Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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IV. Sitte und Brauch.1' ״. wie wir gethan, wir und unsere Väter.“ Jer. 44, 17. 1. Im Alltagsleben. 1. Beim Benschen lässt man kein ganzes Brot auf dem Tische-) (weil heidn. Brauch), auch kein Messer, weil einer sich das Messer ״ins Herz gestossen״ bei der Stelle: 3ובנה) * oder man bedeckt sie4). Doch Brotkrumen, überhaupt ein Stück Brot, lässt man zurück, ebenso das Salz 2. Das Vergiessen von Oel ist ein günstiges Zeichen5). 3 Man darf das Messer nicht mit der Schneide nach oben legen, sonst schneiden sich die Engel daran6). 4. Bevor man Wasser trinkt, muss man etwas davon abgiessen, sonst trinkt man den Dämon mit, der darauf ruht7). 5. Man esse nicht Suppe ohne Brot8). 6. Salz muss sofort nach dem Tischdecken aul den Tisch kommen9 *). 7. Man soll allezeit aus Höflichkeit etwas für die Aufwärter in der Schüssel lassen11). Daher wird dieser Rest ״Derecherez“ (Anstand) genannt12). (Scheint gegen einen Aberglauben gerichtet zu sein.) 8. Man schlafe nicht auf Hühner13־) oder Taubenfedern und stehe nicht mit dem linken Fusse zuerst auf14). 9. Das Bett stehe zwischen Nord und Süd15). 10. Kindern schneide man die Haare am Rausch־ chaudesch, dann wachsen sie am besten. Kiss18). 11. Kindern unter einem Jahr soll man nicht die Haare schneiden. Kiss.17). 12. In Jemen schneidet einer dem anderen am Freitag das Haar18). 13. Abgeschnittene Nägel darf man nicht wegwerfen, *) Vgl. G. III, 12. 2) Mi 10. Vgl. Wu 292. *) Ki. 55. Vgl. Wu 291. 4) Jos. 22b. Ki 55. *) Jos. 201b. Vgl. Wu 197. 6) Ki 50. Wu 451. 292• 7) Jos. 203b. Vgl. Wu. 293 ®) Jos. 204b °) Jos. 13 Uebcr die Furcht vor dem dreizehnten bei Tisch s. Wu. 197. 0י) Ki 50. Vgl. Midr. Echa 1,1. 11) Vgl. Wu. 362. Ia) Vgl.-Erubin 53. Vgl. oben ״Redensarten“ Nro. 1>:5. 13) Vgl. Wu. 428. '*) Vgl. Wu. 294. *5) Jos. 25b. Wu 293. י«) Ueber die Chalaka, überhaupt ״das Kind bei den Juden“ s. U. II, 5. 34. Vgl. G. I, 50 u. s. und Wu 371. 1T) Vgl. Wu 368. Ein Kind, dessen Haare abgeschnitten werden, bekommt einst den Weichselzopt*. Der Giind (Parech) hingegen, den die Mutter zärtlich pflegt, verspricht schönes Haar. Pol. נ•) Saf. I, 60. 9נ) Israel. Novellen IV, 21.