Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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100 47. Nach dem Uriniren speie man aus1). 48. Wenn man an Urin vorübergeht oder darüber hinweggeht, bekommt man ״Picken“ im Gesicht. Pos. 49. Wenn ein Kind mit dem Finger gen Himmel zeigt, soll es sich zur Strafe in den Finger beissen; denn es ist verboten2 *). Wiss. 50. Der Hausherr geht nicht zuerst aus dem Haus8). (״Ich hab’ Zeit, bis ich als Mess hinaus muss*4). H. 51. Man soll die Beine nicht kreuzen. 52, Man soll nicht in Strümpfen gehen, sich nicht auf die Erde setzen, kein Licht auf die Diele stellen4), nicht mit den Füssen auf die Thür zu liegen5) (H.), nicht Zeichen der Trauer anlegen8). 53. Fälltein Portrait von der Wand, so stirbt die dargestellte Person. S. D. 54. Beim Nähen (etwa Annähen von Knöpfen) nimmt man den Faden in den Mund und spricht etwas, sonst stirbt die Person, der das Kleid gehört7). H. 55. Springt der Spiegel in sieben Stücke, so giebt es ein Unglück. S. D. 5יי. Die Kinder, deren Eltern noch am Leben sind, bleiben während der Totenfeier nicht in der Synagoge. Pol. 57. Ein Mädchen darf abends nicht ohne Schürze und Strumpfband ausgehen8). Pol 12. Speisen. 1. Backwerk: Beigel (von ״biegen“), Kringel. Pol. Kolisch oder Tatscher9)=Ssude־Barches (Berchis). M. [Müssen länglich sein]10). Ausser den ״Challes“ werden von demselben Mehl in platter ovaler Form zwei Kuchen gebacken. Pol. 2. Grieben, Grimseln. Brezeln, Naut.1!) 3. Daimelcher (Rindsleber mitSchneidebohnen), Kress (weisses Halsfleisch). H 4 Am Sochor giebt’s: ״Graue (Kapuziner־) Erbsen“, Hamb. Port.; in Polen: Trittlech (dünner Teig, mit Oel zubereitet), Krillerbsen, Met, Hamb.: Erbsen mit Pfeffer, Schnaps und Kuchen 5. Beim Chollekreisch giebt es Birnen, mit Erbsen gekocht12). 6. Bei der Hochzeit: Plewe, obenauf farbige Körnchen (gelb, rot, weiss) und Branntwein. Pol. Fische, weil die meisten Gerechten ״in die Fische kommen“, oder wegen eines gewissen Jonas, der einst darin eine grosse Perle gefunden. Fische werden von den 1) Vgl. Wu. 265.418. 2) Vgl. Wu. 12. 367. ») Vgl Wu. 380. 4) Vgl. Wu. 431. *) Vgl. Wu. 431. 6) Saf. 11,100 ff. י) Vgl. Wu. 295. ») Vgl. Wu. 381. ») T. 347. 1°) T. 347. Pf. 28. “) G. III, 133«. ’*) Sch. II, 6.