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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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29 bannen. Allein der Riese ging nur bis an die Arme in die Kanne zurück, und grosses Unheil wäre entstanden, wenn man nicht sogleich einen besseren Hexenmeister4), der dicht nebenan wohnte, herbeigeholt hätte. Der erschien nur auf der Schwelle, und schon war Joab verschwunden und Zimmer und Kanne, wie vorher. Meister Leser hatte auch Macht über die Glasgeister5). Er konnte nämlich Geister0) in ein Glas bannen7), um von ihnen zu erfahren, wer diesen oder jenen bestohlen, und wo er seinen Raub verborgen habe. Doch musste er stets erst den Diener der Geister beschwören, der dann seine Herren herbeiholte. Da dieser nun einige Male von Meister Leser um nichtiger Dinge willen war bemüht worden, so wollte er ihm einen Schabernack spielen und kam nicht aus dem Glase heraus, in welches der Meister ihn beschworen hatte. In seiner Angst warf dieser das Glas, nachdem er es sorgsam verschlossen hatte, auf einen heimlichen Ort im Hause. Doch gar bald machte sich der Geist gar unliebsam bemerkbar. Der Meister erkrankte kurze Zeit darauf und bat seine Frau, ihm seinen Schlafpelz8) zu bringen0). Als sie jedoch den Schlafpelz holen wollte, sah sie bereits ihren Mann in den Pelz gehüllt und glaubte nicht anders, als dass er ihr zuvorgekommen sei und sich selbst den Pelz geholt habe10). Als sie nun aber in’s Zimmer zurückkam, fand sie ihn noch so, wie sie ihn verlassen hatte. Es entstand ein heftiger Wortwechsel zwischen den Ehegatten, bis die Frau erzählte, was sie soeben gesehen habe. Der Meister erkannte darin sogleich einen Streich, den ihm der böse Geist gespielt habe, und nun wusste er, dass er noch in demselben Jahre sterben müsse. Das traf auch ein. Doch auch damit gab sich der Geist noch nicht zufrieden. Erst musste ihm noch eine Magd, welche bei dem Sohne1’) des Meisters in Diensten stand, an jenem geheimen Orte zum Opfer fallen. D'rum ist es besser, sich mit der Hexerei gar nicht abzugeben12). 21. Das Bethaus im Walde.יי Meister Jehuda der Fromme in Regensburg hatte seine Tochter mit Chanina, dem feinsten Kopf2) unter seinen Schülern, verlobt. Bevor die Hochzeit stattfand, zog dieser noch einmal in die Fremde, um bei berühmten Lehrern sein Wissen zu ergänzen. So kam er denn viele hundert Meilen von Regensburg

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