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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 88

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 88 (sequence 103)
Language
German
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88 4L Trauungsurkunde wird von einer Brautführerin der Braut in den Busen gesteckt2). Die Uebersetzung in die Landessprache war vielfach üblich, vom Kolbo wird sie verlangt8). Ring. 42. Darauf stand gewöhnlich מזל סוב• Ohne Stein4;. In Cochin5) an den kleinen Finger gesteckt. * F estm a hl: 43. Besonders Milch und Honig. 44. Hier erfolgte erst die Ansprache, während welcher jedoch die Unterhaltung ungestört weiterlief.1) Sy mbole: 45. In Posen liess man einen Hahn und eine Henne über die Chuppo fliegen6). 4ö Der Braut wird nach der Trauung ein rohes Ei vorgesetzt7) oder 47. das Brautpaar verzehrt in einem besonderen Zimmer ein Ei und eine Henne8). 48. Beim ״Bedecken44 wird Hopfen, Weizen oder Gerste auf die Braut bezw. das Brautpaar oder auf den Boden gestreut9). 49 Auch Salz wurde im Hause verschüttet. 50. Nach dem Zerbrechen des Glases eilt die Braut nach Haus. Wer zuerst die Schwelle betritt, wird die Herrschaft im Hause haben10). 51. Beim Einzug ins Heim legt der Bräutigam die Hand der Braut an die obere Thürpfoste, als Zeichen der Besitzergreifung11) 52. Am ersten Sabbat der Ehe (,,Schenkwein44) reicht der Mann nach der Rückkehr aus der Synagoge seiner Frau seinen Mantel, Gürtel und Hut, eine Art Belehnung12). 53. Die nächsten acht Tage nach der Hochzeit geht die Frau nicht aus. (Bad.) 54. Der Sabbat nach der Hochzeit heisst ״Heimführung“. Bad. 55. In Bagdad ,,nennt man die Nacht vor der Trauung Lel-al-Chana. Die Verwandten der Braut versammeln sich im Hause der Eitern derselben und beginnen zu singen und in landesüblicher Weise zu musicieren. Nachdem so etwa zwei Stunden zugebracht sind, nimmt man eine dazu bereitete Farbe (Ghana) und bestreicht damit der Braut und ihren Gespielinnen die Handflächen mit den Nägeln und Fusssohlen bis über die Zehen . Dieselbe 1) G. III. 119. Seh. II, 2. 2) Se. 6. 3. P. H 22. Saf II, 74. 5> Sch. II, 2 Lw. 10:1 6) G III, 119. י) Sch. II, 5. Ki 1*5. An. 145. 8) A. 102 G. a. a. O. *) P. II. 19. 10) Ki 1e5. Vgl. Wu 350. 11) P. H. 22. 12) r 290,

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