Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1933)
- Date
- 1933-12-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m. m&mti is& ■trl^fMi^j^iUiUk^ i 07.' SeftS3."~ endgültig: Die'-Regierung Hat eine Ühtefslichnhgskömmiö: sion hl -Angelegenheit 'der blutigen Demonstrationen er? nannt, diese werde die Wahrheit feststellen. Die Regierung hat mit der Reform der Getneindegesetzgeburig begonnen und wird diese Arbeit gleichzeitig die Bildung des Gesetz: gebüttgsorgans für das Land vorbereitet. Schließlich1 hat der Oberkömrnissär auf die Bedeutung der Pächterschntz* gesetze für die kleinen Lahdwirte hingewiesen. Kurz« Paläf tinanachricfcten D i e E i n w a n d e r u n g s f r a g e bildete einen Punkt der Tagesordnung der Generalversammlung der .Advokatenkammer in; Palästina. Der Export der Zitrusfrüchte vom der Saison bis Mitte Dezember betrag 843.604 Kistchen. Zwei -Aktiengesellschaften wurden letztens in Palästina gegründet. Die eine heißt ^Mittelländische Schiffs-' & Handelsgesellschaft", die zweite „Elektrische Regeneratoren-Gesellschaft". Eine Werbeaktion veranstaltet die jüdische Arbeiterorganisation Palästinas anläßlich ihres 13jährigen Bestandsjubiläums. Der Meister des Völkshumors iDSe ganze jiMiischJe Wielt feiert hi diesen' Tagerii tfdn 'igroßlön jüdische« 'Humwistön!, Schal omi iAle j'ö Wiem. 50 Jahre si'nld vergamgem, seit Scrralom' Älejchlem zu schreii'b'en b'egonneni hat, 'heute stehen wir vor 'dem W^ndier stesSjes Wiekes' in1 'der jüdischen Literatur. Die Versucht, in der SönMe Schalom lAiejchems .Fleete zu ffnidletix, erscheinen! uns heute; wfe. 'Jöndlich^'hpdhmiuJtigiBS Stammlelia. -Dias' Licht seiperj Schöpfung erleuchtet uinser Dasein/ wk stehleni vor ihm (klopfenden Herzens. Eime Priovinzkritik, die in „Eurapäisrnus", iuirid ^Weltliteratur" machte, . hat Schalom Aiejchem' mit 'dem amerikainlischfcln, AnekdtotenierzäiMier Mark! Twain, vergleichen wfD'llfön. Das! UinvergleicMche im .Wesen SdhMom ÄlejchCäms blieb! ihnen fremfd. Solche Gestalten! wüe Schaibmi Alfejchems sinid >k der Weltliteratur immer einzelne. Ihlhen Igegeniüh'er schie'itenn! alle ästhetischen Kriterien! Literaturwlissensch'aft. Ihre Atnfwien'diu'nig führt! zu Mißdöütuinig rund Mißverstälndi'nlis1. IDie 50 Jahre, die seit diem Talge, da Schäl'oml 'Aiejchem seinie Dichteriäufb'ahfa begon!n|en hat, häbehi Mns von ihm nicht enjtfernt, sie hiärieh. 'uns ihn mi' Gegenteil noch Wähler gebrächt; er ist der. Repräsentant ider jiüdSscheni Literatur ,im der WieltBteratur: In einjern 'kurzen Artikel! läßit sich dier Reichtumdes Werkes Schalom Afejchiems xifri'd seinier Erbschaft nicht laussc'h'öpfen, ja nicht einmal andeuten. Hier! soll' irnun versucht werden, einen! Wiesen szug seines; Schaffens he^orzu'he'ben. Idh' den'ke am das giioteskgespenstische Element, 'das;u'ns hier uwd d'ä in der} gteiäutertem Landschaft Sehaiom Alejcherris dn'tgegeni-i •tritt. , .;: . . •>.;. . .... Schalom RabiniowifeCh 'Kät, wie viele seiner Zeit- (genossen, ein Pseudonym angenommen] und seine! Werkle lunter dbm.Namien Schalom'1 Atejehern' in' die Welt geschickt. Im Lichte seiner Wierke verliert sein! Pseudonym 'den Gharakter der ZuWMgtääM, er wird' Wns zum Schlüssel, der ums das VersföWd'nfö für das Wesen Ides Schaffens seines Trägers eröffnet. IS c hlail oim. ATej ehern. Jurdjiesern1 Namen ist jenes iiihldielfrilierbar Heimatlidh-Ilnlt'ime lenthalten, das) den Wanderer wieder in die Heimat, tnadhl Hause, in den Lichtkreis des Vaterhjaüseis 'bringt. Es ist aber in diesen! Narneln, auch. jeWes mythologische Ritual, jefter. §^lNs!kH|^pi^^sä!ite! Sprung) enthalten, rnlt weichem d?e Juden inl ihrem' Städtche!n 'den Vo'lTmiond feffldrni. . (Im Werke Sohlalom1 AHejchlems kümmert beidfe Elemente zum Ausdruck!. Das intim'-iyrischLidyllis'che; wlnld das grotesk-bizarre. Das erste Element wurdie) vom anderen1 schloni erschöpfend dargestellt. Vom1 zweiten soll hier and'eutuinigsiwieiise(ig|esipir!odheh! werden., ' Die Artleihe bei der romÄisdh-!gesp!e^ Romantik ist für alle großien HumoriisteM .der Weltliteratur c'h'aralkteristisch. Cerva'nües hrat 'das Blzarlm' Phantastische in dem lllusiönis'mlusl des Diöni Quichotte)' Mnld hi der Gestalt Sanchb Pansas lo'bljektiviert'. Bei Dickens wirkt sich1 das Bizarr-Phantastische' in' den, Form (der intermezzüs aus, oder es tritt selbständig! auf, Wie in seinen Weih'nadhtsgesdhidh'ten. A^hhlich! wie bei Dickens finden' wir auch beim' deutschem Humoristen Wilhelm Rate seine neälistfedhjeln! Novellen) lund Romane wa 'pha'ntastfeoh'-romantischeni Gestalten} iumid Bildeim1 durchsetzt. Bei 'den russischem' Humioiiisteni Tsch'ech'ov und Gogol geht realistisches und lüfearrnphantastisches Sdhlaffen parallel. Biei Sch'alomf Aiejchem finidefn wir wie W allen großew Humioristen' Nei^ulnjg zum B^arr-PhtoastfeChfe!n,. Dias Bizarr Groteske realisiert sich ibei Schalom Alejch(em' m| vielen Erzählungen, die nieten sieben' lyrisch-h'umbristischen Werken entstanden , sind. I(ß-Mi mrtm. zwei Ecm&üigw 'Sch^fe^ $fejchems erinniern; m ,,D,|e' kommen'de' Wfelt" und >'pm Geschichte, ohne Ende". Dies sind zwei klassische Beispiele der VeraWkerung'^eS' Schaffens unseres großen Dichters in der Romantik. > Izchkk; Man'ger. Probleme der j^emjfeiini^^^un^ \ Die Fürsorgezertfrälfe tief Wiener Kiillusgfemeinde hat in; sehr dankenswerterweise fü-f Montag^ äen 18. d. eine Besprechung der an der Berttfsumschictituhg < interessiertert jüdischen Institutionen und * Org^.nisaliöfieb einberufen. Diese Besprechung diente dem-^weöke der gegenseitigen. Information über dk> Tätigkeit und die Absichten der vertretenen Organisationen ~auf dem Gebiet der ßerafotimschichtung und dem Vrcrsilchj eine Vereiriheitlichung und Konzentrierung parallel gericKteler Aktionen Vorzubereiten; Unsere Organisation war durch Geh. Mi Singer vertreten. Im Verlaufe einer mehrstündigen. Diskussion kamen eine große Reihe von interessanten und aktuellen Frageri zur Sprache. Da uns;der Platzmangel verbietet, schon heute ausführlich zu diesen Fragen. Stellung' zu 'nehmen, wollen wir nur über den Inhalt der Diskussion) berichten. Die Redner behandelten sowöhl; die Berufsumschichtung als Vorbereitung der Einwanderung nach Palästina., als auch die Notwendigkeit der; Berufsumschichtuhg für die Judert in der Galuth, auf; deren Notwendigkeit •auch von zionistischer Seite hingewiesen wurde. Als Aufgabe und Ziel der Bemfsümschiehtung in der Galuth wurde interessanterweise fast ausschließlich der Uebergang zur Landwirtschaftpropagiert. So schlug Herr Nathan Po Hak (Union deutschesten*. Juden) die Schaffung einer jüdischen Siedlung vor^ ein Projekt, däs Herr Pollak bereits im Detail ausgearbeitet hat. Die Siedlung soll in Form eines geschlossenen Siedlerdorfes nach Vorbild der Leopoldauer Siedlung der .„Gesiba" durch die Siedler selbst errichtet werden, eventuell in. Verbindung, mit dem freiwilligen Arbeitsdienst oder dürch die Mitarbeit von Chaluzim. Herr Pollak glaubt; daß bei intensiver Gartenwirtschaft eine Fläche von 1000 Quadratmeter pro Siedler genügen würde, um den Lebensunterhalt einer vierköpfigen Familie sicherzustellen. Die Finanzierung der Siedlung soll durch ein zu schaffendes Kuratorium prominenter Persönlichkeiten erreicht werden. Bis zur Errichtung der Siedlung sollen folgende Vorarbeiten geleistet werden: Erstens die Propaganda durch Vorträge und Versammlungen, insbesondere in der jüdischen Jugend. Zweitens ein dreimonatiger theoretischer Unterricht in den Fragen der Siedlung und der Landwirtschaft, geleitet, von Fachleuten, als die HeiT Pollak allerdings nur Nichtjuden finden zu können glaubt. Schließlich eine mehrmonatige praktische Ausbildung in einer eigenen jüdischen Lehrfarm. Herr Pollak teilte auch mit, daß sein Projekt sowohl in Kreisen der Regierung, als auch bei den jüdischen Gutsbesitzern bereits bekannt sei und Billigung gefunden habe, so daß deiner Verwirklichung nichts im Wege stehe. . Auch Herr Präs. Dr. Löwenh'erz berichtete von einer großen jüdischen Siedlungsaktiön, die knäp'p vor der Durchführung steht. Es handelt sich um eine Nebenerwerbsiedrung für. 100 Siedler, die von einer Gruppe jüdischer Industrieller organisiert " wird. Jede Siedlefstellö soll : einen jährlichen Ertrag von i etwa 1000 Schilling; ergeben, Wobei sich die'. Industriellen verpflichten; die Siedler in Heimarbeit mit einem jährlichen Verdienst von etwa 1400. Schilling1 zu beschäftigen. Herr Pollak übernahm es,, sich . mit' dieser Aktion zwecks: «gemeinsamer Durchf ührung der weiteren Arbeiten in. Verbindung zu setzen. Von Interesse scheint es uns; daß ein Redner für diese* Siedlungen die: Durchführung gewisser, kollektiver Wirtschaftsformen nach dem Vorbild der palästinensischen und russischen Siedlungen vorschlug. Herr Hirsch (Verband radikaler Zionismen) ßfopagierfe die Vervveridühg des freiwilligen Arbeitsdienstes für die Umschichtung der jüdischen Jugend auf landwirtschaftliche Berufe durch die Schaffung eigener jüdischer Arbeitskompagnien im Rahmen des allgemeinen freiwilligen Ar: beitsdienstes. Eine Arbeitsgruppe von 20 Jugendlichen des Verbandes radikaler Zionisten werde schon im Jänner im Einverständnis mit der Regierung in den Arbeitsdienst eingeteilt, werden. Von der politischen Seite dieser Frage wurde nicht gesprochen. Von. den nicht auf landwirtschaftliche Berufe gerichteten Vorschlägen für die Berufs Umschichtung in der Galuth, wollen wir eine Mitteilung des Herrn Präs. Dr.? L öwenherz hervorheben, daß die Kultusgemeinde seit zwei Jahren Stipendien ausschreibe für jüdische Mädchen, die sie vollkommen kostenlos bei Deckung ihrer Lebenskosten zu Krankenpflegerinnen ausbilden. will, gegen die Verpflichtung, diesen Beruf dann in den Anstalten der Kultusgemeinde auszuüben, ohne daß sich bis heute Bewerberinnen gefunden hätten. W e i t e r s d i e Mitteilung desselben Redners, daß die Kultusgemeindeseitlangemvergeblichgeprüfte jüdische Kindergärtnerinnen mit Arbeitsrecht in Oesterreich suche. Soitens einiger Redner wurde die Errichtung eigener jüdischer Lehrwerkstätten propagiert, bezw. angekündigt. Ks ist aber bemerkenswert, daß sich Herr Dir. R o z a (Lehrlingsheim Zukunft) sehr pessimistisch darüber aussprach, Abgesehen von den Schwierigkeiten, die die Behörde der Errichtung von Lehrwerkstätten mäche, sei auch ihr Nutzen fraglich. Von den Absolventen des Lehrlingsheimes, die alle manuelle Berufe erlernt haben, kann fast keiner in. seinem gelernten Beruf Arbeit finden, so daß das Lehrlingsheim froh ist, wenn es einzelne in der kaufmännischen Branche unterbringen kann, und viele Absolventen sich ■ dem Hechaiuz anschließen. Der Grund hiefür sind diey sö weit verbreiteten, aber ganz unbegründeten Vorurteile, die bei den jüclisefren Gewerbetreibenden und Industriellen gegen die EinStellung jüdischer Arbeiter bestehen. In dieser Hinsicht war es erfreulich, zu hören, daß das so lange versprochene und von unserer Organisation mer wieder energisch gVörderU iVnlrale* ju^iscne" 'Arbeitsamt, das^die früher.tf$ verschiedenen^Vereinen?bestehenden Arbeitsnachweise, vereinigen tintf ausbauen soll, endlich seihe Tätigkeit 'aufgenommen hat.' '' „ ' Iri der Diskussion iiber die Berüfsäüshildiing der t\alastihawanderet spielte heben der landwirtschaftlichen Ausbildung' auch die handwerkliche eine gr&ße Rolle. So erklärte der Vertreter( des Hectialüz, Ing. Gräber, 'daß der Hechaiuz uh'ge'acHtet seiner prinzipiellen Revorzugiing der landwirtschaftlichen Ausbildung, doch äüch dem Erlernen der produktiven Städtischen Berufe große Aüfhierksäm^eit widmen niüsse; Dazu zwingen söwöhl 'die! .tiedürfhisse Palästinas; als. auch die beschränkten. Ahsb'iidty^smögtictikeifen itt Oesterreich auf landwiHsckäHlichem Gebiet. Obwohl es dem Hechaiuz gelungen ist, die £ahi seiner land- Wirtö'chafUichen Arbeitsplätze sehr zu vef'gxößefh,. ist. doch infolge der ungeheuer gestiegenen Mitgl,ie"derzahl der Progentsatz der landwirtschaftlich ausgebildeten Cnaltizim nicht hoch. Von den übrigen noch .nicht auf lalidwirMchaftlicher Hachschärah gewesenen Chaluzini, haben, nuk etwa ein Viertel einen produktiven; für Palästina brauchbare*! Beruf. Besonders schwer sei die Lage bei deh; Mädchen, , von denen beiriähe 90 Prozent berufslos sind oder einen für Palästina nicht brauchbaren Beruf haben! Der Mechätuz hoffe die- Zahl seiner landwirtschaftlichen 'Arbeitsplätze! noch vergrößern zii können; da das Urteil über die Arbeitsleistung der bhaluz'im im Allgemeinen senr zufriedenstellend ist', was auch von einigen anderen hednern, erwähnt wurde. Der Hechahiz glaubt auch durclt die Schaffung ■ jüdischer Siedlungen neue Arbeitsmöglichkeiten' für " Gßaluzim zu erhalten: Eine Lösung im großen Mäßstab wäre" aber nur die Errichtung einer eigenen Chaiuzlehrfarm, wie sie bereits in anderen Ländern bestehen. Mit einem kapital von etwa 100.000 Schilling köniie eine Farm für- 200 bis 250 Chaluzim errichtet werden, die auch in kapitalistischem Sinn rerltabel sein würde: Der Hechaiuz habe auch die geeigneten Fachleute zitr Leitung, einer' solchen $ Lehrfarm. Zu dieser Frage äußerte sieb auch der Vertreter der deutschen Emigranten, Herr Wiener, der den Plan einer kleineren Gartenfarm für etwa 10 Leute vorlegte, in der deutsche Emigranten zusammen mit österreichischen Chaluzim arbeiten sollen. Herr Langer (Judäa) berichtete von dem immer wachsenden Bedürfnis in der Studentenschaft, einen produktiven Beruf zu erlernen und auf Hachschärah zu gehen. Frau Feclerh-Lifschitz (WIZO) betonte ebenfalls die Schwierigkeit der Ausbildung der Mädchen, die nur durch die Schaffung eigener Mädchengruppen bei der landwirtschaftlichen Ausbildung zu lösen sein. Die Errichtung einer eigenen Mädchenfarm im Rahmen der Wizo stehe vor dem Abschluß. Frau Federn, erinnerte auch an die Gründung des jüdische^ Jugendhilfswerkes, das derzionistischen Jugend auch Möglichkeiten zur ßerufsumschichtung geben werde. .• Dazu erscheint die Aeußerung von Herrn Rabb. K aminka (Israelitische Allianz) beinWkenswert, daß geradein der Hachschärah keine Zersplitterung, der Tätigkeit wünschenswert sei, sondern sich ^alle dahingehenden Bestrebungen im Hechaiuz konzentrieren müßten. Ueber die Frage der Ausbildung von Chaluzim in städtischen Berufen berichtete Ing. Grab er, daß irr den meisten, in Betracht kommenden Berufen nur die praktische Arbeit als Volontär im Betrieb von Wert sei. Leider scheitere diese meist immer an der Unmöglichkeit, von den Betriebsinhabern die Einwilligung zur, Aufnahme von Volontären zu erreichen. Auch die Versuche, Mädchen in größerer Anzahl in jüdischen Küchen oder in Gärtnereien volontieren zu lassen, sind dem Hechaiuz bisher nicht, gelungen. Einen neuen Weg zeigt die Anlernung einer vorläufig kleinen Gruppe von Chaluzim in einer mechanischen Weberei mit Hilfe der I. ß. K. Der Hechaiuz;hat auch),einen Plan für, die Ausbildung von 50 Leuten als geschlossene Gruppe in den bekannten theoretisch und praktisch .geführten Arsenalkursen ausgearbeitet^ wobei sich die Kosten einschließlich gemeinsamer, Wohnung und Lebenshaltung auf nur 90 Schilling monatlich pro Mann stellen würde. Der Plan wurde für deutsche Chaluzim aufgestellt, ließe sich1 aber bei vorhandener finanzieller Deckung, auch für je'de andere Gruppe durchführen. Für einige Berufe käme die Ausbildung durch Fachlehrer in Kursen in Frage; so führe der Hechaiuz mit Ertolg einen praktischen Kurs für Anstreicher und einen für Maler. Herr Rabb. Fischer schlug die Ausbildung von Chaluzoth als Volontärinnen in den großen Badeanstalten zu Wärterinnen und in : Privathaushalten zu hauswirtschaftlich ausgebildeten Kräften vor. Die Wizo berichtete von einem erfolgreich durchgeführten Kochkurs und einem Plan, Kurse für weibliche Schuster und Fliesenleger zu veranstalten. Die Judäa führt bereits einen Kurs für Fliesenleger, der allerdings sehr teuer ist. Auch hier scheint Nes uns, daß eine Vereinheitlichung dieser Ausbildungstätigkeit in einer Organisation von Vorteil wäre. Der Fürsorgezentrale ist es jedenfalls gelungen, durch diese Aussprache ihren Zweck, eine Uebersicht über alle Bestrebungen der Berufsumschichtung bei den Juden Wiens zu gewinnen, voll zu erreichen. Die Fürsorgezentrale hat es übejnommen, auf Grutyd der Berichte zweckmäßige Vorschläge' zur Vereinheitlichung und Ausdehnung , der, vorhandenen Aktionen und Pläne auszuarbeiten "und darüber einer später einzuberufenden neuen Konferenz zu berichten. Auch wir werden noch Gelegenheit nehmen, zu diesen für die arbeitenden jüdischen Volksmassen zu wichtigen Fragen Stellung zu nehmen und unsere Meinung zu •einigen hier aufgeworfenen Problemen darzulegen. R. R.