Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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59 Schöpflein.“ Auch die Hamb. Juden gingen, wohl nach dem Vornan׳״ der Portug., ohne Bart. Das Fehlen des Rabbiners könnte durch eine Christliehe Vorlage erklärt werden vgl. Steinschneider, Ilandsehriftenkunde 27),4) da christliche Trauungen ohne Geistlichen nichts Seltenes waren (z. B. 13. Jahrb., vgl. Jahrb. f. jüd. Geseh u. Lit. 1898 S. 167). Doch liegt der Gedanke an die bekannte talm. Erzählung vom ,.Wiesel u. d. Brunnen“ nahe. Dass hier das Wiesel ein Hund vertritt, erklärt sich wohl daraus, dass den jüdischenlllustratoren zumeist ausser den Haustieren nur wenige Modelle, wie Rehe, Kaninchen u. s w., für Tierbilder zur Verfügung standen•'*So werden denn seltenere Thiere nach Wappenbildern, im cod. ms. 76 (Pereq sim'f) des Hn. Dr. H. B. Levy der Bär als Tanzbär gezeichnet. (Doch sahen wir auf 2 marokk. Bechern (für Beschneidungem, Messing, die eine mit l M. 49,22, sehr ausdrucksvoll: Wolf, Strauss, Kamel, Fuchs, Taube (V). Gelungen sind auch cod. Hamb. 248 f. 24 ( Papagei) u f. 188b (Fuchs mit Gans im Maul).| Das Original ist von hervorragender Schönheit. Des Bräutigams Rock blau mit Pelzbesatz, der Mantel rotbraun; von ähnlicher Farbe, mit goldenen Knöpfen besetzt, das Kleid der Braut. Beide hellblond. — Geber den! eigentl. Bilde, in prächtiger Ornamentik, Gold auf rotem Grunde: kol (im ha-ro'eh linnase). Auch sonst schöne (44a, 93b) und eigenartige (40b) Initialen. Ein anderes Bild zeigt einen Mann, der mit einer Gans(?) in der Hand dem Rabbiner eine rituelle Frage vorlegt, darunter einige Tiere, deren Genuss rituell unzulässig (ein laufendes Häslein auch 93 b u. cod. 243 f. 31), u. ein Wappen: Vogel u Fische (vgl. Fragekasten 1). Trefflich ist der Gesichtsausdruck eines Greises, der ein Reh schlachtet. Die Segensprüche über Früchte illustrirt ein Mann, der solche vom Baume holt. 5) Ein ״Wanderlied für israel. Handwerker“ von S. Kapper, Mus. v. S. Sulzer, enthält Busch’s Kalender, Wien 1845. Mit der Sammlung von Volksmelodien haben wir begonnen. Wir bitten um Aufzeichnung und Einsendung von Schir ha-makalouth und der Sabbatabend-Melodien. 6) Die Herausgabe einer Pesachhasrgada wird geplant. Um Ein- Sendung älterer, bes. illustrirter, Exemplare wird gebeten7). 7) Wer ergänzt das süddeutsche Volkslied: ״Ich ging emal spazieren im Wald, da hört’ ich ein Vöglein singen schir, schir, sehir, mismor schir . . .“? 8) Eine Art Haberfeldtreiben ist ,.das offentl. Gericht der Gasse.“ Isr. Nov. IX, 48. 9) S’ Steins geklagt (Mitt. 38 n. 80) ist deutschen Ursprungs, s. Gri. III, 221. 10) I. Beschwörungen von Krankheiten z. B. aus dem Jahre 1823 in einem Tiqqun be‘erebf1 res' chodes, Amst. 1781, i. B. des Hn. Dr. H. B. Levy: A) Ein Sarm (vgl. Mitt. 99 n. 45 u. AJHE n. 1867 ff. charms), wenn sich einer schädet an einer hand: Zo leg’ ich mein finger auf der erd, az er mir nicht geschwehrt, wie ein doder mens under der erd. rofo'eni irvkulloh rtfuo svlemo g^p&omim (״Heile mich usw. zu vollkommener Genesung“ ist dreimal zu sagen). B) Vun wegen ein loch im köpf: Elijohu ha-nöbhi räzt iber land, der fliesend köpf zol nicht nehmen iber hand. Elijohu ha-nobhi zol fast räzen (reisen) der fliesend köpf fort cazenl rifo’eni u. s. w. (Vgl. Görres, D. teutschen Volksbücher, Heidelb. 1807, S. 204: ״Job zog über das Land u. s. w.)“