Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1933)
- Date
- 1933-12-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4. LiäUtkjs iiHmiter. 29. Dezember 1«Ö3 fcji '<**•», ■ ttrj^i*-" Aus dem Buch Sottm* Ptotä 'Und so begann diettn Rabbi Chija mit den Worten: «Und es sprach JHWH: Siehe ein Volk und e ine Sprache allen." Auch siehe wie geschrieben ist: „Und .es war, als sie auszogen vom Osten", das heißt vom Ursprung der Welt, „da Üandlett sie" — einen Fund Männlich von der geheimnisvollen Weisheit der Urzeit, dde abgeworfen, worden war vom Oesehlechte der Siindflut, Mit ihr e f Hilfe bemühten sie skh am Werke der Auflehnung gegen den All* heiligen. Und merke, wie geschrieben ist: „Siehe ein Volk und eine Sprache allen." Weil sie eines Herzens und Gedankens sind und in der heiligten Sprache sprechen, kann ihnen nlicht Verwehrt werdieg, was* sie ersannen, auszuführen. Was tat darum der Allheilflge? Er verwirrte ihnen die leitenden Wesensstufen oben, undi die Sprache^ unten, dadurch wurde ihr Werk unmöglich. Solange sie eines Herzens und Sinnes waren und in der heilagjem Sprache redeten, konnte selbst das himmlische Gericht keimte Macht über sie übeii, Um wieviel mehr gilt diesi für uns und die Gefährten* die sich mit der Thora «befassen und eines Herzens und Swines sind. Sprach Rabbi Josse: Von hier ist zu entnehmen, daß die Uneinigen keinen Bestand haben. Denn solange die Menschen e imes Herzens und Sannes waren, — selbst wo sie skh gegen den Allheiligen empörten, konnte das himmlische Gericht keine Macht über sie gewinnen. Erst als sie sich „spalteten", heißt es: „Und JHWH zerstreute sie Von dort." Sprach Rabbfl Chiija: All diesem ist zu entnehmen, daß alles1 vom Worte des Mundes abhängt, dehn als dieses im Verwirrung gerät, heißt es sogleich: „Und es zierstreute sie JHWH von dort" Aber von der Zeit der Zukunft wird gesagt: „Denn damals werde ich den Völkern die Sprache in ,eime geläuterte verwandeln, daß sie alle den Namen JHWH's am/rufen und Schulter an Schulter Ihm dienen." Und desgleichen: „Und es wird JHWH König sein über die ganze Erde, 'an jenem Tage wird JHWH einzig sein und Sein, Name einzig." Gesegnet JHWH in Ewigkeit, Amen, Amen. Poesie Wir öffnen die Augen : ' ■ ■; . Und schauen die Räder r*^ Des heiligen Wagens, u"> Hinrollentd im Zuge. Und Stimmen Gesanges, Die Labsal dem Ohr sind Und Warane dem Herzen, Zieh'n auf und) miedier, Doch nicht sich vertierend'. Da faßt', ein Zittern Myriaden Scharen: Beginnen Gesänge Von unten nach oben ^ZitöfeM©niie^^ Die einen verharrend, Die andern sich sammelnd Zur Rechten im Scharen, Vierhundertundfüinfzag Tausend die Herrscher, Die sehenden Meister. Und die da verharren, Zwei .andere Schärens Kreisen um sie. Zur Linken hundert Und fünfzigtausend, Die Herren des Weinens. Aus ihrer Behausung Hallt Weinen und Heulen: Ihr Anfang und Ende Ist das' Gericht. Dort walten bei offenen Büchern die Richter. Zu dieser Stunde Erhebt sich bei ihnen Der Herr desi Gerichtes Und waltet des Thrones, Solang das. Gericht währt. Die Sänge verstummen. , Dann kreisen der Rechten Sehende Meister, Und achtziehntausend Andere Scharen Lassen Posaunenrufe, die tränen> losen, erschmetterm Das macht erzittern Die Herren des Weinens — Doch hallet zunn zweit Der Hall der Posaunen, Verstummt auch das Weinen. Ifl'itftX'*- >% r «7? TV \- Z*r.hf y'-Ht. w"V ' }.J."~VJ r /'Ör •■• Die beiden Auszüge entnehmen wir dem Buche: „Der Sohar. Das heilige Buch der Kabbala." Nach dem Urtexth herausgegeben von Ernst Müller. Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien. In einer der nächsten Nummern werden wir das Buch besprechen. K-'Al ,4 :Ü •' Dann waltet der Heft Dös anderen Thfortev Des Throns der Versöhnung, Und nennt den erhab'nen, Den heiligen Namen, Den Namen, der allem Erbarmung ist.. Da stimmen mit Ihm Die Herrscherwesen Der heiligen Räder, Und Myriaden Singen und sprechen: Gepriesen die Würde Des Herrn andem heiligen Sitz der Scheehina, Dem Garten, Verborgen In hundertfünfzig der Welten, Wo Glanz der Sehechiwa Aus Glanz steh erzeuget, Und Glanz strömt von hier "Nach allen vier Sehten,, Daß Dasein skh aus* dem Glänze ergründe. Er dehnt sich zu allen Unteren Wesen: Dies wird der Garten Eden genannt. Zum zweiten wieder Hebt an der Alte, Der Walter des Ganzen, Und nennet den Namen, Und alle beginnen Auf dreizehn Pfaden Der Liebe Ihm nach. ' ■' ». Wer sah da die Starken, Die Höchsten der Hohen: Die heiligen Reigen Erbebend, erschwankend In angstvollem Schauder, Lobpreisen, lobsiingen Dem heHgen v Namen? Vortrag Dr. Weinreich Der Leiter des jüdisch-wiBsenschiaftlichen Instituts, Dr. J. Weinrekh hielt kürzlich , im jüdischem Volksheim einen Vortrag über eine Forschungsarbeit, die soeben von diesem; Institut in Angriff genommen wurde. Es handelt sich um eine Untersuchung der spe^ifüsichen Schwierigkeilten des jüdischen Jugendlebens. Der Redner hat eine Darstellung der Methode dieser Untersuchung gegeben, die versuchen wird, die, .,gj^mte; Pe^nljc^ wird 9kh sowohl vom assimilatorischen Standpunkt, der jede zusätzliche Schwierigkeit der jüdischen Jugend leugnet, als auch vom chauvinistischen Standpunkt, der alle Schwierigkeiten derselben aufi ihr jüdisches Sein zurückführt, distanzieren. Jedes Kifod ist an .sich vom Gefühl der Unsicherheit erfüllt, das sikh dlurch; die Zugehörigkeit zur benachteiligten Sondergruppe der jüdischen Gemeinschaft verstärkt. Zu diesen Schwierigkeiten kommen im Jugendalter noch jene, die in der Pubertät und der Eingliederung in die Berufsarbeit wurzeln. Der Vortragende gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß diese Untersuchung des jüdisch wissenschaftlichen Institutes auch von allgemeinem Interesse seijn wird. Der Vortrag hinterließ auf das sehr zahlreich erschienene Publikum den stärksten Eindruck. Schalom Alejchem-Iteier Am Donnerstag, den 2%. d. M. fand eine! große! Schalom- Alejchem-Feieir statt. Eine feinsinnige Analyse des" Schaffens des Dichters gäb Helrr Mosche Groß. Den Höhepunkt des . Abends hildete die Rezitation Herz Großbarts, dessen Vortragsleistung unübertrefflich und selbst im deutschen Sprachgebiet unerreicht ist; Einfflhrungskurs Ober Geflügelwirtschaft mit Rücksicht auf die < 'palästinensische Wirtschaft, verbunden mit Demonstration von Lichtbildern und Exkursion in eine Geflügelfarm. Kursleiter: Ing. Rob. Grad. Kurszeit: Dienstag, 2. Jänner* Mittwoch, 3. Jänner, Donnerstag, 4. Jänner, Samstag, 6. Jänner, und Sonntag, 7. Jänner, jeweils pünktlich von 20 bis 22 Uhr. Kurslokal: Jüdisches Volksheim, II., Blumauergasse 1. Anmeldungen nur schriftlich'Tnoch' bis 1. Jänner 1934 beim Hechaluz, XX., Kluckygasse 1. ■ ' JLmtliche "V erlautbanmg-eii der Israel. JBIultusffemeiiide "Wien '! i. Stellena.usschreib ung. Bei der Israelitischen Kultusgemein de Wien gelangt die Stelle"' eines Cbordirigenten mit 1. Februar 1934 zur ' Besetzung. Die Bewerber um diese Stelle haben nachzuweisen: 1. Die österreichische Bundesbürgerschaft; 2. ein Alter bis 30 Jahre uiid ihren sittlich religiösen Lebenswandel; 3. ihre* musikalische, theoretische und praktische Ausbildung und Betätigung als Dirigenten von Synagogen-Chören; 4. die Kenntnis der liturgischen Gesänge und ihrer Literatur; 5. ausreichende Kenntnisse im Hebräischen, sowie der gottesdienstlichen Einrichtungen. Der Kultusvorstand behält sich' vor, bei besonders guter Qualifikation die Dispens von der Altersgrenze zu erteilen, ferner die Kenntnis in der Liturgie und im Hebräischen durch eine Prüfung des Rabbinates feststellen zu lassen. Gehalt nach Uebereinkommen. Die Bewerber haben ihre gehörig belegten Gesuche bis längstens Montag, den lö. Jänner 1934, bei deir Amtsdirektion; der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, einzureichen. Deir Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Wien, 24. Dezember 1933. (Nachdruck wird nicht honoriert 1) * ' ' Ignaz Blumenfeld-Widtnuflg für Bildhauer, Maler und Musiker. (Beiwerbungsausschreibung.) Anzahl der Plätze: 1 im Betrage von S 200.— für einen Musiker. Bewerbungsberechtigt sind: Der Musik sich widmende israel. Jünglinge (junge Männer) mit besonderen Anlagen und bereits bewährten Leistungen. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatsschein, Mittellosigkeitszeugnis, Fach'zeugnisse; K u n s t b e ilagen sind erst über Verlangen des Vorstandes zu erbringen. Letzter Tag der .Einreichungsfrist: 15. März 1934. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, Tür 16 (Fürsorge-Zentrale). Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Wien, 15. Dezember 1933. Zur Bewerbung sind Gesuchsbögen zu verwenden, welche in der Fürsorge-Zentrale unentgeltlich) zu beziehen sind; die Gesuchsbögen enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. i * . < <; PredigtenundSchrifterklärungenln den Gern ein de- und Bezirkssynagogen Freitag, den 29. Dezember 1933, werden bei den um 3 Uhr ,55 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4, Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang; II., Tempelgasse' 5, Oberrabbiner Doktor I. Taglicht; IIL, Untere Viaduktgasse 13; Rabbiner Doktor K. Kupfer; V., Siebenbrunnengasse 1 a, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer; VI., Schmalzh'ofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A.'Weiner; XVI., Hubergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach; XVIII., Schopenhauerstraße: 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse . 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Samstag, den .30. Dezember U933, beim Hauptgottesdienste . Schrifterklärimg: XX., Iöubkygässe 11, Rabbiner Dr. -B. Murmelstein. G,-a si-t p*-ä4i]^#:vj-Freitäg. den 29. Dezember , 1933, hält, im Gemeindetempel> XV., Turnergasse 22, bei. dem um 3 Uhr 55 Minuten,'- beginnenden Abendgottesdienste Herr Rabbiner Dr. Augapfel (Insterbürg) eine Gastpredigt ab. . .. . . , f ' '* ■ - '■ ' Aenderuagen im Parteisnverkehr der Fürsorge- Zentrale Aus organisatorischen Gründen hat das Präsidium der israel. Kultusgemeinde Wien verfügt, daß bis auf weiteres der Parteien verkehr in der-Für sorge-Zentrale nur an den Tagen:;Mont'ag, Mittwoch, und :Fre:itag in der Zeit von 9 bis 1 Uhr stattzufinden' hat.;■ * '■.'■■■'>'■■■■ ■ i ■ > Israelitischer Jugendgottesdienst Samstag, den 30. Dezember 1933, findet in allen Gemeinde- und Vereins-Syna'gögen der' Jügendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Vi' Die Kleider-Stelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren. B e k 1 e idungsgegen ständen jeler- Art, Wäsche, Schuhe us w. für Männer, Fragen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung , erbeten an die Fürsorge-Zentrale der israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, Telephon U-25-5-85, welche die Abholung veranlaßt. ...... Lebensversicherungs-Gesellschäft PHÖNIX Aue dem Jahresbericht 1932: Ver8fcherungsbestand Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahlungen an die Versicherten S 2.728,000.000'— 179,000,000'— . 527,000.000"^-. , 60,000.000 — Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsche« Keich, TscHechQBlovaltrecht Republik, «eiden, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn Holen, Jugoslaviei., Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien. Türkei, Tunis unc Aegypten. ' Gedenket Oer Winternotstandsaktion Oer Geld* und Naturalspenden erbeten an die Fürsorge-Zentrale der Isr. Kultusgemeinde Wien, I„ Seitetistettengasfe 2, Telephon ü-25-5-85 Serie, Postsparkaissenkonto B-29-659. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortliche* Redakteur: Anna Wieselberg, Studentin, Wien, II. Bezirfc, Sterneckpl, 22/10. Druek: „Adria", Wien, II., Taborstr. 52 b.