Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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117 Aff und Elefant, Papagei und Vogelgesang, Bisemknopf und Meerschilf, Bund, Kirsch und Bundschuh, Pfau und Kranich, Nothstall und Paradeis, Krachbein und Wedel, Wann und Springbrunn, um nur einige hervorzuheben, begegnen uns hier in hebräischer Umschrift, oft, um so recht ins Auge zu fallen, eine besondere Zeile einnehmend. Dieselbe Erscheinung nehmen wir in Worms wahr. Auch da gab es jüdische Häuser zum Halbmond, zum Riesen, zum weissen Schlüssel, zum Bären, zur Blume, zum Hufeisen, zum Schwanen u s. w (vgl. Kaufmann, R. Jair Chajiim Bacharach S. 14 n 3) Diese redenden Embleme wurden oft noch im ״Hause der Ewigkeit״ statt der Familiennamen oder neben denselben auf den Grabsteinen angebracht, wie sie einst auch in den Siegeln geführt wurden, wo sie darum nicht mit Wappen oder Symbolen verwechselt werden dürfen. Auf den Denkmälern des alten jüdischen Friedhofes in Prag begegnen uns oft solche natürliche Zeichen von Familiennamen in den gemeisselten Emblemen gewisser Handwerke und Geschlechtergruppen, denen einmal noch im Zusammenhänge genauere Aufmerksamkeit zuzuwenden sein wird. Auf einem Grabsteine des alten Wiener Friedhofes in der Rossau unter dem nach L. A. Frankl, Grab der Inschriften, wie ich seine Inschriften nennen möchte, No. 166 ein Jude aus Berlin im J. 1648 schlafen soll, da noch keine Juden in Berlin wohnen durften1), ist ein Brillenhändler begraben, auf dessen zum Familiennamen gewordenes Handwerk eine gross und breit ausgehauene Brille, wie mir Dr. Salomon Fuchs s. A. berichtet hat, von Weitem den Beschauer hinweist. Es hat darum freilich zu keiner Zeit auch an Spitznamen gefehlt, die, vom Witz der Judengasse erfunden, mit unablöslicher Zähigkeit sich an ihre Opfer hefteten und später, zur Harmlosigkeit abgeblasst und von der Gewohnheit gemildert, selbst in amtliche Schriftstücke übergingen. Auf die etwas zu lang Gerathenen hatte man es besonders von jeher abgesehen. In der Pariser Steuerliste von 1296 figurirt Ancron le Lonc, als ob er von Geburt an so geheissen hätte Von solch einem überlebensgrossen Ahnen muss sich der Familienname הארוך herschreiben, der uns auf den Blättern der jüdischen Litteratur begegnet. Der Name ך־ןדבן, dem wir früh bereits in Prag begegnen, scheint, wenn wir die Analogie von England als massgebend annehmen, von der blonden Farbe des Haupthaares hergenommen zu sein. Dort begegnen uns zahlreiche Le Blund, ס vgi. Landstuth תולדות אנשי השם p. 6!>. 2.