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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Als nun Chanina einst darüber nachdachte, wie er diese Bitte erfüllen könne, da flog jener Rabe herzu, dem er das Leben gerettet hatte, nahm die Krüglein und brachte sie gefüllt zurück Die Königin prüfte sogleich die beiden Wassersorten. Zuerst goss sie von dem Höllenwasser auf ihre Hand, da wurde diese ganz verbrannt. Doch kaum netzte sie sie mit dem Wasser aus dem anderen Krüglein, da war sie wieder so heil, wie zuvor. Nun stellte die Königin die zweite Bedingung. Chanina sollte ihr einen Ring zur Stelle schaffen, den sie einst auf einer Seelahrt hatte ins Wasser fallen lassen. Wo sollte man den Ring suchen? Traurig und ratlos ging Chanina am Ufer des Meeres auf und ab. Da kam mit einem Mal jener Fisch geschwömmen, dem er einst die Freiheit wiedergegeben hatte Kaum hatte ihm Chanina sein Leid geklagt, so schwamm er eiligst zu Liwjatan, dem gewaltigen Könige der Fische, und trug ihm vor, wie er Chanina nun so gern sich dankbar zeigen möchte. Liwjatan gebietet nun bei Strafe seiner allerhöchsten Ungnade11) dem Fische, der jenen Ring verschlungen, ihn sogleich herauszugeben. Ein Fischlein brachte ihn auch herbei und Chaninas Freund trug ihn seinem Retter zu. Doch wie er den Ring eben an's Land gespien hatte, da kam ein Eber und verschlang ihn. In demselben Augenblicke kam aber der Hund gelaufen, dem Chanina das Leben gerettet hatte, und im Nu war der Eber zerrissen und der Ring in Chaninas Händen. Nun musste die Königin ihr Versprechen halten und mit Chanina ziehen. Schon sollte ihre Hochzeit mit dem Könige gefeiert werden, da fand man den getreuen Chanina eines Tages ermordet. Die Höflinge, die ihn von jeher beneidet hatten, die auch die Wahl für die gefahrvolle Botschaft auf ihn gelenkt und ihm gerade dadurch nun wider Willen zu den höchsten Ehrenstellen verhoffen hatten, glaubten ihn bereits auf diese Weise aus dem Wege geräumt zu haben. Doch die Königin benetzte ihren treuen Diener nur mit einigen Tropfen ihres Paradieswassers und Chanina war wieder lebendig. Der König, der dies gesehen hatte, wollte nun dieses Wunder durchaus auch an sich eroroben. So sehr ihn seine Braut, die Königin, auch warnte, er liess sich totschlagen. Aber die Königin begoss ihn nun absichtlich nicht mit dem Paradies-, sondern mit dem Höllenwasser. Da wurde sein Leib ganz und gar zu Staub und Asche. Und nun wählte sich seine Braut, die schon längst statt des Wüterichs den braven Chanina 1‘ff, nachdem inzwischen seine Frau gestorben war, liebgewonnen

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