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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 64

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 64 (sequence 65)
Language
German
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64 11) Vgl. S E G 462; A L 210: ßodl. 3923 u. sonst. (Saforet in Sehwabs ״die 4 Heimonskinder“ [Meyers Volksb. S. 33] Sefarad). 12; Die ältesten Ausgaben (Bodl., vgl. S E G 462): a) Maasebuch oder S. ha-ma'a&e (mehr als 300 Geschichten). Waldkirch 1602. (Buxt. Bibi. Rabb. Serap. 379.) — b) (254 Gesch.) Prag 1665. — c) Wihnersd. 1670—80. — d) Ein schön neu teutsch Maasebuch. Dyhr. 1697. Vgl. Steinschn. Volkslitt. 20. Eine deutsche Uebersetzung einiger Geschichten (nicht nach der unfen angeführten Ausgabe) lieferte Christoph Helvicus ,,Erster u. ander Theil jüdischer Historien . . . Darauss dieses verstockten Volcks Aberglauben u. Fabelwerk zu ersehen.“ Giessen 1617. (H. der Verf. des ״Syst, controvers. theol.“ Giess 1612.) Einzelnes, wie N. 4, von Tendlau bearb. in J. H. Jacobsons Rimmonim, Leipz. 1859. 13) Z. B. Maase malkJmth beth Datoid von Isak b. Abraham Akrisch, jud.-deutsch, von Dawid b. Josef Teplitz. 1705. Darin: R. Bostonais Garten. Die 10 Stämme (deutsch in Sipp.). Das Gespenst mit dem Kranz. (Deutsch H. I, 35) Die Juden in Vorderindien (vgl. G. Oppert über die jüd. Colonien in Indien in Kohuts Semitic Studies 1897.) — Am Schluss ein deutscher Jehi racon (Gebet). — Vgl. Bodl. 3881. — Chelcq rischon oder Ma‘ase ha-Schern von Simon Aqiba Baer b. Josef, Frkf. a. O. 1707. Quellen: Schalsch., Zohar chadasch, Emeq ha-melekh, Ec chajjim, Juchasin. ״Solches sefer auf teutsch is noch nit in keiner druk gekommen.“ — Vgl. BPI 488 u. Perles 140. — ״Märchen aus dem Ghetto“ bringt auch Kom. I. 284 ff. - Uebersetzungen älterer Sagen lieferten: Herder, Sachs, Krafft, Hurwitz, Steinschneider, Stein, Sanders u. a. 14) Vgl. A L 412 f. 417 u. K. Maass, Das deutsche Märchen, Hamb. 18־i6 (Virch.-Hol.), bes. S. 8. — Reime s. unt. N. 15. — H. I, 145: ״Derhalben Mensch bewahr dein Mund, Das ist dir gewiss gar gesund. Lass jederman schaffen das sein, Schlag dein Maul nicht allzeit darein. So magstu mit Ehren bleiben Und im Paradiss die Zeit vertreiben. — Orient II (1864), 690: ״Und wäre der Schwanz nicht abgebrochen, so wäre das Märchen länger geworden.“ Vgl. Mitt. 49, N. 96. 15) Jedenfalls klingt die Sprache unserer Märchen mindestens ebenso rein u. deutsch wie das Kauderwelsch der Gelehrten im 17. u. 18. und manches ״Gebildeten“ im 19. Jahrhundert. Man braucht Gri. nur aufzuschlagen, um auf Schritt u. Tritt ähnlichen Wortbildungen u. Rede- Wendungen zu begegnen; z. B. n 126 (asso, Antwoerd), III S. 180 (Teite, Tatta), III S. 218 (mutterseelenallein), 259 (Schwieger). — Ave-Lallemant giebt folgende Kennzeichnung des Judendeutschen (S. XIII ff.): ״Eine freudige Genugthuung hatte der Verfasser, . . . dass er mit vollem Fug die jüdischdeutsche Sprache als deutsches Eigenthum vindiciren und in der überaus reichen jüdisch deutschen Literatur unser deutschen Nationalliteratur einen integrirenden grossen Theil zuweisen konnte. . . Das von Juden auf deutschem Boden geschaffene merkwürdige Sprachgefüge war durch das ganze deutsche Volk u. dessen Leben hindurchgerankt, hatte sich diesem Leben u. seiner Sprache aufs innigste angeschlossen u. selbst die deutschen Sagenkreise durchdrungen, sodass die deutschen Volksbücher in der That auch zu Volksbüchern der Juden wurden u. dass z. B. der Wigalois im ״König Artus u. sein Hof“ und manche andere deutsche Sage den poetischen Bearbeiter im deutschen Judenvolke finden konnte . . . gerade in dieser jüdischdeutschen Literatur lag das weitgreifende historische Zeugniss vom deutschen Leben des jüdischen Volkes, welches trotz der absolutesten Verleugnung, trotz der unmenschlichsten Verfolgung mit wunderbarer innerer Kraft festhielt an diesem Leben. Mit welchen Mühen u. Opfern diese Literatur von den Juden gefördert wurde .... Und dies wunderbar reiche geistige Streben . . . blieb Jahrhunderte lang unerkannt, unbeachtet! (Vgl. S. 207.)

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