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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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0 Inhalt: 1. Kunz und sein Schafhirt. — 2. Die drei Waffenschmiede. — 3. Von einem, der nicht schwören wollte. — 4. Die dankbaren Tiere. — 5. Der grünende Stab. — 6. Der fahrende Schüler. — 7. Der Wolkenritt von Worms nach Spanien. — 8. Der magische Briefbote. — 9. Der getreue Lautenschläger. — 10. Die Ausfahrt. — 11. Der rechte Eidam. — 12. Die Zauberwurzel. — 13. Die Vögel des Himmels werden es verraten. — 14. Der Wunschring. — 15. Die Sabbatfeier. — K;. König Liwjatan. — 17. Der Wasserkönig. — 18. Das Unglück. — 19. Der betrogene Teufel. — 20. Der ungeschickte Hexenmeister. — 21. Das Bethaus im AValde. — 22. Die Königin von Saba. — 20. Die verschlossene Truhe. — 24. Klein Jerusalem. — 25 Die beiden Fremden. — 26. Die verhexte Gans. — 27. Papst und Jude. — 28. Die Wunderlampe. 1. Kunz und sein Schafhirt.1* Die Leute pflegten einst zu sagen: ,,Du kommst dahinter, wie Kunz hinter das Vieh gekommen ist.** Wie kam denn aber Kunz hinter das Vieh? Das will ich euch erzählen. Es war einmal ein mächtiger König. Der hatte einen Minister2), der hiess Kunz. Und so oft der König von seinen Ministern einen Rat haben wollte und die Minister unter sieh den Rat beschlossen hatten, da eilte der schlaue3) Kunz sogleich zum Könige und sprach: So und so haben wir4) beschlossen. Er that so, als ob er allein allemal den rechten Rat gefunden hätte und die anderen Minister allemal nur ihm folgten, weil sie selbst keinen finden könnten. Die anderen Räte des Königs merkten gar bald, dass ihr Herr den Kunz besonders lieb und wert halte. Das verdross sie sehr, denn sie wussten, dass sie alle klüger waren, als unser Kunz und dem Könige bessere Dienste leisteten. Sie fassten sich also ein Herz und sprachen eines Tages zum Könige: ,,Herr König5)! Nimm es nicht übel auf, aber wie du sonst uns immer fragst, so möchten wir dich heute eines fragen. Weshalb wohl״) ziehst du uns, deinen treuen Dienern, den Kunz so vor, der doch am wenigsten von uns allen taugt? Versuch es doch einmal mit uns, gieb jedem einzelnen Fragen auf und du wirst sehen, wie dir Kunz die Antwort schuldig bleibt.“ Der König, der gegen jedermann gerecht sein wollte, liess nun seinen Liebling Kunz rufen und sprach zu ihm: ״Mein lieber Kunz! Ich halte dich für den treuesten und klügsten Mann7) an meinem Hofe. Deshalb will ich dir etwas anvertrauen, was ich sonst keinem offenbaren möchte. Antworte mir zunächst auf die Fragen: ״״Wo geht die Sonne auf?״״ und ״״Wieweit ist

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