Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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die w issenscnan in diesen r i dgcu auvu mugoi u«s Wort gesprochen haben,l) was lindert das die Kampfeslust blindwütigen „Rassenhasses? Lassen wir jedoch den verbitternden Kampf beiseite, und betrachten wir frei von Vorurteil das Leben Israels in seinen bunten, wechselnden Gestalten, die doch alle eine und dieselbe unerschöpflich reiche Seele atmen, und es ergreift uns eine Begeisterung, wie sie ähnlich nur das Forschen im Schrifttum Israels uns ins Herz haucht, eine Begeisterung, die wir eine induktive nennen könnten, weil sie eine unwiderstehliche Forderung des klaren Verstandes, der nüchternen Datensprache ist, eine Begeisterung, von der so abgrundtief jene deduktive Raketenbegeisterung absticht, deren Kehrseite Fanatismus heisst. Der Lebenskern Israels, seine Seele, die in innigem Bunde mit seiner Lehre um Israels Besitz die Grenzen zieht, offenbart sich uns hier als ein unzerstörbares Etwas, das wir Volkstum nennen würden, wenn nicht ein abenteuerliches Spiel der Phantasie hinter solchem Worte Deckung suchte, ein Etwas, auf das wir die Bezeichnung „Rasse“ übertragen könnten, wenn es nicht gerade am schlagendsten den Trugbegriff widerlegte, für den man jenes Wort geprägt hat. Oder wie sollep wir anders diese Gemeinschaft nennen, die die äussersten Gegensätze in Wuchs und Gestalt, in Bildung und Beruf, in Charakter und Lebensweise in sich vereint? Einzig, wie der Begriff, ist auch sein Zeichen: „Israel“. „Das Unzulängliche, hier wird’s Ereigniss.“ Doch nur der kunstverständige Blick erkennt im Torso die Bedeutung des Ganzen. So hat man denn auch, von gehässigem Vorurteil geblendet, vom Rumpfe Israels Glieder lostrennen wollen, welche eben diesem Vorurteil den Nährboden zu entziehen vor allem geeignet sind. Zu solchen „Pseudo-Juden“ möchte man z. B. die Karäer machen, obwohl sie selbst ihren ganzen Stolz in ihre Zugehörigkeit zu Israel setzen. Man hantirt hierbei stets mit dem Begriff *) Vgl Grunwald, Zur Volkskundederjuden (S -A. aus d. „Jüdi&chea Presse“ 1897.)