Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Die Spalte zwischen diesen Brettern wird mit jenem Strick ausgefüllt, der die Stangen zusammengehalten; diese selbst werden in vier Stücke gebrochen und als ״Schammoschim“ in die Erde gesteckt. 21. Nur ein Kohen bekommt ein kleines Brett unter den Rücken1). 22. Ein Säckchen mit Erde aus dem hg Lande bekommen in Polen nur besonders Würdige unter den Kopf. 24. In Hamburg wird im ״Ohel“ das Mess, das sich verschoben haben kann, noch einmal ״gerichtV‘ Ausser den Kabronim darf niemand zugegen sein 24. Man gehe nicht vom Friedhof denselben Weg heim, den man gekommen25 .(־. Wenn der Sarg in die Grube hinuntergelassen, zieht einer einen Sack aus dem Sarg hervor und die Umstehenden füllen ihn mit Erde als Kopfkissen für den Toten3). 26. ln den Deckel schlägt jeder, der an der Leichenwaschung beteiligt war, einen Nagel ein. 27. Sobald das Grab geschlossen ist, wirft man Gras hinter sich und wäscht sich die Hände4). 28. Es wird ein Schloss in's Grab gelegt und der Schlüssel über die Umstehenden hinweggeworfen. Einer der nächsten Verwandten oder ein angesehenes Gemeindemitglied muss vom Toten ,,Mechile beten“5). Os. Pol. Das ״Richten“ des Leichnams nennt man ״Kopf verdrehen“. Os. 29. ״Der Leichnam wurde mit einem langen Linnenstreifen auf die Sprossen der Bahre gebunden'5). . Hinterdrein gingen.. nicht selten viele Weiber, die unter fürchterlichem Geheul und Geplärre das Verdienst des Hingeschiedenen und das Unglück der Familie, sowie der ganzen Gemeinde durch den Verlust desselben verkündeten“. 30. Wie in Aschkenas Gras, so wirft man in Polen Steinchen hinter sich. 1Ö. Totenehrung. 1. In der ״Schiw‘o ‘ (s:ebentägige Trauer auch bei den Falascha)7) lässt man ein Licht brennen, ״denn die Neschome kommt allzeit auf das selbig Ort, wo sie abgeschieden is vom Guf un trauert auf den Gufus). Manche stellen eine Schüssel oder ein Glas (so in Ungarn) mit Wasser auf und hängen ein Handtuch daneben zum Bad für die wiederkehrende Seele9) 2. Auch am Jahrzeitstage zündet man ein Licht an °). ף Vgl. Jos. 191. *) Vgl. Wu 350. 3) Ob. 193. «) Vgl. Br. 49. G. I’ 20(3. O Vgl. Maa S. 49a. T. 74. «) Ka 191. 7) Eid. 171. 8) Mi. öob. Vgl• P. 4. Wu 429 Lw. 135. Vgl. Wu 429. (Auch dies gegen die rabb. Vorschrift.) 0ו) Ueber ״Jahrzeit*‘ vgl. G. III, 128, 132. Grünb. 2s5/t>.