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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 82

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 82 (sequence 97)
Language
German
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82 sonst muss man sie nach dem Tode (״als Eduss“) zusammenlesen. Man wickelt sie in ein Stückchen Papier und legt ein Speichen Holz dazu, welches man von Thür oder Fenster oder (so die Bachurim) von dem Tische, an dem man lernt1), abschneidet. Wiss. In Polen wirft man die Nägel mit drei Stückchen Holz hinter den S’forimschrank im Bethhamidrasch. 14. Nägel sind am besten am Freitag abzuschneiden,2) jedenfalls nicht am Mittwoch, weil sie nach drei Tagen, das wäre also am Sabbat, wieder zu wachsen beginnen. 15. Man schneide nicht an einem Tage die Nägel an Händen und Füssen, das schadet dem Gedächtnis. 16. Desgl., wenn sie ״k’seder" (der Reihe nach) geschnitten werden4). Die richtige Reihenfolge ist: Ringfinger, Zeigefinger, Daumen, Mittelfinger, kleiner Finger. Wiss. Fkf. a. M. 17. Man schneide sie nie am Schbesnachtabend. Kiss. 2. Beim Studium. 1. ״Wenn Vater oder Mutter zum Cheder kommen, um zu sehen, wie das Kind lernt, werfen sie von unten (einen Groschen aut die Alef Bes-Tafel, und der Melammed sagt zum Kind: ״Sieh, der Malach hat Der a Groschen geworfen, weil De kannst lernen“. Wiss. 2. Früher beschwor das Kind den Dämon der Vergesslichkeit (Potheh), es zu verschonen5). 3. Am Schluss eines Talmudtraktates, auch sonstiger Kurse, wird ein Sijum gehalten, an welchem sogar Trauernde teilnehmen dürfen6). Aehnliche Festlichkeiten fanden auch beim 60. Geburtstag, bei der Barmizwa und der Hauseinweihung statt. 4. Wenn man eine Stelle nicht versteht, werfe man etwas in die Z’dokobüchse7), oder man vollbringe sonst eine Mizwo (gute That), und die Schwierigkeiten (die ״Schalen" der Kabbalisten) sind gehoben. 5. Bevor man Chulin, Jebamot, Mo‘ed katan lernt, fastet man wegen der traurigen Gegenstände, welche darin behandelt werden7). 6. Fünf Dinge sind dem Studium schädlich8): Wenn man isst, wovon eine Maus oder eine Katze gefressen, oder wenn man das Herz eines Tieres, wenn man oft Oliven isst, wenn man Wasser, mit dem man sich gewaschen, trinkt, die Füsse, einen auf dem anderen, 1) Dies erinnert an die alte Sitte, den Sarg aus de m Holze des Studirtisches herzustellen. P. 16. G. III, 100. Vgl. Maa 112 f. Vgl. Wu. 343 ף Vgl. G. I, 172. *) G. I, 53. «) Lw. 139. ל) Jos. 1B1 b. 7) Jos. 149 b. 8j Horajot 15. Jos. 153.

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