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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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2. Die drei Waffenschmiede.1) Vor alten Zeiten2) lebten in der Stadt Worms am Rheine drei wackere Brüder, Riesen von Ansehen. Die betrieben das edle Schmiedehandwerk. Da kam5'־) eines Tages von ungefähr ein greulicher Lindwurm4) vor die Stadt, der hatte einen so giftigen Atem, dass alles, was sein Hauch berührte, verdorren musste, und einen Rachen, dass er den grössten Ochsen lebendig verschlingen konnte. Er that den armen Bürgern grossen Schaden5). Denn wo er nur konnte, riss er mit seinem gewaltigen Ringelleibe die Häuser um und verschlang er Menschen und Tiere6). Doch wenn man ihm täglich einen Menschen zur Speise von der Mauer herunterwerfen wollte, dann versprach er, die anderen alle zu verschonen. Dass sich keiner freiwillig dem Lindwurm ausliefern wollte, kann man sich wohl denken. Da bestimmte denn die Königin, welche nach dem Tode ihres Gemahls die Stadt Worms beherrschte, dass sie alle das Los ziehen wollten Auf wen es falle, der solle dem Wurm vorgeworfen werden. Als nun die guten Wormser sahen, dass selbst die Königin für das Wohl der Stadt ihr Leben lassen wollte, gingen sie darauf ein und Tag für Tag erhielt der Lindwurm sein unglückliches Opfer und des Klagens und Weinens war kein Ende. Doppelt gross aber wurde das Leid der Wormser, als das Los einstens auf die Königin selbst gefallen war. Schon wollte sie auch ihr Versprechen halten und sich dem Lindwurm ausliefern lassen. Da wurde dem argen Wurm ein Schnippchen geschlagen. Unsere drei Waffenschmiede hatten sich nämlich einen Panzer geschmiedet, aus festem Stahl und über und über mit langen scharfen Messern bedeckt. Wen von ihnen das Los treffen würde, der sollte diesen Panzer anlegen und, sobald ihn der Wurm verschlungen, mit den spitzen, scharfen Messern ihm den Leib aufschlitzen. Kaum hatte nun der eine der Brüder von dem Unglück der Königin gehört, da trat er vor sie hin und sprach: ,,Edle Frau Königin, ich will für dich das Leben wagen. Nur musst du mir versprechen, mein Ehgemahl zu werden, wenn ich lebendig zurückkomme.“ Die Königin willigte mit Freuden ein, und kaum hatte der Wurm den tapferen Schmied in seinem Rachen, da lag er auch schon mit gespaltenem Leib in seinem Blute. Wie gross war der Jubel der Wormser, als sie den Helden

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