Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2642950-2642951-2642952--0033-2643029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
18 bezeichnet. ״Mauscheln“ nennt man dieses Deutsch mit demselben Recht oder Unrecht, wie deutsche Mundarten, wie das Frankfurter, das Kölner u. ä. ״Deutsch.״ Deshalb fällt auch in solchen Gegenden das ״Mauscheln“ weit weniger auf, als in dialektfreier Umgebung. Der Vokalismus des Judendeutsch, sowie die Namen der polnischen Juden, wie Laudau, Schpire, M(a)inz, Heilprin u. ähn. weisen auf oberdeutschen Ursprung hin, ,dem wir ja auch den grössten Teil der deutschen Literatur verdanken. Naturgemäss giebt es in dieser, wie in jeder, Mundart verschiedene Färbungen, je nach den vokalischen Verschiedenheiten und nach dem Ueberwiegen fremdsprachlicher (meist archaistischer) Elemente. So unterscheidet man ein Polnisch-, ein Holländisch-, ein Englisch-Deutsch. Aehnlich steht es um das Jüdischspanisch oder Ladino. 4. In Ungarn schwindet das Deutsche unter den Juden immer mehr.1) 5. In Jerusalem sprechen dieSefard. meist spanisch. Nur die Ureinwohner Jerusalems, Moriskos und die aus Tunis, Algier und Marokko sprechen gewöhnlich das Arabische2 * * S. * *). 2) Aussprache des Hebräischen.8) 1. In Samit (Lithauen, Gouv. Mohilew) können die Juden nicht das (Schin) aussprechen. Man nennt das: ״Samiter Sprach.״ Wiss. J) Noch etwa 1433 fand man in Ofen französ. sprechende Juden, die bereits im 14. Jahrh. eingewandert waren. Bergl. 39. 2) N. 36. 8) Ucber die Aussprache der Spanier auf der einen und der Deutschen und Franzosen auf der andern Seite s. Profiat Duran Maase Efod (Wien 18-5) S. 37, 175 f: über die der Christen s. Samuel Berger, Ouam notitiam linguae hebr. habuerint Christiani med. aevi in Gallia (vgl. R. D. E. J. 1894 II.), Bacher, Abraham ibn Esra als Grammatiker S. 54 (vgl. 37, 63), Gl, 38: die englische R.D. E. J. IV, 265 (vgl.XlX,151). Die frühen Beziehungen der Juden zu den Syrern scheinen sich, wie in den Punktationssystemen (s. Geiger in Z. D. M. G. XXV 273), so auch in den beiden Grundtypen der Aussprache des Hebräischen wieder zuspiegeln. (Vgl Brü II. 158 ft' über *ן.)