Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2. Der jüdjsche Arbeiter. 1. September 1933 jS&e UnteB^tziflig xfittd das Wohlwollen der Welt. Wir appeUierm an die Welt, daß sie ums ihre Unterstützung leihe, .dteton es handelt sich um ein Weltproblem, das alle Volker angeht. Diese Frage gehösfc daher vor eins ittternatian^ I^rum. Vielleicht wird eis1 nöt% sein', daß ein erheblicher Teil der deutseihen. Juden; mit Hilfe der Eegierumg xmdi des Völkerbundes im geordneter Auswanderung nach anderen Ländeam, vcoaugsweisei nach Palästina geht. Bsf ist symbolisch, daß diesier Ruf der Schwanenglesbing (unseres iinvergeißlichen Chajim Arlosoroff war. Schleunige Hilfe ist notwendig, denn das1 Uebel muß an dier Wurzel gefaßt werden. Bsi liegt mir fern, im JudenfskMcjkfsal ,d|er Diaspora nur dunkle Schatten zu sehein. Es ist Mar, daß das Judentum mit seinem Zentrum im Palästina kauchi in der Vertreibung die Möglichkeit einer großem menschlichen Entwicklung in sich trägt, wenn es sich unter dem Banner Zioms als ein Volk von Brüdern vereiinijgt. Enge Verbindung allen jüdischen Parteien in dein verabhiedenein Ländern, natürlich im Rahmen des' Ge- (abtzeö, lumjd einigende Solidarität ist' die unmittelbare Aufgabe, die dem Weltjudentum bevors'teht. „Die Leidenstage", schloß Slofkjolow, „werden alles:, was sie kosten, wert sein, wenn sie es vermögen', unserem ganzen Volke die Schuppen1 von den Augen zu reißen und es1 zu belehren, Idtein Kern der Tragödie zu eirfasjsen und demgemäß zu hau fcllaltn!. Die (geblteigerte Not sei ein Sporn zun Sammlung futold Vetrean%ung aller unteerer Kräfte. Sie seil alle unter Zionisi |Bann|ea, vereinigen und auclh die Gleichgültigen begeistern ... Je größer und geschlossener unsere Organisation ist, um so größer und) stärker wird auch das Veratotwfcailitngjsigetfülil (dtejetn sein, die für sie zu sprechen luinld zu Jtordefrn wagen. Bewaihren Sie die jüdischen Herzen fvor Verzagen und Selbstaufgabe, erinnern Sie sie daran, daß dafa jüdische Volk gerade jm Unglück immer seine siäJrksten |Kräfte zu erlangen veTmocihte." Hierauf hielt Dr. Arthur Ruppin sein Referat über Se ß h a f t m a c h ung deutscher Juden in Palästina, in welchem er praktische Vorschläge zur Ueberführung von deutschen Juden machte. Nach gründlichem Studium der Lage in Palästina sei in den bestehenden Siedlungen noch für 1000 Familien Platz.' Ueber diese 1000 Familien hinaus kann, eine landwirtschaftliche Siedlung, erst erfolgen, wenn neuer Boden gekauft worden ist. Für die Aufnahme der gesamten 200.000 Einwanderer -werden außer Palästina auch andere Länder in Betracht kommen müssen. Von diesem Kongreß soll die Parole ausgehen, die die Juden der Welt, ohne Rücksicht auü ihre Richtung zu einer einheitlichen Aktion, aufruft, und in den deutschen Juden die Hoffnung erweckt, daß es aus ihrer Not noch einen Ausweg gibt.; Anschließend an diese Referate wurden dem Kongresse die Deutschland-Resolutionen vorgelegt. Präsident Motskin erklärte, daß die Resolution der Mehrheit die Frucht langer Arbeit der Deutschiland-Kommission sei. Die Revisionisten beider Schattierungen hatten je eigene Resolutionen eingebracht. Die von der überwältigenden, Mehrheit des Kongresses angenommenen Resolutionen haben folgenden Wortlaut: Die Deutschland-Resolution v Der XVIII. Zaionistenkongiieß, versammelt in Prag, erachtet es als. seine' Pflicht, in seiner ersten' Willenskund1gefbung .seine Stimme zu erheben unid selmer Erschütterung* über das tragische Schicksal der deutschen! Juden und seiner lEntrüstung über ihre Entrechtung und1 Entehrung Ausdruck ,zu geben. Nach einem Jahrhundert der Emanzipation der Juden und der Anerkennung der Gleichberechtigung eines jeden Volkes und Individuums im Rahmen des Staates ist es im gegenwärtigem Deutschland soweit ge- .ktommietal, .daß eine halbe Million Judetm ihrer elementarsten Entrechtung ^hd Entwürdigung" Üjexi Juden Deutschlands1 ein Ende nehmen wind. Abgesehen davon, daß die Geschehnisse ^in Deutschland! einen der wertvollsten Bestandteile dies jüdischen' Volkes und der zivilisierten Menschheit in seiner Existenizmoglichkeit zu vernichten drohen, be- Idfeutet ,die Erschütterung deff Daseins-Möglichkeiten der jüdisbhen vGemeinschaft eines Landes die Gefährdung der Existenz aller anderen jüdischein Gemeinschaften der Welt. Es ist daher die selbstverständlichste! Pflicht den Selbsterhaltung .des/ jüdischen Volkes, den Kampf gegen die Entrechtung der deutschen Judeuheit als die gemeinsame Sache des gesamten Volkes zu führein'. Aus dieser Erkenntnis heraus hält eis der 18. Zionüstehkongreß ,für notwemgig, neben' dem Protest gegen (die Geschehnisse in folgende Forderungen zu erheben: 1. Der Kongreß erachtet efö1 als1 Pflicht der gesamten zivilisierten Welt, vor allem auch des Völkerbundes, dem jüdischen Volk in seinem Kampf um die Wiedererlangung um die Rechte der Juden in Deutschland zu helfen. Der Kongreß erwartet von den Völkern und Regierungen, daß sie alle Maßnahmen ergreifen werden, um den Juden Defu.tschla.nlds .die Einwanderung und die Schaffung von ExisteinamcgKohkeiten;zu erleichtern. 2. Der Kongreß erachtet eis' als die Pflicht der Man- WJatjajmachft, (die Tore Palästinas* für die größtmögliche Einwaniderung ^deutscher Juden zu Öffneini, ihre Ansiedlung izu erleichtem und! alles zu tun, damit das jüdische Naticnalbeim, Jessen Errichtung der Hauptinhalt des Mandates ist, im schnellsten Tempo und im größtem' Umfang aufgebaut .wird1, um so eine unerschütterliche Existenzgrumjdlage 'für das1 jüdische Volk zu schaffen, dessen Dasein 'seit Jahrhunderten nicht sc gefährdet war wie heute. 3. Der Kongreß appelliert an die Oeffentlichkeit der Weltman lalled Staaten, die ihre 'Solidarität mit dem Inhalt des Palästinamandats' bekundet haben und an den Völkerbund, |der seine Durchführung zu überwachen: hat, dem jüdischen (Volke durch aktive Hilfe, vor allem in Form internationaler, ipc-litischer und finanzieller Kooperation in seinen (Bemühungen um den' Aufbau des Nationalheims beizustehen. \ Im illinblick auf die Katastrophe, die die Juden in Deutsichland getroffen hat, hält es dietr XVIII. Zionistenkongreß ifür seine Pflicht, ein Wort der Mahnung und dies 'Rufes an das jüdische Volk in seiner Gesamtheit zu ^richten. 'Noch .niemals in der Gea'chichte des Zionismus hat sich 'die volle Richtigkeitder zionistischen Analyse der jüdischen .Gesamtsituation und die Berechtigung der zionistischen;Lösung der Jüdenfrage in solch tragischer und überzeugender <Weise manifestiert. Die Geschehnisse in Deutschland besiegeln dein endgültigen Zusammenbruch all jener Illusionen, die in deir bürgerlichen Emanzipation allein oder gar in der gewollten Assimilation eine Lösung der Judetafrage 'erblickt haben, dem Zusammenbruch aller Versuche, .die Solidarität und das1 gemeinsame Schicksal des jüdischem (Volkes zu leugnen. Die \Katastrophe in Deutschland hat bewiesen, daß der 'Zionismus und das' jüdische Nationalheim in Palästina :die einzige Lösung der Judiemfrage ist. Das zionistische;Ideal in allen seinein Auswirkungen gibt der jüdischen Gemeinschaft und jedem ihrer Mitglieder die innere •Kraft und Fähigkeit, allen Angriffen auf ihre .Ehra und fExistetaiz (Widerstand zu leisten. Kein anderes Land der Wielt; bietet heute auch nur in annähernd1 gleichem Maße ^uflue'ttt üind Existenzmöglich'keit für die Zehntausemde verdrängter-'und entwurzelter deutscher Juden'. In der Tragödie!des deutschen Judentums gibt es nur einen Lichtblick: lErez Israel. Daher i fordert der XVIII. Zjanistentkongreß das jüdische Volk auf, über alle Parteigegenisätee hinweg das. ^ehstehenreichte ^beiraubt, daß durch die offizielle Sank-1 (Öej\v^ißfc>'ei'n ideis gemeinsamen Iiis torischen1 Schicksals in tilonjieafting .vvoai! Rasisenvorurteilen die Würde und die Ehre dies1 jüdischen' Volkes beleidigt werden und daß eine Politik (uinjd^ Gesetc^bung statuiert welrde, deren Giundprinzipien' die Exiistein^rundlagen des jüdischem' Volkes vernichten müßbetai. .. ( Der ,K'onis!tenk}ongreiß, eingedenk der Prinzipien, der Firea'heit (Unld Gleichberechtigung aller Völker, Rassen, Religjionem, Weltanschauungen und Individuen und deo." Poßfbulate (menschlicher Gei^ichtigkeit, die von jeher die sittliche Gfomjdüage der zionistischen Idee gebildet haben'; getragen -von jenem Selbstbewußtsein und Stblzgefuhl, aus idtem .die nationale Feindseligkeit gegen das deutsche Volk, aber dlua^chdmngen von der Verpflichtung zur Wahrung Jajer Rechte des jüdischem Volkes in der Welt, erhebt MerKchlem. Protest gegen das ungeheuerliche Unrecht, das dien! deutschen Juden angetan worden ist, gegen, die sysSbematisbhe ^Politik ihrer staatsbürgerhcihe/n, ökonomischen unid abzialen Entrechtung, gegen ihre gesellschaftliche und metnischliclie ^Diffamierung und gegem die Behinderung ihrer i^ligiösem Treibens formen durch das Verbot der Schechita. Die mit allen Machtmitteln des Staate^ durchgeführte Entrechtung der Juden Deutschlands, in diesem Maße einzligarüge und unvorhenslehbaa* hn zwanzigsten Jahrhundeirt, »teilen eine ne|ue fux'chtbare Erscheinungsform der Jahrhünidea'be alten Judenfrage, dar, wie sie der große Schöpfer Idü's Zionismus, Theodor Herzl, aufgezeigt hat, und dei-en Lösung Ziel und Inhalt der zionistischem Bewegung ist. Die Ueberzeugimg von deir Wahrheit der zionistischen Lösiumg der Judenfrage und der Kampf der Zionisten für die 'Vea-wh^iehnng des zionistischen Ideals kann jedoch iniehmals mit» der Bereitscliaft verknüpft sein, zu irgendwolichem Verzicht auf die volle Gleichberechtigung und P^ßt Sicheuung der Lebemisa-echte der jüdischen Gemein- ^.bliaftem (in den verschiedenen Ländern. Daher hält es Öler 18. Kongi«ß als1 seine Pflicht zu erkläreix, daß die Zioinjßtieu ,d'er ganzen AVeit nicht ruhen werden, bis die sich aieu zu erwecken und alle seine Energie, seine Fähig ke.it, 'seine Mittel in den Dienst zur Verwirklichung des zionistischen (Endziels zu stellen. Deo: schnellste Aufbau dies -Nationalheimes ist die emtsClieidende Aufgabe dieser Generation. | f Vereint imit unsiei-em Proteist' gegen das unsagbare Unrecht, idas den Juden Deutschlands angetan wird, vereint imiiit unserem Gelöbnis', nicht zu lujhem, bis dieses! Unrecht :wieder gutgemacht 5sit, wird deir entschlossene Wille ides jüdischem Volkes zum Aufbau seines nationalen Heimis ain|&' eine entscheidende Leistung als Bekundung idiefees Willens den stärkstem Beweis1 unseren nationalen Solidarität tmit dem Juden Deutschlands! darstellen. Nach Annahme dieser Resolution kam es zu den bereits gemeldeten Zusammenstößen zwischen den Revisionisten und den Mitgliedern der Arbeiterpartei. Die Rede Ben Gurions. Pirag, 25. August. Heute begann die allgemeine Aussprache. Als erster Redner sprach für die stärkste Partei Gen. Ben Gurion. In nahezu zweistündiger Rede erläuterte Ben Gurion die Grundprinzipien des Arbeiffcszionismus, so den Debattenredhern alle Argumente gegen die Arbeiterschaft vorwegnehmend. Er führte aus: Die Grundprinzipien der Arbeiterschaft seien in zwei Worten zu fassen: Arbeit und C h a 1 u z i u t h. Arbeit als Grundlage des Aufbaues des jüdischen Palästina, Chaluziuth als Weg zur Verwirklichung des Zionismus. Mit Chaluziuth und Arbeit seien die Arbeiter vor 28 Jahren einzeln und einsam nach Erez. Israel gekommen. Durch unseren Kampf für Arbeit und mit Hilfe unserer Chaluziuth sei ein neues Palästina als Vorbild dessen entstanden, was ein selbständiges Volk in seinein eigenen Lande darstellen soll. „Wir wollen in die ganze zionistische Bewegung den Geist der Chaluziuth hineintragen." Jene Gruppe im Zionismus, die ihren einzigen Weg, dem Zionismus zu dienen, in der Chaluziuth sah, fli dfifft Streben, sich mit Lejb und Leben in den Dienst der Verwirklichung zu stellen, Zionismus nicht nur zu predigen und zu proklamieren, sondern auch zu verwirklichen, sei die Arbeiterschaft. Der Jischuw in Erez Israel habe in dem ersten halben Jahrhundert zwei Epochen durchgemacht: Die Schöpfer der Bilubewegung und ihre Kämpfer verdienen mit Recht den unsterblichen und ruhmvollen Namen Chaluz: Aber die Bilanz über diese ersten 25 Jahre jüdischer Kolonisations« tätigkeit sehe folgendermaßen aus: Es wurden 20 Kolonien jüdischer Kolonistenfamilien geschaffen mit einem Kostenaufwand von 90 Millionen Goldfranken auf einem Juden gehörigen Boden, Diese 1000 jüdischen Koloniaten- Famil'ten beschäftigen 3000 Familien Arbeiter, lauter Nichtj u d e n. Heute sei die grundlegende Forderung der jüdischen Arbeit im Zionismus wenigstens theoretisch anerkannt.; Heute sei Palästina das einzige Land der Welt, wo die jüdische Arbeit dem ganzen wirtschaftlichen und sozialen Leben den Stempel aufgedrückt habe. In dieser einen und entscheidenden historischen Tatsache liege der Unterschied zwischen Geulah und Galuth, zwischen Erez Israel und Diaspora. Die Kraft der nationalen Mission der jüdischen Volksbewegung habe es bewirkt, daß aus den wenigen Abgesandten, die vor 20 Jahren ins Land gekommen sind, nach und nach große Arbeitermassen wurden. Unser Kampf für jüdische Arbeit habe bereits große Erfolge aufzuweisen, aber er sei noch nicht zu Ende. Wir müssen und werden den historischen Kampf für jüdische Arbeit fortsetzen. Es sei nicht ein Kampf um jüdische Arbeit allein, sondern ein Kampf um die Seele unserer Bewegung, für unsere Hoffnung in Eres Israel, die einzige Hoffnung der großen jüdischen Massen der ganzen Welt. Doch kämpften wir nicht nur für die jüdische Arbeit an sich, sondern wir kämpfen für die Würde der Arbeit u,nd die Rechte der arbeitenden Menschen. Wir betrachten es als den großen Sieg des Zionismus, nicht nur als unseren Sieg, daß das Prinzip der Arbeit zum höchsten moralischen Prinzip im Jischuw und im Zionismus geworden ist. Wir wollen weiterhin die Arbeitserziehung der jüdischen Massen und der jüdischen Jugend zur Grundlage der nationalen Erziehung machen. Als wir vor 28 Jahren nach Erez gekommen waren, seien die jüdischen Arbeiter als Fremde betrachtet worden. Die Arbeiter waren Knechte im jüdischen Lande. Eres Israel muß auf jüdischer Arbeit errichtet sein, die Arbeit muß dort geachtet werden, der jüdische Arbeiter muß ein vollberechtigter, ein gleicher Bürger in der neuen Volksgemeinschaft sein, die in Eres Israel geschaffen wird! Die Arbeiter seien nicht gegen Privatinitiative, sondern nur gegen jene Zionisten, die zwar die Ideologie der Privatinitiative predigen, aber ihre eigene Prwatinitiatifve im Galuth und nicht in Erez betrieben haben. Es ist kein Zufall, daß in Palästina die geschlossenste jüdische Arbeiterbewegung der Welt sich gebildet Hat. Der Grund liegt darin, daß die jüdischen Arbeiter in Palästina eine gewaltige Verantwortung für das. jüdische Volk und die jüdische Zukunft zugefallen ist, die sie gezwungen hat, jedes Atom ihrer Kraft in den Dienst der großen historischen Mission zu stellen. Die schwerste Aufgabe, die jetzt vor uns steht, ist die Zusammenfassung aller Kräfte des jüdischen Volkes. Wir sind zur Mitarbeit bereit. Aber jeden Kampf gegen die Arbeiterschaft betrachten wir als Untergrabung der nationalen Grundlagen des Zionismus, und wir werden den Menschen, die diesen Kampf führen, nicht die Hand reichen. Was die Einwanderungsfrage anbelangt, so braucht Erez Israel in dieser Zeit nicht so sehr Emigranten, wie Chaluzim. Wir verlangen daher das Primat der Chaluz- Alijah im weitesten Sinne des Wortes. Zur Frage der nationalen Arbitrage erklärt der Redner, daß die jüdische Arbeiterschaft ihre Hand keinem Klassenfeind reichen wird, der dem Arbeiter die Möglichkeit durch kollektives Handeln sein Recht zu wahren, rauben will. Weiters ist es unsere Pflicht, vor der leichtsinnigen Ignorierung des arabischen Problems zu wahren. Ein Augenblicksrezept für diese Frage gibt es nicht, nur ständiges Wachsen des Jischuw, Stärkung unserer Kraft, aber auch ehrliches und aufrichtiges Suchen eines Weges zur Verständigung wird uns zum Ziele führen. Wir wollen gerade jetzt dem Volke sagen, vor welungeheuren Schwierigkeiten wir stehen. Wir können es, weil wir überzeugt sind, daß wir den tausendjährigen Traum des jüdischen Volkes in eine lebendige, historische Tatsache verwandeln werden." * ,■ ' Die Generaldebatte, an der sich Vertreter sämtlicher Parteien, und Fraktionen beteiligten, wurde nach fünftägiger Dauer gestern abgeschlossen. Die Debatte mußte infolge der aus Palästina im Zusammenhang mit dem Arlosoroff-Morcl eingelangten Nachrichten, die wir an anderer Stelle bringen, zeitweilig unterbrochen werden. Gen. Beel Locker beantwortet im Namen der Exekutive als Erster die in der Generaldebatte aufgeworfenen Fragen. Locker forderte eine Verschärfung der zionistischen Disziplin und die Zusammenfassimg aller zionistischen Kräfte. Er widerlegt den Vorwurf, daß die Exekutive aus dem deutschen Problem eine philanitropische Angelegenheit mache, die Arbeit für die deutschen Juden ist ein Schritt zur Beantwortung des jüdischen Problems. Die Revisionisten leben von den Niederlagen der zionistischen Bewegung. Anschließend an die Replik Lockers hielten Prof. Brode t z k y und Präsident Sokobow ihre Schlußreden zur Generaldebatte.