Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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92 umherstreicht. Auch sagen Knaben am Bette 30 Tage lang ihr Sch’magebet. 15. In Polen werden der Wöchnerin das Buch ״Rasiel" unter denKopf gelegt und Talismane ״Brieflech״, besonders an Fenstern und Schornsteinen befestigt1), PL Eine Geburt m!t Eihäuten ist glückverheissend2 *). 17. Ein Knabe ist ein Glück für die ganze Familie*). 18. Im Kaukasus4) nimmt man Erde vom Grabe einer Person, welche im Verlauf der letzten vierzig Tage gestorben ist, thut die Erde in ein Glas mit Wasser und giebt davon der Kreissenden zu trinken; hilft das Mittel nicht, so holt man noch einmal Erde, aber tiefer aus dem Grabe und verfährt wie früher (gegen das ausdrückliche Verbot der Rabbinen). 19. Auf die Zettel, die man in Deutschland an den Vorhang des Kindbettes steckte, schrieb man:5) אל□ וחוח חוץ לילית ס^ןר 20 •םנםוי סנמנגלף. Man liest Ps. 20 38.91. 1026). Auch wird der Wöchnerin Ps. 1, auf Pergament geschrieben, angehängt. Drei Zettel aus Hirschpergament legt man ihr, einen aufs Haupt, den anderen in den Mund, den dritten in die rechte Hand; drei bis vier Frauen treten an sie heran und sprechen zwei Gebete: ״Auf mein rechten Fuss tret׳ ich u. s. w.“ Alle rufen: .Amen'. 21. Ein Mann, dessen Frau Kindbetterin, nennt die Lilith nicht, sonst stört sie ihm die Nachtruhe. (In Italien wird alles dies als Aberglaube verachtet) 22. Man giebt einer Schw. ein gemachte Nüsse zu essen H. (Den Biss in den Adamsapfel soll auch die Königin Luise gethan haben ) 8. Tod und Behandlung־ der Leiche. I Die Totenklage geschieht nach bestimmter Melodie. W. 2. Der Tote darf von keinem Angehörigen angeschaut werden. W. 3 Totenbekleidung: ein Hemd, das den ganzen Körper bedeckt, zwei Scherben auf den Augen. Pol. 4. Das Geschrei des Toten, solange er auf der Erde liegt, welches von einem Ende der Erde bis zum andern dringt, hört man, wenn man l) An. 149. 2) Vgl. Wu B57. •) Jos. 204. 4) An. 182. *) Sch II, 6. Vgl. Ka 98 ff. B) Ps. 67 soll, weil er sieben Verse und 49 Wörter und im fünften Verse neunundvierzig Buchstaben enthält, in Form eines Leuchters auf Dawids Schild gestanden haben. Daher diese Form der jüd. Lesezeichen mit kleinen kabbalistischen Betgaben. Z. 149. י) Sch. 11,13. In Frkf. nahm eine alte Frau ein blosses rostiges Schwert alle Nacht ln die Hand; sie sprach : ״Ich mach einen Kreis“ u. s. w. und fuhr mit dem Schwert in alle Ecken des Zimmers, die Schedim zu vertreiben.