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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 gerettet und das böse Ungetüm verendet sahen! Nun atmete alles auf nach der langen Angst und Plage. Der mutige Schmied wurde der Ehegemahl der Königin und Beherrscher der Stadt und beide freuten sich noch lange ihres Glückes. Zum ewigen Andenken aber erhielt die Stadt damals nach dem greulichen Wurm den Namen Worms und von dem wackeren Schmied einen Schlüssel zum Wappen. Und die führt sie noch heute. 3. Von einem, der nicht schwören wollte.1) Ein frommer Mann hatte niemals in seinem Leben geschworen und war dabei sehr gut gefahren und zu Geld und Gut gekommen. So nahm er denn auf seinem Sterbebette auch seinem Sohne das Versprechen ab, gleichfalls nie einen Eid zu leisten. Die bösen Nachbarn hatten dies erfahren, und kaum war der Vater gestorben, da kamen sie einer nach dem anderen zu dem Sohne und sprachen: ,.Dein Vater ist uns Geld schuldig geblieben. Bezahle uns oder wir müssen dich verklagen!“ Der treue Sohn wollte jedoch lieber alles Geld hergeben, ehe es gegen sein Versprechen vor dem Richter geschworen hätte, dasr er ihnen nichts schuldig sei. So kam er denn nach und nach um sein ganzes Vermögen und schliesslich, als man ihm nichts mehr nehmen konnte, in Schuldhaft2). Er hatte aber ein braves Weib, welches durch Wäschewaschen sich und ihre Kinder vor der äussersten Not zu schützen wusste. Und einst, als sie gerade am Meeresufer Wäsche wusch3), da legte ein fremdes Schiff an und der Schiffsherr, dem ihre Schönheit gar wohl gefiel, gab ihr Wäsche zu waschen und zahlte ihr den Lohn im voraus. Der war so reichlich, dass sie damit ihren Mann auslösen konnte. Als sie aber die Wäsche abliefern wollte und soeben das Schiff bestiegen hatte, da liess der Schiffsherr das Schiff mit voller Kraft vom Land abstossen4), und die Kinder sahen mit Schrecken und erzählten es dem unglücklichen Vater, wie ihnen ihre teure Mutter auf s weite Meer hinaus entführt wurde. Was blieb nun dem armen Manne übrig? Er verdingte sich als Schafhirt und weidete eine Herde in der Nähe des Meeresufers, um zu sehen, ob nicht eines der ankommenden Schiffe sein teures Weib brächte. Eines Tages musste er die Schafe kurze Zeit seinen Kindern zur Hut überlassen. Aber kaum hatte er sich entfernt, so kam dasselbe Schiff, welches die Mutter geraubt hatte, und nahm

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