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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 86

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 86 (sequence 101)
Language
German
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86 der Bräutigam trug, schlug man um den Kopf der Braut1). 19. Der Rabbiner führte in Mainz die Braut an einem Zipfel ihres Gewandes in die Synagoge2). 20. Mizwe-Tänzchen: man giebt der Braut, um die Berührung mit ihrer Hand zu vermeiden, das eine Ende des Sacktuches, das andere fasst man selbst. Pol. 21. Ring vom Finger ziehen bedeutet: Glück verlieren.3) H. 22. Am Morgen des Hochzeitstages geht der Brautvater auf die Gräber seiner Eltern. H. 23 Zu Ehren der Eltern des Brautpaares fand am Freitagabend vor der Hochzeit ein Festmahl statt, wobei besonders Nüsse4) verteilt wurden (״Vorspiel“). 24. Der Abend vor der Hochzeit heisst in Baden ״Schiflones“. 25. Der Gemeindebauer lud ein ״mit Löffel, Messer und Gabel“. In der That brachten auch die Hochzeitsgäste ihr Besteck mit. Ja, in jeder grossen Familie hatte man solche Bestecke eigens für diese Gelegenheiten bereit5). 25. Zwei Tage vor der Hochzeit: das Me’annesmahl7). Vorbereitungen zur Hochzeit. 26. Den Tag vor der Hochzeit giebt man den Jungfrauen und Junggesellen ein lustiges Mahl, wobei Braut und Bräutigam obenan sitzen. Der Nachbar des Bräutigams reicht ihm ein Glas Wein, nimmt des Bräutigams Arm und legt ihn um die Braut. Das Brautpaar küsst sich sodann hinter einem Hut, ״wie die Juden pflegen aufzuhaben, wann sie in der Synagoge sind“7). 27. Ein Gastmahl fand für die Freunde des Bräutigams zuerst bei der Aufsetzung des Ehepaktes statt (״Knas-Mahl“) und am Freitagabend vor der Hochzeit (״Gastmahl des Brautgeschenkes“ oder ״Spinols, Spinholz *) in Mainz am Donnerstag im Hause der Braut8). 28. Vor dem Hochzeitstage wird die Braut mit Süssigkeiten beschenkt. O S. 29. Der Braut wird am Hochzeitstage frühzeitig ein Stuhl, worauf Betten oder Polster, in die Stube gestellt. Auf diesem Stuhl sitzt sie, während die alten Frauen unter halb traurigen, halb scherzhaften Gesängen ihr Haar flechten9). Der Tisch ist dabei mit Branntwein und Lebkuchen besetzt10). 30. Braut und Bräutigam senden einander vor der Trauung [am Rhein nach der Trauung der Bräutigam der Braut: Mantel, Gürtel und Hut11)] Gürtel. Meist schon am Donnerstag vor der Hochzeit bringt der Rabbiner oder Gemeinde- Vorsteher der Braut die ״Sivlones“12). In Italien und sonst musste sie erst eine Frau dem Ueberbringer abnehmen18) In ■) ». III, 119. *) G. a. d. O. *) Vgl. Wu 881. 4) B 25. ») Ka. 184. Vgl. Wu 414. «) T. 290. 7) Se. 6. «) G 111, 119. ») Se. 6. 10) Sch.11,2. 11) G. I, 29. 1») Symbalon s. Grünb 497. *») G. I, 29•

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