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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 83

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 83 (sequence 98)
Language
German
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83 badet, nach einigen auch: wenn man seine Kleider unter den Kopf gelegt; ferner: wenn man unter einer Kamelhafter oder gar einem Kamel selbst hindurchgeht oder zwischen zwei Kamelen und zwei Frauen, und eine Schwangere zwischen zwei Männern, oder unter einer Brücke, unter der vierzig Tage lang kein Wasser geflossen, wenn man Brot isst, das nicht ausgebacken, Fleisch von der Gabel, wenn man aus der Wasserleitung trinkt, eine Schwangere zwischen Gräbern, wenn man einer Leiche ins Gesicht sieht, nach einigen: wenn man die Schrift auf Grabsteinen liest. Um letzterem vorzubeugen muss die Schrift vertieft sein, und man muss ein Steinchen darauf legen. Grund der Gefährlichkeit: Die falschen Lobeserhebungen machen an dem Charakter des Toten irre. 7. An jedem Neumondstage bringt das Kind dem Lehrer das ״Chaudeschgeld.“ Pol. u sonst. 8 Der Chasidimrebbe weist bei Tisch den Jüngern einen Bissen zu, um den sie sich oft heftig streiten (״Schrajim [Reste] Essen“). Pol. 3. Geburt und erste Lebenstage. 1. Das Neugeborene darf das Wochenbett nicht verlassen, so lange die Mutter darin liegt1). 2. Ein Sefer (hg. Buch) muss unter seinem Kopfe liegen2). 3. Während des Wochenbettes darf bei Nacht vom kinde nichts draussen bleiben, es stört seine Ruhe. 4. Ist ein Toter in der Stadt, so schläft das Kind nicht. 5. Das Kind bekommt in’s erste Bad ein Stück Brot und Zucker. 6 Die Hebamme3) speit in die Wanne, ehe sie das Wasser hineinschüttet, damit die Wanne nicht leer sei. 7. Bis zum ersten Lebensjahre spielt das Kind mit Gott und Engeln. Sie zeigen ihm goldene Früchte. Kann das Kind sie erreichen, so lacht es, geht man damit an ihm vorüber, so weint es aus dem Schlaf. 8. Wenn ein Kind schwer gehen lernt, so soll man es drei Freitage hintereinander durch alle Zimmer des Hauses tragen. 9. Wenn ein Mädchen geboren wird, weinen dieWände4). Beschneidung. 10. Drei Tage nach dem B’rith werden Frauen zu Kaffe und Kuchen (zur ״Schlischemile“) eingeladen. Die jungen kinder- ») Bis 8) von W. 2) Vgl. Wu 356. ») Vgl. Wu 416. ») Vgl. T. 231.

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