Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1933)
- Date
- 1933-10-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sdte 2. Der j0diach$Arbeiter. 11. Oktober *933 Aufruf für dem Jft>*f«t Jtrl Ii j Ii dem! Der Zionistische Kongreß hfert die Sammlung für dem Mihi Arlosioroff beschlossen!, ein Siedlungswerk! zum Gedächtnfe Chaim Ar losioraffs zu schaffen!. Ein: Drittel der Sammlung wird für den Boderfkäuf durch1 den! Keren Kajemeth, zwei Drittel werden für Zwecke der Ansiedluti'g durch1 den Keren Hajessodverwendet werden. Feierlich' hat der Kongreß alle Zionisten aufgefordert, irt dieser gemeinsamen Aktionder natb-< Malen Fonds und der Zionistische Organisation durch schaffende Tat das Andenken1 Arlosoroffs zu ehren:, der im so tragischer Weise uns entrissen' worden1 ist. Mit der Durchführung dieser Aktion1 wurde ein Zentralkomitee mit dem Sitze im Prag betraut. ... Zio triste n! Diesem Beschluß! des Königresses, dieser Aufforderung! zur Tat gilt es jetzt, die Verwirklichung folgern zu lassen1. Kerem Hajessod und Keren Kajemeth' vereinen! sich' diesmal nicht nur, wte es immer geschieht, in der Arbeit des Aufbaus fon Erez Israel1, sondern auch1 o$ero im der Satnmltmg zu einer einheitlichen und gesch'lossenien1 Aktion, vn Cftadm Arlosoroffs Namen ein bleibendes Werk neuer Siedlung in Erez Israel erstehen zu lassen. Chaim Arlosioroffs Andenken wird und muß allen! Juden — ohne Unterschied der Richtung — teuer sein, die dessen eingedenk sind, daßl er in der Jugendkraft seiner Jahre von uns ging, mitten aus seinem zionistischen Werk, erfüllt von entschlossenem' Willen zur Durchführung großer zionistischer Pläne. Das Siedlunigswerk, das seinem Andenken geweiht ist, soll und muß vereinend wirken. Art alle Juden ergeht daher unser Ruf! Jeder Judie", der fühlt, wie sehr neue Siedlüngstätigkeit in Erez Israel nottut, damit das jüdische Volk allüberall wieder Hoffnung schöpft, ist aufgefordert, an diesem Werk, mitzuarbeiten. Die Exekutive der Zionistfecfteni Organisation' und der Jewäsh1 Agency. Direktorium des KereW Kajemeth1 Lejisroel. Direktorium des Keren Hajessod. Die EinwanderuDgspolitik der zionistischen Exekutive Referat Jizchak Gribibaums in Wien. — Scharfe Sprache gegen Misrachi. — Exekutive wird der Regierung ein neues Einwanderungsgesetz vorschlagen. Dieser Tage weilte in Wien der neue Leiter des Elnwanderungsi-Depiartiements %ler zionistischen Exekutive in Jerusalem Jizchak Griünba'um. Man weißt, welchem Kampf es auf dem Kongreß um die Person Grünibaums gegeben h'atte. Man weiß;, daß' , die B-Gruppe der Allgemeinen! die Wiah'l des Radikalen Grünbaum in die Exekutive a'uf keinen Fall zulassen wollte iund daßi es der Entschlossenheit iund( Festigkeit des Arbeiterflügels zu verdanken, ist, daß die Radikalen durch ihren; bedeutendstew Führer in der Exekutive vertreten sind'. Den Ausführungen Grümbaums kommt umso größere Bedeutung zu, als es die erste Antrittsundl Prograimmrede desLeiters der EinKvainderungSabteilungi der zionistischöni Exekutive ist. Grünbaum führte' unter landerem aus: Die Verwirklich'unig dies Zionismus ist ein Prozeß von Einwanderung iuwd' ^otonisattoa Die wichtigste! Schwierigkeit in der Einwanderung Mdet d$e Tatsache:, daß, der Schlüssel' zu den Toren' Palästinas! nicht in den Händeni der zion. Organisation, sondern' 'bei der Palästina-Regierung liegt. Die Einwanderungs^ Politik der. Regierang entspricht keiineswegs den Bedürfnissen der .jüdischen Massen. Das jetzt tierrn sehende ilEiinwanderun'gS'gesetz •muß abgeändert) werden iund dfe Exekutive wird der Regierung den Entwurf .eines :öi euen Einw.an dern ngsge-. s e t z e s n in t ie r b r eIi t e in, dias den tetsächliriien' Nöten der jüdischen Massen entsprechen soll. Das Zertifi- •kiatenSystem muß, ebenfalls eine Aenderurag erfah'ren. Die, Palästina-Regierung erteilt Zertifikate für Leute im Alter von 18 bis 35 Jahren. Aber die meistern jüdischen! Handwerker und 'Fachleute, die wir für Palästina brauchen,' haben das 35. Lebensjahr (Überschritten!, warum sollen sie nicht auch1 nach Palästina gehen dürfen? Ebenso die 'jüdischen Kleinuntern mlehmer, deren Aufgabe es Ist, die polnisch-jüdische; Kleiniindustrie nach1 (Palästina m verpflanzen, erreichen erst zwischen 40.—55. Lebensjahr ihre volle Tatkraft. Die Exekutive wird also Zertifikate auch1 flür Leute fordern, die im Alter zwischen 35 nwd 55 Jahren stehen. Ebenso falsch ist die Beziehung] der Regierung znr Frauieneinwanderung. Bisher konnten Frauen nur als Arbeiterinnen zwischen1 18—35 Jahreni oder als Frauen von Männern mit Einwanderungsrechi: ins Land kommen. Aber es gibt viele alleinstehende arbeitende Frauen (Witwen', Geschiedene, u. a.), ohne oder mit kleinem' Kapital', die das 35. Lebensjahr bereits iü'berschritten haben, und denen nach den bestehenden Gesetzen die Einwanderung lunmöglich1 ist. A u c h ' f ü r diese Kategorie v o n F r a u e m wird man" Zertifikate fordern nftissen 1 In der letzten1 Zeit kommen zu den zionistischen Instanzen jüdische Kreise und erklären: Wir sind 'keine Zionisten, wir sind aber Juden; — dürfen wir Wicht nach Palästina? Diesen antworten wir: Ihr müßit keine Zionisten sein, und wenn ihr jetzt von den Früchten unserer Arbeit genießen wollt — bitte sehr, fo^ber eine Bedingung stellen wir: helft uns am Aufbau mit, nimterstützt die überpartei- I s c h'ie in ni a Hon a 1 e n Fonds! Die Mitarbeit an den Palästina-Aufbaufonds ist die Vorbedingung um die Früchte der Aufbauarbeit zu genießen. Und wenn die ,Misrachi den K. K. L. und Keren Hajessod boykottiert, dann ist das nicht mehr Opposition, sonde rn Verrat am Zionism us! (stürmischer Beifall.) Opposition gegen eine Exekutive1 ist berechtigt, sogar scharfe, konsequente Opposition, verbrecherisch aber ist es, an den Pfeilern des Zionismus nnd des'Palästinäufbaues zu rütteln! Das ist nicht Opposition, das ist Verrat! Die gegenwärtige 'Exekutive ist nicht zusammengesetzt von Mensch'em1, d5'e sich1 solcnein Verrat gefallen lassen werden. Wir wierdein die MisracM fragen: Wenn ihr die nationalen Fonds boykottiert und sabotiert, wit welchem Recht wollt ihr von den Einwanderungsmöglich^eiten genießen? Wenn ihr den Palastinaaufbau bekämpft — mit welchem1 Recht sitzt ihr in den Palästinaämtern! wrtd nehmt Zertifikate? Dieser Zustand kann nicht geduldet werden, die Misrachi Ist zu weit gegangen' und wird sich1 ziuriückziehen m üssen, dam it die Exekutive nicht gezwungen ist, die Misrachi zum Rückzug zu zwingen. Zum Schluß seiner Ausführungen wendet sich der Redner mit einem warmen Appell1, endlich' mit dem Mifal-Arl'osoroff zu beginnen. Er konstatiert, daß Wien in dieser Hinsicht noch 'nichts geleistet habe; das müsse nachgeholt und erfolgreich! durchgeführt werden. „Mit dem Gruße des Arlosoroffmordes" Ein revisionistischer. Mittelschüler in Palästina richtet an seine Kollegen ein Schreiben! eine photographiische Wiedergabe'dieses; Schreibens War im ,,Dawar" und im „Wort" zu sehen) in. Angelegenheit der Schule. Ein Teil dieses Briefes ist der politischten Lage gewidmet. Dieser Teil beginnt mit den Worten: „Mit d em Grusse des Arlosoroff-Miordes und der Befreiung von Stavsky, Rosenblatt und Achi-Meir____" und schließt mit dem Satze: „Sorge dafür, daß! auch1 Chawer B en- G iu r i an m i t e i n e m Walben Kg. Bl'eä beehrt werde." •Wir erachten es als 'überflüssig, diese Registrierung zu kommentieren. Die Worte sind deutlich1 genug. Wir wollen nur an1 jene Zionisten, denen die Bewegung, der Palästinaaufbau und die Erziehung der Jugend noch1 was bedeuten, die Frage richten: Erkennen sie noch1 immer nicht, wohin dieser vom1 Re^ Visiondsmus eingeschlagene iWeg führt? Sehen sie. noch immer nicht ein, daß hier eine ungeheure Gefahr, für die zionistische Idee und Bewegung lauert? Erkennen sie noch1 immer nicht, daißl fcs hoch an der Zeit ist, alle anidiereni Streitfragen ruhten zu lassen, um die jüdischen Eltern und die jüdische Jugend vor diesem Weg, der in den Abgrund1 führt, zu warnen? Leben in Palästina <mmmninummiiiiüiiHiiim»iiiiiiiMniiminmihiiiiMuiimuim Arabische Hitlerhemdem —grün? Die „Nationale Liga" in Damaskus bereitet eine Konferenz im Libanon vor, in denen die Vertreter arabischer Länder eine große faschistische Bewegung in die Wege leiten sollen. Das Nest des arabischen Faschismus in Palästina ist Beth Lechem, sein Führer ist der Redakteur einer arabischen Zeitung. Die Bewegung trägt grüne Hemden. Ihre Fonds-Arbeit. Ein führender palästinensischer Revisionist, Dr. Benjamiroi, erklärte, er werde in Tel Awiw, statt für den Keren Kajemeth für den „Stavskyfonds" spenden. (Den die Revisionisten geschaffen haben, um die „Unschuld" der des Arlosoroff-Mordes Beschuldigten zu beweisen.) Schulung von Arbeiterinnen sichert der durch den Rat den jüdischen Arbeiterinnen eröffnete zweijährige landwirtschaftliche Vorbereitungskurs in der Mädchenfarm in Jerusalem.' Eins Lehrerkonferewz der in der Histadruth organisierten Lehrerschaft wurde nach Tel Awiw einberufen. Aus eigener Kraft. Die Arbeiterbank (Bank Hapoalim) gewährte im vergangenen Jahre Kibbuzim und Kooperativen Darlehen in der Höhe von 41.791 engl. Pfund. Jüdische Arbeiter-Musik. Die Kulturkommission der Histadruth organisierte ein Quartett von aus Deutschland nach Palästina gekommenen Kräften, das im Laufe des Jahres 30 Roiteerte m den Arbdterskdhwigein geben wird. Nichts zugelernt. Das arabische Blatt „El Jaama" veröffentlicht einen Boykottatifruf für die Frühjahrsmesse in Tel Awiw, 1934. Neue Positionen. Ein Stuttgarter Arzt (Dr. F. Bonem) eröffnete in Palästina ein Sanatorium. — In Tel Awiw wurde eine Fabrik „Menorah" zur Erzeugung elektrischer Luster erreichtet. — Der (palästinensische Aerzte-Verband schuf eine Nachweisstelle für ärztliche Posten zur Information der Neueinwanderer. — In Ramat Gan erstand eine Fabrik zur Erzeugung von Sprungfedern (für Polsiterwaren, Autobusse etc.). — 350 Blecheimer täglich werden von einer neuen Eimer- Fabrik erzeugt. Wer wundert sich? Nach einem Bericht des deutschen Konsulates in Palästina wurden zwei jüdische Polizisten in Tel Awiw diszipliniert, da sie sich geweigert hatten, die Hakenkreuzfahne gegen die Angriffe des Publikums zu verteidigen. Neue bnternehmungen in Palästina Die offizielle „Palestine Gazette" veröffentlicht ein Verzeichniis von 14 neuen inländischen und 2 neuen ausländischen Aktiengesellschaften, die im September in Palästina registriert' wurden. Außerdem wurden zwei Kooperativen (eine Bau und eine Meliorationskooperative) und 9 Handelsfirmen gegründet. Die zwei ausländischen Aktiengesellschaften, die ihre Tätigkeit jetzt beginnen, betreiben das Versicherungsgewerbe. Fortsetzung des Verhörs von Stavsky Rosenblatt und Achi Meir Während des letzten Verhörs hat Stavsky erklärt, daß zwischen dem gegen ihn geführten Prozeß und dem gegen den Leipziger Reichstagsbrandprozeß gerichteten Londoner Prozeß eine Aetinlichikeit bestehe. Auf eine Frage des Angeklagten antwortete der Prokurator, daß er bestimmte Beweise dafür habe, daß Stavsky in der kritischen Nacht in Tel Awiw gesehen wurde. Achi Meir hat dem Gericht einige von ihm verfaßte Aufsätze vorgelegt, in welchen er für die Anwendung friedlicher Methoden eintritt. Erfolg des Arlosoroff-Siedlungsfonds in Palästina Seitens dler Exekutive der Histadruth Haowdian (allg. Arbeiterförderatian Palästinas) wird mitgeteilt, daß bis zum 15. September für den Arlosoroff-Siedilungsfonds 16.000 Pfund aufgebracht wurden; etwa 23.800 Palästinaeinwohner beteiligten sich an der Aufbringung dieser Summe. Die Sammlungen werden in einer Massenversammlung im Jordaratale ihren Höhepunkt finden; dort wird entschieden werden, wie die Leistungen für den Arlosoroff-Fonds am besten zu organisieren sind. 2703 jüdische Einwanderer im Juli nach Palästina Nach den offiziellen statistischen Daten, die jetzt veröffentlicht wurden, sind im Juli nach Palästina 2807 Personen eingewandert, darunter 2703 Juden. Unter diesen waren 437 Kapitalistein. Neu erschienen i Lehrbuch der hebräischen Sprache „Schliem" „Frage mich" von Isak Herzberg Konversation, grammat. Uebungen und Hebr.-Deutsches Wörterverzeichnis. Beste Methode zum Selbstunterricht. Ueberau erhältlich. PREIS S 1.80 Uerlag JOSEE BEftE, Wien, l.f Rabensteig Nr. 3 12. PAG- Führung: Ing. Seiden ab Wien 24. Oktober 1933 Saloniki — Volo — Piräus — Alexandrien — Port Said — Jaffa — Haifa — Beyrouth — Tripolis — Cypenn — Rhodus — Piräus — Volo Saloniki D-Zug / Speisewagen / Hotel / Auto / Gepäcktransport 2- bis 4bettige Außenbord-Kabinen, gute Verpflegung Tagsüber Aufenthalt in den Mittelmeer-Hafenstädten. — Zusammen ab Wien bei 2. Klasse Schiff S 440.- Rückfahrt kann in, Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten werden! Die bequemste, genußreichste und billigste Pa' lästinareise; Prospekte durch: „PR6" pcg. Gen. m, b. Ii., Wien, Vi., Capistrang. 2 Sprechstunde nur Dienstag bis Freitag 9.30 bis 12 Uhr. Tel. B 25^3-81. Schriftlichen Anfragen ist intern. Rückporto beizulegen. ' :; ' ' ' ■o s» )»: «/» H dS§ > 30 m