Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1933)
- Date
- 1933-12-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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tsMäLLi ■nrteßw Ott jirfpcBiA^bijter. 7. DeAlHi^' *?' 4 » Schlag immer ihlher neuen Heimat eingegliedert. Es ist selbstverdaß zwar der erste Schlag immer gegen den besitzlosen ständlich, fckft sie, „die hierzulande Wurzel gefaßt Teil des JudenturnÄ^führt vird, daß sie, JedocfMin Iefc-ter ||]»uinu3fl^ nÄß» l^Ä'ftkhMfer6rschont hleibet^^en^ » gäi^Ütig tffe Weltkrilei ztt ttern TruYrfmefMufe|Ö "*fiief *rwätiM* t$Mk vP-artei ein^-imge^ Site* etfistigen Existenä^zum ä&ol uteri Nichts Ifeing Aurijgftbe.;Diese' fatetfhe erkennend, oblieg eiÄ^* iKwER-O-t-wi f l/^_t1_£ i_i,-l___ _f2.il' .1. Am«. ^IV-Si-i . .__«. „«,__» _fs»Ja <• i Ä'.i.V^ .--Übt «. '.. kÄett! VfeRi diteer luden sih& durch <%ion Führu^ jm K^ipf . f ä^ die AuWöä der^diska» mlhiiehe Staa$bürge]t geworden, vktejtf. di^hidffc: Arbeiter itftd A^steÄ aus'dem ProdukllonspId^eB . und jäteutsäneti Schtllbesu^x-:^A^<^d*''sAM w.«-*.!--». „.jj**- ~n~~A :u**& Dif-.t-.-_j. _...«_.-_.____nL±____.£_«-_.____v&* |-Kfflfej.hein Schlllbesudfcnach^sen konftten,^urdC;gegei_ iJw-Ää Boykott /t& Aurfinahjnen zu fifernÄen.^ w ^ÄttfnalMä t» die< PfÄt;?'Uen Mahnef\ '? ün&!>'' J.^cl W^^er W^-'Virkf Sieh dfcäe Abtehifting ifBf'dW ter hfl' *—^ " ,rt-^:.»A...:Jj..i-; UfM /-1_-_v»* i-.inc.ai« T i« *4 r_i*v _*)?_•*_ M #-___ •«_-.-<-. l*:_u_ I!_*l* _*.._-_ Kinder dieser Juden aus, die nunmehr polnischen Staatsbürgerschaft sind,;\un<i verurteilt sind, . j.gev duldete Arbeiter^ :2Ü ^dh'., Um aus diesem Zustand der (bedingten Berufsausübung herauszukommen* haben diese jüdischen jungen Menschen! von der Möglichketi, die Wiener Landesbürgerschaft und damit autornsttisch1 die Österreichische Staatsbürgerschaft zu er-, langen, Gebrauch' gemacht und haben so die Unsicherheit ihrer Lebensgrundlage! •überwundeair ' 2 Durch eine neue Notverordnung der Österreichischetl Bundesregierung ist diesen Weg nunmehr abgeschnitten'. Nach dieser recht wortkargen Verordnung! „darf die Lamdesbürgersch'aft an Ausländer . nichl} ,:mehr* verliehen we^den,,^ sei denn, daß. die Bundesregierung die Verleihung im Einzelfalle als im Bundesinteresse - (gelegen . jbezeichhet^ Di(e Regierung; ffedchnet als den Zweck dieser Verordnung die :tEifts;ch'rä"nkung der Einbürgerung. Es scheint;^1h,s;,';als)öb dies eihe allzu bescheidene Kennzeichnung! 5; des;rech'tsj^ölitischen Zieles dieser Verordnung wäre, '•';;dä(-Sie-''docK'';wohl praktisch' die, Einbürgerung fast fünmögjich11 miacht.^ Dehn wie selten, mag es vor- :'k(öriimen,1 daß es im Staatsinteresse Öesterreichs He-. ' gen wird,!daßi ein Einzelmensch1 österreichischer 'Staatsbürger wird! Arbeiter und Angestellte dürften» zu diesen Bevorzugten kaum gehören. Und jüdische Arbeiter und Angestellte? Eine Regierung, deren Führer die Umgestaltung Oesterreichs in einen 'christlichd e u t s c h e n Ständestaat proklamiert haben/'wird bei der Einbürgerung von Menschen jüdischer Abstammung wohl weitgehende Zurückhaltung üben! Für viele Juden dieser Städ't bedeutet diese Notverordnung einen wichtigen Einschnitt in ihren. Lebenslauf. Sie haben in ihrem Lebensplanen fest mit der Erwerbung der Staatsbürgerschaft gerechnet. Die ."Normalisierung des Lebens dieser! jüdischen Menschen Üst nunmehr unmöglich, die Tragik ihrer Lage gesteigert. Jüdisches Angestelltenschicksal ... Unter obigem Titel hait aisch ein. von» M. P. gezeichneter Artikel in der Ausgabe vom 24. November 1. J. .mit der Lage des Arbeftsmarktes ydier jüdischenAngestellten 'beschäftigt. In diesem Artikel berührt M. P. dänkenswerter- * weise ein Kernproblem der Partei, "nämlich die, Existenzfrage eines, großen Teiles unserer Genossen in Oesterreich., , Schon auf unserer letzten Generalversammlung habe . ich dien Versuch unternommen, auf die Gefahren hinzuweisen, die gerade der jüdischen Angestelltenschaft sowohl in den privaten, ,als auch insbesondere in den halböffentlichen und öffentlichen Betnieben drohen. Ich haibe dabei insbesondere , auf dien Tatbestands hihgewiiesen, daß ein jüdischer .Arbeiter . oder Angestellter, einmal arbeitslos geworden, kaum mehr . Aussicht hat, im Produktionsprozeß wieder unterzukommen. .,Die Erfahrung lehrt, daß seit dem Beginn des Hitlerregimes in DeL-tschland, das zeitlich (mit dem Beginn des autoritären Regimes in Oesterreich zusammenfällt, sich auch bei uns ein..— um das häßliche Wort zu gebrauchen — Gleichßcha-ltungspfozeß bemerkbar machst Der Herr Vizekanzler ..Feyhat in-mehreren Kundgebungen die Mitteilung gemacht, daß.nunmehr ein Reinemachen beginnen muß. Er stellt sich rdieses -sö, var, daß tan Stelle der marxistischen und unvergeßlichenElemente <He „vatedandstreuen" Arbeiter und, Angestellten in die ,Betriebe eindringen müssen und erst wenn alle Vateflandstreuen versorgt sind, dann werden auch die anderen drankommen. Die Unternehmer haben darauf pirompt reagiert. Sie fordern bei den paritätischen Stellennachweisen ausschließlich Arier an und unter diesen .suchen, sie erst die „VerlaBlichen" heraus. Der jüdische Arbeiter und Angestellte bletibt somit von jeder Vermittlung ausgeschaltet. ■ Die Regierung geht aber noch einen Schritt weiter. So hat sich eiiner der letzten Ministerräte mit der Frage dar Vergebung der Investitionen aus dem Erlös der Trefferanleihe befaßt und beschloß, diie Investitionen nur an diejenigen Firmen zu vergeben, die eihe ^vaterlandstreue" Arbeiter- und Angestelltenschaft beschäftigen. Die derzeitigen preßgesetzlichen 'Bestimmungen lassen eine nähere Erörterung nicht zu. Soviel kaltim nur gesagt werden, daß man sich über die Bedeutung diesies Beschlusses keiner Täuschung hingeben darf. Wieder werden eine Reihe jüdischer Arbeiter lind Angestellten ihre Arbeitsplätze den arfechen Kollegen abtreten, müssen, ohne jegliche Aussicht, im absehbarer Zeit im' Produktionsprozeß wieder unterzukommen. Der jüdische Unternehmer, in erster Linae berufen, hier einzugreifen und das Schicksal« der jüdischen .Arbeitskräfte zu lindern., sucht , sich / gleichzuschalten. Er iet .darauf streng bedacht, dem " herrschenden Kurs seine „Vaterlandstreue" zu beweisen, um, \ wie er glaubt, dem 'Antisemitismus bei seiner- Türe Einhalt zu gebieten. Die 'jüdischen \Uhiternehnier gehören^ daher zu- ' me|st zu den erstej», icLIe den Wink von „oben"* verstehen, und''befleißigen sich, diesen w> rasch als ihöglich zu be- •; loligen; Sie geben 'sich' asr^hein)enid:''!äer falschen Hoffnung hin, daß sie auf .Kosten und) auf den Rücken der jüdischer! arbeitenden Masse, ihr Geschäft retten werden können. Sie Jftaben aus der Geschichte noch imiwer nicht gelernt, Kampfe um die Produkttvierung der jüdis'chen Massen abzugeben. J)eshalb muß akh die Partei in erstieg Linie $rt diie jüdliiscben Arbeiter tütd. An? Lgestellten wenden und ihreen y.um Bewußtsein bringfen, um wases eigentlich bei diesem Kämpf geht Sie muß 'ihnen aufzeigen, daß dieser Kampf in ihrem ausschließlichen und ureigenstem Interesse gelegen ist und je mehr sie sich um die Pättei scharen w'erden, ye mehr sie diese mit dem iwirklöchen Kampfgeist erfüllen werden, um so mehr wird «ö ajiseh der Partei geinten, ihne Interessen zu vertreten. Wichtige Aufgaben stehen der 'Partei bevor. Sie wird in der nächsten Zeit vor lallem dafür zu sorgen haben, daß endlichi das Arbeitsamt An der Kultusgemeinde geschaffen wird,. Soll jedoch dieses \ seine Funktion wirklich t erfüllen, so wird id'ie Partei — und darüber darf man sich' nicht' täuschen, daß es bei der jetzSgien Einsteööh^ der jüdischen Uflterhehme^fft. leichl seit. ,w_äI dfefÄuffäfe Älfen, Mi älfen il^zV Verftftörtg ^nered€fi Älft/ühd'lCräftÄ dafür. Iii sorgetfv.^aß die jüdfechert, Ünf^elilrfer iti^ erster Linie m VewlÄ gebfätik werden. I& dM nifiht geschehen, •daß m piir^ FeigheÄr undi^ÜnvefÄünflder Üntferhehmer einerseits und^VerfrtändMslosi^eit tfet Pfötetariet aiiderseits ffl!ä.Ih|ge ßj-Sstenlen scltükilösi vei^chtef-.v^rdteft. Ei' wird detfrjpäftei obiIe#ön, eifk.ganze-ftöihe von'Kömponentett^ür die Sache zu interessieren, so vor allem die jüdischen Konsumenten und darüber, hinaus, alle anständigen Menschen, denen,das Schicksal def jüdischen Arbeitet und Angestellten Verständnis abzuringen vermag,! ' *'; bie Erfüllung ktäeser Aufgaben hängt von den Betroffenen selbst, von der breiten Masse der jüdischen Arbeiter und Angestellten, ab, Die Partei muß sie um sich scharen, sie rufen umd schulen*. Denn nur ein geschultes und bewußtes Proletariat, ist limlstande, sein Schicksal zu beeinflussen. In dem Maße, als .ihr das gelingen wird, in demselben Maße wirdi sie (ihrer eigenen Aufgabe gerecht werden. Die große jüdfeehe arbeitende Masse zu sammeln, sie mit ihrer Lage (vertraut machen und sie zu einem kämpfenden Faktor erziehem, das eist diie aktuellste Aufgabe der Partei; - ' b. s. 1929—1933 Die Entwicklung des Palästinaaufbäues Die letzten Ereignisse in Palästina haben uns wieder Der Staatshaushalt der Palästmäregietung zeigt von vor die Grundfragen der zionistischen Bewegung gestellt. Jahr zu Jahr steigende Ueberschüsse trotz Rückzahlung Insbesondere ist es das iProblem des Einflusses der jüdialter Anleihen. sehen Kolonisation auf; die Gestaltung des arabischen „r. , , , Q T , Lebens, die zur Diskussion steht. Eine Uebersicht über W'r sehen also, daß die Juden auf die blutigen Gedie wirtschaftliche Entwicklung des Landes dank der jüdi- «fhehnisse des Jahres 1929 und ihre tragischen pohUsche« sehen Aufbauarbeit gibt uns-die Möglichkeit einer Orien- F°lße^ ^vf hohter Einwanderung (trotz Beschrankungen) tierung über diese folgenschwere Probleme. I und, ™^tQ* Kapitaleinfuhr antworteten. Sie bauten auch« ö 6 ... [ weiter ihre landwirtschaftlichen Positionen, aus, insbesondere- Inden letzten fünf, Jahren sind 72.000 neue Ein w andie Orangenpflanzungen, vergrößerten die Industrie, entderer ins Land gekommen; die jüdische Bevölkerung, die falteten die Bautätigkeit und brachten das ganze Land Ende 1928 155.000 betrugV hat sich um 83.000 auf 238.000 zu wirtschaftlicher Blüte. Hand in Hand damit ging eine vermehrt. Das ist eine iZunahme um fast 50 Prozent, bedeutende .Vergrößerung und Aktivierung des Außenhan- Die Juden haben ungeheure Kapitalien ins Land,dels und ^gerung der Staatseinnahmen, gebracht. Das Ausmaß dieses. Kapitalzuflusses ziffernmäßigr Und dies alles zu einer Zeit, die die Wirtschaft zu bestimmen, ist vorläufig noch äußerst schwierig. Bealler kapitalistischen Länder der Welt von einer ungeheuren Krise geschüttelt sieht; in einer Zeit des Verfalls von Landwirtschaft und Industrie und der Stagnation jedweder Bautätigkeit; in einer Zeit, in der das Außenhandelsvolumen fast aller kapitalistischen Länder auf ein Drittel ihres ursprünglichen' Umfanges* eingeschrumpft ist und diie» Regierungen vor leeren Staatskassen' stehen. ,; -'v ^.r-,\ ■'< i••'•;*•*)! 'TSy ->:ioV iv.fjD, fit;?;) Diese Periode ist auch in allen umliegenden arabischen w.........._______________ ______ ______ _______ ____ Ländern, wie Transjordanien, Syrien, Irak und Aegypten, Sie'S eine Periode wirtschaftlichen Verfalls. Auch hier notleierworbenen neuen Bodens betrug 723.000 Dunam; davon dende Landwirtschaft und Stillegung: vorhandener Industnen, erwarb der Keren Kajemeth zirka die Hälfte. (Dies ist Außenhandf^^ Verwaltungen eine Vermehrung des< jüdischen Bodenbesitzes um nur 10 Prozent, gegenüber einer Bezeichnend sind folgende Ziffern: Einwanderung von Kapitalisten (mit; zumindest 1000 PL Kapital): - Im Jahre 1931: 233 ,. Im Jahre 1932:. 727 , ' . ' «Ausmr.uü niIm^L';:Halbjah]3n>1933: 531»^.^! \:yt., In den... Monaten' Juli und August: 650 also ein immer stärker werdender Zufluß jüdischen Kapitals. völkerungsVermehrung von 50 Prozent!) Während in fast, al^en kapitalistischen Ländern der Welt die Landwirtschaft eine Krise in einem nie gekannten Ausmaß durchmächt, verstand das jüdische Palästina, seine landwirtschafilichen Siedlungen zu konsolidieren und auszubauen. Die „Tuwah'', die Verkaufsgetiossenschäft der jüdischen gemischten Wirtschaften; ''erhöhte trotz mehrmaligen Sinkens der Preise ihren Umsatz von Jahr zu Jahr. Im Jahre 5690 (192^/30) 139.000 pal. PL; im Jahre 5693 (1932/33) 200.000 : pal., PL, dabei kann der Verkauf an Produkten sämtlicher jüdischer gemischter Wirtschaften auf 250.000 pal. PL geschätzt werden. ' Orangen Pflanzungen nahmen »inen ungeheuren Aufschwung. In jüdischen Händen befanden sich im Jahre 1926.17,000 Dunam, im J^hre 1933 120.000 Dunam. Auch die jüdische Industrie zeigt eine schöne Entwicklung. Das in den jüdischen Unternehmungen investierte Kapital verdoppelte sich seit dem Jahre 1930 und beträgt jetzt zirka 4,600.000 pal.r Pf. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 11.000 auf 18.000, davon zirka 13.000 Industriearbeiter. Der elektrische -Stromverbrauch im Lande stieg von 5,3 Millionen KWh im Jahre 1930 auf 11,5 Millionen KWh im Jahre 1932. Die Bautätigkeit nimmt riesige1 Formen an. Es wurden investiert in Bauten (öffentliche und private): Im Jahre 1928 : 692.000 pal. PL; im Jahre 1932:2,946.000 pal. Pf.; dieser Betrag dürfte sich im Jahre 1933 verdoppeln. Und dies alles nur dank der jüdischen Einwanderung. Daß dieser Fortschritt des jüdischen Aufbauwerkes auch auf den Außenhandel des Landes und auf das^ Regierungsbudget seine Wirkung ausübt und damit zu einer Wohltat für das ganze Land wird, ist selbstverständlich. Der palästinensische Außenhandel betrug: Einfuhr: Ausfuhr: pal. PL 1928 : 6,8 1,5 1932: 7,8 2,4 : In den Monaten Jänner—April 1932 : 2,1 1,5 In den Monaten Jänner--April 1933 3,2 1,8 Bei der Beurteilung der Vergleichszahlen ist zu beachten, daß der Wertsturz des engl. Pfund bedeutend überkompensiert wird durch das riesige Fallen der Weltmarktpreise seit dem Jahre t9J8,?Jas bei manchen Rohstoffen 60—70 Prozent' des urepräniiiehen Preises beträgt. um das Gleichgewicht des Staatshaushaltes. Ist es nun möglich, daß diese Blütö.ftes jüdischen Palästina für die arabische Bevölkerung nur Schladen -und Vernichtung be^ deutet? Das Einströmen von' zehntausenden jüdischen Einwanderern vergrößert die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere nach' Gemüse, Eier, Geflügel usw., die die, nicht in entsprechendem Tempof erstarkende, jüdische Landwirtschaft nicht befriedigen k a n n. Der arabische Bauer und Gärtner findet nun . in den wachsenden Städten lohnenden Absatz seiner Erzeugnissei. Der arabische Besitz an Orangenpflanzungen vergrößerte sich von 25.000 Dunam im Jahre 1926 auf 80.000 im Jahre 1933. Wäre dies deir Fall,: wenn nicht jüdische Initiative und Organisation diesen Zweig der palästinensischen Landwirtschaft so entwickelt und Märkte»'für die Jaffa-Orange in aller Welt erobert hätte? Der arabische Arbeiter verhältnismäßig hohe Löhne beansprucht und dadurch auch automatisch das Lohnniveau der Araber hebt. Und daß die, dank der erhöhten jüdischen Aktivität, gesteigerten Einnahmen der Regierung den Arabern mehr zunutze kommen als den Juden, ist eine bekannte Tatsache. Hiezu einige charakteristische Nachrichten aus palästinensischer Presse der letzten Zeit: „Den durch die Mißernte betroffenen Fellachen werden Steuernachlässe in der Höhe von 100.000 PL gewährt." „Dem Jaffa-Distrikt wird angesichts der Mißernte eine Anleihe von 55.000 PL gewährt, zwecks Ankaufs von Samen und Verteilung unter die Fellachen" usw. Und die in der letzten Zeit sich vor den Unruhen mehrenden Nachrichten aus Transjordanien und Syrien, die, von gewissen judenfreundlichen Strömungen in diesen Ländern sprechen, sind bezeichnend genug. Woher, denn doebi der «Widerstand gegen die jüdische Einwanderung? Die Bodenkäufe der Juden in den letzten vier Jahren in der bescheidenen Höhe von 123.000 Dunam sind für die arabische extensive Landwirtschaft von keinerlei Bedeutung. Und daß die Juden an der Dürre, die die arabische. Feldwirtschaft in den beiden letzten Jahren heimsuchte, nicht schuld sind, bedarf wohl keiner besonderen Beweise. Welche Kreise der arabischen Bevölkerung sind an einem Einstellen der jüdischen Einwanderung interessiert? Interessiert sind die Großgrundbesitzer, die mit Recht vom Eindringen europäischer Zivilisation und Kultur undi insbesondere vom Erstarken einer sozialistisch gesinnte» Arbeiterschaft eine Revalutionierung ihrer in Unwissenheit ■:l