulette vgl. Hebr. Bibliogr. 1863 S. 121 Anm. 1, Serapeum 1864 S. 82, Donath, Gesch. d. Jud. i. Meckl. S. 78, Schw. 218 f., Berliner, Gesch. d. Juden in Rom I, 66. — Von auf der ״Anglo-Jewish hist, exhibition“ zu London 1887 ausgestellten Amuletten und Talismanen berichtet der Katalog S. 45 n. 911. 117. 918, S. 51 n. 967a, ferner n. 1867 ff., 1872—1877, 1882, 1887. Ein ganz schlichtes mit den üblichen Namen (zürn Schluss nach ״Lilith:“ l-q-j): cod. Hamb. 318. Dem in cod. 296, welches Mai (Bibi. Uffenb. s. das. 409 u. sonst) bereits abgedruckt, ähnelt das in cod. 222. Von letzterem Abschrift in unserer Sammlung. 2) Vgl. m-n1‘ q (Mai, Biblioth. Uffenb. 406) oder — 1785? Den Reichsadler fanden wir auch in einer Haggada־H S des Uri Phöbus b. Isak Eisek ha—lewi vom Jahre 1751 (Bibi. d. Hn. Dr. H. B. Levy) vor birkath ha-mazon, auf einem silbernen Chanukkaleuchter (96 cm. hoch, 84 breit) im Bes. d. Hn. T. Friedländer, Kgsb. i. Pr., vgl. den I. Jahresb. des jüdischen Museums in Wien S. 16 u. Mitt. 98 n. 5. Der Zinnstempel zeigt das Mailänder Wappen mit einem P. M. (= Pro Memoria). Ueber solche Votivstücke aus Edelzinn vgl. Friese u. v. Puttkamer, Hdbch. der Metallurgie, Dresden 1895. Der Doppeladler weist auf die österr. Herrschaft — nach 1714 — hin. 3) Von jeher widmeten sich die Juden, wie noch heute bes. in Polen (die ״Mazzajwekrizzers“), mit Vorliebe der Gravier- (z. B. Tychsen, Bütz. Nebenst. IV 65 u. s.), Goldschmiede-, Steinschneidekunst (z. B. Donath, Jud. i. Meckl 155; das. 175: L. Cohen, Bildhauer, [vgl. M. 1897 S. 365R] ״Mem. a. d. J. 1813 u. 1814, noch heut a. O. i. Privatbesitz) u. ähnl. Zweigen. Darauf deuten schon die Namen Steinschneider, Graveur, Petschirer (Pischer) usw. hin. Ueber die Juden als Diamantschleifer s. Schudt, Jüd. Merckwürd. u. J. G. Meusel, Miscellaneen artist. Inhaltes, Berl. 1785. — Daraus, dass die Juden von den Zünften ausgeschlossen waren, lässt sich durchaus nicht folgern, Kunst u. Handwerk sei ihnen fremd geblieben. Seit den ältesten Zeiten und ganz besonders im Ghetto, wie heut im Londoner Ostend, gab es unter den Juden Roms (vgl. Berliner Gesch. I, 98; II, 2,86) sehr viele Schneider. Nur gegen die Töpferei zeigt sich (so in (Schönsee, Westpr.) eine gewisse Abneigung, angeblich weil die Lehmarbeit an die Sklaverei Aegyptens erinnert. Welchen Einfluss das Judentum (wie es z. B. auch auf die Behandlung u. Ausübung der Medizin von jeher fördernd eingewirkt, vgl. SEG 443, 372, und mit der Buchdruckerkunst in reger Wechselwirkung gestanden hat, vgl. ״Jüd. Typographie“ in Ersch. n. Gruber u. Jahresb. des Rabb.-Sem. in Berlin 1893/94, selbst der Pflege der Hippiatrik nicht hinderlich in den Weg getreten ist, vgl. SEG 357, 445)

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