Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 118)
- Language
- German
- Belongs to
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103 13. Bräuche an den Festen Schab uot: 1. Am zweiten Tage wird bei den Portug. die Haftara portug. gesagt. 2. Pfingstbäume, dagegen der Gaon Elia Wilna1). 3. Maischenkränzchen. 3a. ״Der Estrich der Synagoge war ... mit Maien, mit Kalmusrohr, mit Wiesenblumen bestreut und man hatte duftende Sträusse in den Händen4 .(2״. Kräuter und Birken, Citronen und andere Früchte für die Schul; die Sefertora wird bekränzt. 5. In Smyrna ist der Umzug mit der Tora besonders feierlich5). 6. Rosch hasch ana4): Man soll den Schofar nicht ansehen, um den Bläser nicht zu beirren. Pol. In Süddeutschl. drehen sich die Frauen deshalb um. Sonst wird man blind. (Dasselbe beim ״Duchenen6״), beim ״Schema Jisroel8)44). 7. Wenn der Schofar nicht gut bläst, sitzt der Satan9) darin,und der Bläser stirbt in demselben Jahr7). 8. Hoschana rabba8): Um Mitternacht öffnet sich der Himmel und es werden die Lose (Quittlech) verteilt, die an Rosch haschana und Jomkippur geschrieben und besiegelt worden. 9 Die Stengel derHoschanes legt man zu den Tefillin. Sie schützen auf Reisen gegen Mörder und Räuber. 9a10) ״Den [daneben ist ein Mann ohne Kopf Zusehen] hot geschlagen der Tropf, dass er hot kein’ Kopf. Bei alle andern Tagen steht geschrieben יכמשפט un bei dem siebenten Tag stet יכמשפטס zu weisen, was הקב׳ה hot gegesert am Rausch hasch, un’ gechasment am Jomloppur, das weist er in der Lewono. Un’ welcher den Schatten nit sicht, der bleibt aso nit leben das selb Jar. Den da weil am Hauschano rabbo is men ״don״ auf den Regen, ob das Jar sul ein ״sol״ sein oder nit. Drum waist men die Nacht darvor, weil viel Leut sein, das men hot zu speisen das Jar. Etliche tun ein Leilich um un gen, wo die Lewone scheint, un werfen das Leilich von ihnen, dass sie nacket bleiben, un spreiten sich ganz aus. Mangelt ihm der Kopf, so gilt es ihm sein Kopf. Mangelt ihm ein Finger, da gilt es seine Kerauwim. Mangelt ihm der Schatten vun der rechte Hand, so is es ein Simmon zu seine Söhn (חץ), un die linke Hand, is ein Simmon zu sein’ Töchter (חץ)• Aber den Schatten, den men sicht in der Lewone, meint nit ein rechten Schatten. Denn es musst wol selzum zugen, dass einer nit soll sein Schatten sehn. *) Vgl Chajje Adam, t) Ka. 82 f. s) Z. 56. *)Lw. Vgl. Z. 14. 4) Ueber den Ursprung des ״Taschlieh-Werfens ‘ s. B. 23. 5) Mi. 2a. י) Se. 13. ל) Ueber den Satan vgl. im übrigen Mi 33b Tyr. K. 217. 8) Ki 130. 10) Ki. 180. n) Mi. 49b (vgl. Horajot 12a. Sef. 1644. Se. 18. Ki. 129. G. I, fc06, wo auf 1V. M. 14,9 verwiesen wird. Wu. 207).