Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
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118 die in den hebräischen Wechselbriefen, die M. D. Davis in seinem kostbaren Buche "שטרות Hebrew Deeds of English Jews befor 1290 gesammelt hat, sich הלבןnennen und unterschreiben. So finden wir hier Ahron und Samuel (Nr 190) und Meir b. Samson (Nr 41, 55), die alle den Namen Le Blund führen. Josef in Norwich, der als Schwarzhaariger aufgefallen sein muss, unterschreibt sich 1249 selber: יוסי השחור• Namen, die von körperlichen Gebrechen hergenommen waren, fehlen ebensowenig Deutsche Spitznamen, pflegten, wenn sie von Eigenschaften hergenommen waren, nach Art derselben vor den Eigennamen zu treten. So hören wir, dass R. Samson Bachrach 1627 in Ungarisch Brod in Mähren, der Schwiegersohn des Jsaac b Phöbus, der im Gegensatz zu seinem ob seines Leibesumfangs Dick-Jsaac genannten Schwagers in der Gemeinde unter dem Namen Dünn-Jsaac bekannt war. (Kaufmann a. a. O 24 n 4) Von Dick- R. Jakob in Frankfurt berichtet uns R. Juspe Hahn in § 368 seines יוסף אומץ• R• Ephraim Cohen aus Wilna, nachmals Rabbiner in Ofen, unterrichtete nach seiner Flucht vor den Kosaken im Hause eines Reich-Kaufmann genannten, angesehenen Mannes zu Trebitsch in Mähren (Kaufmann, die Erstürmung Ofens pag. 17 n. 2). Bei der Durchforschung des sog. grünen Buches von Worms habe ich auch dieser Seite des jüdischen Gemeindelebens, dem Spotte und Scherze in der Namengebung ihrer Mitglieder meine Aufmerksamkeit zugewendet. Da begegnen uns denn vor Allem die Langen: Lang-Salman, der am 27. Adar 1604 das Zeitliche gesegnet hat, Lang-Jakob und Frau, die beide an Einem Tage, am Freitag der Woche, in der man den Abschnitt ר^ך las, 1622 dahinstarben; 1649 erscheint beim Tode seiner Wittwe Mindlen ein anderer Lang-Jacob, am Mittwoch den 1. Tammus 1623 wird der Tod Lang-Eisik’s berichtet, Sonntag den 5 Jjar 1632 der Lang-Löb’s eingetragen. 1581 am 9. Tebeth wird der Tod Lang-Riwka’s verzeichnet, die ohne Rücksicht gegen die Frau dieses schmückende Beiwort bis zum Grabe verfolgt. Vom Humor der Gasse zeugt die Eintragung, die Montag den 20 Kislewl607 den Tod einer Tochter Mose Leberessers berichtet.