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Der Jüdische Arbeiter · 1933-07-28 · Heft 30 (28.7.1933) · page 2

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 30 (28.7.1933)
Date
1933-07-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Der jüdische Arbeiter. 28, Juli 1933 landwirtschaftlichem Genossenschaften längst keine;Gefahr. für den' Bauernstand. Der bäuerliche Antisemitismus ist in Oesterreich' traditionell und religiös iüegrüWdet: er ist der Ausdruck längst vergangener »sozialer Tatsachen, 'der Herrschaft des Trägheitstefei^t'zes auch1 im sozialen Leben1! Wenn es aber ifjotzdem die Bauernschaft ist, die die Parole des (Numerus Clausus erneut aufgenommen' hat, um Iwjeviel mehr huldigt der städtische Teil der ö'sterfleichischejm Front, die christlich-soziale Intelligenz, die mit dem jüdischem Mittelstand unmittelbar in einem1 (Konkurrenzkampf steht, dem antisemitischen Wirt-- Isfdh'aftsideal der Zurückdrängung, der Juden aus (allen Wirtedhaftspositionen? In diesem Zusammen- Imanjgi Ist es unsere Parteipflich't auf eine Bemerkung der „Arbeiterzeitung" zurückzukommen, die anläßlich1 einer Besprechung der Haltung der jüdischi-b'ürger- -fcnetii Presse zu den Äußerungen des Bauernbünd- Jers feststellen zu müssen geglaubt hat, d'aßl sie nicht taufen sei, dem Undank der österreichischen Front gegen ihre jüdischen Anhänger abzuwehren1. Wenn Wir uns auch1 heute, da die Partei genötigt ist, gegen!die 'Diktatur mittels einer Volksad resse zu Waimpfen, über die Abweh'rmoglichkeiten eines jeden jsjozfalen Uebels durch sie keiner Illusion hingeben; flcheinit ies uns doch unsozialistisch1.zu sein, wenn man 'die Bedrohung 'der Lebensrechte der gesamten' österreichischen Judenheit als eine interne Angelegenheit "der Österreichischen Front betrachtet, und sie so in Ihrer Gefährlichst verkleinert! t)k österreichischen! Juden werden1 aber gut tun, jäilen jenen Propheten die Gefolgschaft zu versagen, die da dem Anschluß an die österreichische Front als den Weg des Heiles predfgem! Sie werden! erkennen) müssen, daß! es ausschließilicW maehtpolitische, außen'- ipoilitischle und1 h'istorisch'e Gegensätze sind, die in Oesterreich vorläufig 'die Entstehung einer schwarz-, fbra'uweihi Einheitsfront verhindern', daß! aber im übrigen machtvolle Faktoren; der österreichischen! Front gernie bereit sind', das antisemitische Wirtsch'aftsprofgramrn im" eigenem Wirkungskreis zu verwirklichten. •; j . ,' ' m p. Üt, H. Hoffmann: '.'.'".}, 'E^'^h%niMmi^ Im Rahmen dier Ünterhaüsidelbä.tte über das Budget des Colonial Office gab der Kolonienminisfeer Siir Philipp CunUffe- Liister die Erklärung ab, daß die Läridehitwiicklangsanleihe in .der Höbe von zwei MÄonen Pfund Sterling in der nächsten Zeit aufgelegt Wehden soll. Am gleichen Tage wurde über- r^cheBtferW-eise der. Bericht des Landent>vicklUin,igsdirektors Lewis. French; .veröffentlicht. Es ist nicht unibekannt, daß der Hijghj. Cpnimassioner mit dem. Bericht durchaus nicht' .ein* verstanden;i§t,. diaß, er:- wiederholt:rAerideruhgeii vertangt. hat upd daß er die Absicht hatte, «ach Prüfung der Einwände ,d|&r Jewishv. Agency und der, Arabischen Exekutive seine .e^enejil Schlüsse; zu ziehen. Welche Stellung die Regierung zum Frenchbericht tiiininehmen... wird, und welches der Grund seiner V^rÖffehtlkhuing in diesem Zeitpunkt ist, läßt sich vorläufig wicht übersehen. : ,. ■ ) : Im Folgenden sollen einige vorläufige Bemerkungen zum Bericht vorgebracht werden, die aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da sie sich lediglich auf „das bisher bekannte Material stützen, ohne dlaß dem Verfasser die Möglichkeit geboten worden wäre, in das englische Original Einblick zu nehmen. < Als Ziel des Landentwlckluingsplanes wird die Absiedlung von „dislozierten" Arabern einerseits, von Juden andererseits bezeichnet. Aber diese Verbeugung vor dem Mandat' besagt so lange nichts, als" nicht ausgesprochen wird, mit weicher Zahl von Arabern und von Juden der Plan rechnet und. welche Mittel hiefür zur Verfügung gestellt werden, sollen: Frenchging ursprünglich von einer Zahl von 1000—2000 landlosen Arabern aus (eine Spanne von 100 Prozent!;), die Jewish Agency schätzt die Zahl der früher n'Utztingsberechti'gteji Araber (also ihrer Mehrzahl nach nicht Eigentümer!) auf. 500. Cuuföffe-Lister spricht von 889 Arabern. Einen groben Verstoß gegen Sinn und Wortlaut des Mandates1 bedeutet es aber, wenn French die Araber als „Söhne des; Bodens" auf dem Lande ihrer Heimat voll ansiedeln ■wMlj' während er den Juden bloß das Niederlassungsrecht (also den Boden) verkaufen und die Versorgung des Siedlers müfc Qebäuden und Inventar den, jüdischen Organisationen überlassen will. Einer solchen Unterscheidung kann nie zugestimmt werden, denn unserer Grundauffassung nach ist Palästina gleichermaßen die Heimat der palästinensischen Araber wie der Juden der ganzen Welt. Besteht doch der Slrm des Mandats darin, daß der jüdische Immigrant in Palästina eine' andere Rechtsstellung genießen soll als in anderen Einwanderungsiländerni.! Die Jewish Agency hat French einen Vorschlag zur Errichtung einer jüdischen Agrar- und Siedlungsbank mit finanzieller RegierungshUfe unterbreitet. French hat diesen Vorschlag abgelehnt. Ueber die Argumente beider Seiten könnte man ernsthaft diskutieren, und sicherlich sind manche - Einwände des Landentwicklungsdirektors beachtenswert. Aber eine solche •■ meritorische Diskussion ist so lange überflüssig und unproduktiv, also der politische. Charakter der Ablehnung feststeht. Denn wenn French befürchtet, daß die •Kredite schwer zurückgezahlt werden können, wie erklärt sich dann seine .Ueberzeugung, daß die Regierung voji den angesiedelten Arabern „skherlkh^ nach entsprechender. Zeit alle ihre Auslagen rückerstattet bekommen, wird? Und! wenn er die Vorschläge der Jewish Agency für. undurchführbar hält, ist es nicht eben dann ihre PÄht, andere Vorschläge zu erstatten? Den Schlüssel zum Verständnis bietet ein Passus, in dem French sagt, daß „die Ausnutzung neu erschlossener Gebiete, wenn Mittel zu ihrer Erschließung aufgebracht werden könnten, im gegenwärtigen Stadium nicht wirtschaftlich erscheint". Bleibt nur die Frage offen, was unter „Landentwicklung" zu verstehein ist. In der sehr würdigen Antwort Arlosoroffs namens der Jewish Agency wird daher mit Recht gesagt, daß der Bericht in, konstruktiver Hinsicht steril, und nicht ein Instrument der Entwicklung, sondern ein Mittel, diese zu obstruieren, ist. Noch gefährlicher ist aber der „positive" Teil des Be rkhtes. Ate die wichtigsten Kolonisationsgebiete bezeichnet er Teite der Küstenebene, dem Beisan-, den Hutedistrikt, den Jordanteil und eventuell, das Gebiet von Beerscheba. Nun spricht sich French einerseits skeptisch über die jüdischen Kolonisationswünsche in diesen Gebieten aus. Andererseits aber verlangt er im Hinblick auf die Wichtigkeit dieser Gebiete, daß die Regierung sich_ eventuell durch Enteignung, die Kontrolle über Boden< und Wasser sichern müsse, da. die einzig mögliche andere Alternative — freier Bodenkauf und! -verkauf — dias Problem der kndlosen Araber wieder entstehen ließe. Insbesondere fordert er, daß jede Neukolonisierung im Beisan-Distrikt durch die Regierung direkt erfolgen soll. In diesem Zusammenhang taucht auch wieder das Grundstückübertragungsgesetz auf, dessen Erfassung im Jahre 1931 durch den kraftvolllen Einspruch Weizmanns verhindert wurde. Gegen diese Absichten«, muß der schärfste Kampf ge> führt werden. Ganz abgesehen davon, daß die „Erfolge" der direkten Regierungskolonisation im Beisan-Distrikt zur Genüge bekannt sinä, muß grundsätzlich erklärt werden daß Wir der Regierung mich*' das Vertrauen schenken, das ziir Zustimmung zur EtabMerung eines solchen Staatskapitalismus nötig wäre. Der Schreiber dieses Artikels ist kein Anhänger des wirtschaftlichen Liberalismus; er ist sich der sozialen Gefahren, die diesem Wirtschaftssystem immanent ain.l, voll bewußt. Es hieße, den. Teufel diwch den Beelzebub auszutreiben, wollte man an Stelle des Liberalismus die Allmacht des Staates setzen, noch dazu eines Staates, der allein von der Bürdkräie ohne jedwede Ingerenz des Volkes beherrscht ward. Es ist eine heute schon in weiten Kreisen verbreitete Erkenntnis, daß der Staatskapitalismus nur dort erträglich ist, wo das 'Staatsvolk sozial homogen ist; in einer sozial gespaltenen Gesellschaft wird er zum .instrumemt einer Despotie der herrschenden Schicht. In national heterogenen Gebieten' wird er zuni ^Werkzeug uneingeschränkter nationaler 'Bedrückung. Man kann übrigens an diesem Beispiel ermessen," wie töricht die Forderung der Revisionisten nach einem i,regime. coKpnisateur" ist. Ein .„regime colonisateur" kann man selbst durchführen wollen; wenn man die hiezu erforderliche Kraft hat. Es von einer anderen Macht zu. verlangen, v bedeutet den Verzicht auf?St^EMüimgr::4tf eigemenj Kraftr den. -Verzicht auf . eine .wirkliche Ema,azipa>tiotiy die stets nur eine Selbstenianzipation .sein kann, Es ist dies, nicht daär Programm einer Bewegung,^ sondern der 'Ausdmck' der eigenen Schwäche und des mangelnden Selbstvertrauens, der - die Stimme der nüchternen soziologischen Erlces^tnk^^rtdnt. -t i Dein.; Geist; einer sokhenfi Staatsautorität charakterisiert >m besten, eine , Stelle /Je$'rBeTfchtes, ani der sich French' gegen Bodenverkäufe arabischer Großgrundbesitzer an Juden wendet, weil sie „mit der Gefahr der Erstarkung der Großgrundbesitzer an Juden wendet, weil sie „mit der Gefahr der Erstarkung der Großbäriebe. auf Kosten der kleinen Besitzer, verbunden! sind." Mehr Unsinn ist selten in einem Satze;, gesagt worden. Einarabischer Großgrundbesitzer verkauft Boden an Juden. Wieso erfolgt das auf Kosten der ik'ieifnen Besitzer? Wo doch, die. dichtere jüdische Siedlung auf düeser Fläche viel mehr.,Familien ernähren würde! Dieser mystische Satz könnte wohl als ein Angriff auf die Kwuzoth "betrachtet werden, wobei die involvierte Identifizierung eines feudalen Großbetriebes mit einer Kommune besonders unfair wäre. Aber wenn vielleicht' Herr French um den Schutz der arabischen Nießbraucher bangt, warum schlägt er dann nicht eine Umwandlung ihren Nutzungsrechte in Eigentums^ rechte vor? Man sieht deutlich, wie hier Staatsahsolutismus zu einer Konservierung der : feudalen Ordnung strebt, einer Ordnung, die. selbst einem großen Teil der Feudalherren nicht mehr entspricht, weil, ihnen die bürgerliche Ordnung vorteilhafter erscheint. ■■, i Der Bericht' stellt die Jewish Agency vor große und schwere Aufgaben. Ihre Kritik kann nur erfolgreich sein, wenn sie Gegenvorschläge bringt. Welches ungefähr die prinzipielle Stellungnahme zu diesem Landentwicklungsplan sein, müßte, soll später in einem eigenen Artikel dargelegt werden. Heute aber muß schon festgehalten werden, daß die ganze Problematik Pa/lästinas wieder zur Diskussion steht, daß der Freiichbericht zweifellos auch die Wiederaufrollung der Verfassungsfragen nach sich ziehen wird. In diesen ernsten Taigen wird es sich .leider erst ganz erweisen, welchen Verlust die zionistische Bewegung durch die Ermordung /ihres initiativsten Kopfes erlitten hat. Die zentrale Koftgreßfrage Der 18, Ziorastehikongireß fällt in eine Zeit, da die Judemnot und der Kampf um die Leb'ensrechta des jüdischen Volkes seinen Höhepunkt erreicht hat. Der Zionistenkomgreß ist das einzige völkerrechtlich^ anerkannte, zur Aufbäutätigjkeit berufene Vertretungsiorgan des Judentums. Oroß; ist die Verantwortung dieses Kongresses: er muß eine Antwort auf diö Lebensfragen und die vitalsten Forderungen, der jüdischen . Massen, der jüdischen Arbeitgeber, und Arbeitnehmer, der, jüdischen Arbeitslosen, und Berufslosen, der Alten und Jungen geben. Die Palästina arbeit muß quantitativ und qualitativ der heutiger! jüdischen Volksnot und Unsicherheit angepaßt werden, Die Aufstellung eines Planes für eine umfassendq Volkskolonisation', Ansiedlung jüdischer Massen aufi dem noch unbesiedelten Boden, moralische und geistige . Konsolidierung des Jischuv, Finanzierung der chaluzischen und Volkseinwanderung, neuer Boden dem Volke, Schaffung neuer Industrien, Ärbeitsmög" lichkeitem für die Jugend, Wegbahnung für private! und kollektive Initiative, das sind die dringendster* Probleme des Kongresses. Ueber diese sozialökonomische Aufgaben des Kongresses dürfen wir nicht seine politischen Ziele vergessen. Der Kongreß wird der Welt die furchtbare Not der jüdischen Massen in der ganzen Welt zum Bewußtsein bringen, müssen, er wird ihr Recht auf Arbeit im jüdischem Nationalheim proklamieren; es wird seine Aufgabe sein,, die Mandatarmacht auf ihre Verpflichtungen zu erinnern, die verstärkte Kolonisation und freie Einwanderung zu fordern, den Weg zur friedlichem Gestaltung des Verhältnisses zu den Arabern zit beschreiten und schließlich die Voraussetzungen zur Bildung einer Einheitsfront mit den arabischen Massen zum Kampfe um eine .gerechte Agrarreform zu schaffen. Einwanderung, Arbeit und Sicherheit im Lande* Kolonisation der Volksmassen, offene Auseinandersetzung mit England, Befriedung unserer Bezieh'ungJ zum arabischen Volke, alle diese Fragen wurzeln im letzten Grund in einem zentralen Grundproblem',, das im Mittelpunkt der Kongreßarbeit stehen wird: dem Boden prob lern. Boden ist im Lande genügend vorhanden. Diesen Boden ist schon seit Jahrhunderten nicht bearbeitet worden, er wartet auf die jüdische "Einwanderung.« Es gibt schwere un!d leichte Böden, Pflanzungs- und' Getreideböden1. Die jüdischen, Arbeitshände haben schon einen wesentlichen Teil des wüsten Bodens*, wieder fruchtbar gemacht, unvergleichlich mehri bleibt noch zu leisten. Die zionistische Antwort auf die jüdische Volksnot muß die Erlösung dieses Bo- •den's durch Geld und Arbeit sein, seine Umwandlung): lim fruchtbringende Felder. 'Diese zionistische Wahr^ heilt ist so .alt und selbstverständlicii, daß sie irf. unseren Reihen vergessen wurde, daß man sich heutet: ■um die Frage des Primates der Landwirtschaft oder) Industrie streitet, und darüber vergißt, daß beidef- Wjrtsdh'aftszweige eines Standortes , auf neu erworbenem Boden bedürfen: Ueber die Bodenfrage machli man sieb keime Sorgen! :Gewiß, Boden, ist genug!' )vorhlanden,, aber d ie 3oden preise steigen, •stetig, und dje Bodemsp,ekulation; nimrn-t, zu unserem Unglück einen immer großen 3w e r d e n d e:n U m fang an! iDer.. 18; .;Zionistenik6mgtreß wird die Frage / beantworten'' müsieriy ob für .die .landhuhgirigen Jü Massen. Böden vorband ist,, oder nur für die Bo- Tldieh^f^Iä^9iri-ten>. und' Plantagerib^sitzer, ob man der "Bödenspekulatiön ein Ende bereiten kann und welche- '.Mittel zu diesem Ziele führen. Der Kongreß wird feststelHen müssen, in welchem Maße man in derrnächsten. Zeit mittel bäuerliche Wirtschaften in der 'Pflanzumgszone wird errichten können. Nur wenm;der Zionisten'kbngreÄ .klar und deutlich den Weg-;zu einer' Massen^olppisation weisen wird1, gebührt ihm 'der Name einer .jüdischem Volksvertretung. Schorn im Jahre 1920, bei der erstem zionistischen Konferenz der Nachkriegszeit, hat der ArbeiterflügeJ innerhalb des Zionismus in London die Forderung' nach e i n e m B b d e n; k a ü f s m o n o p o 1 des Nätiönälfonds gestellt! Das Aufkommen der Bodenspekulation söllte verhindert werden, damit nicht infolge der Preissteigerung auf dem Grundstückmarkte unsere: "gesamtem Geldmittel vom Bodenerwerb aufgesaugt, werden und uns kein Betriebskapital mehr zur Verfügung stehe. Die bürgerliche Mehrheit — allgemeinie Zionisten, Misrachi und die Vorläufer den Reviisioriisten', die Aktivisten haben unsere Forderung abgelehnt und proklamiert, daß der Nationalfondözwar der wichtigste, aber nicht der einzige Bodenkäüfer sein solle! Die Geschichte hat uns Rechlj gegeben: die Bodenpreise sind' insbesondere in der Pflanzungszome seit 1920 ums Fünf- bis AchtfachegestJegew. Das Treibern der Sj>ekülanten wird immer unerträglicher, und spielt sich zwischen Juden und Arabern und zwischen Juden und Juden ab. Boden, welchen man im Jahre 1920 um 1 Million! Doliair kaufen: konnte, kostet heute 3,5 Millionen. Die Planmäßigkeit der Bodemkäufe ist dadurch zerstört, und damit die Geschlossenheit der Kolonisation unmöglich1 gemacht. Mit einem Worte: der Natiomalfo'nds* macht, um zu retten, was noch zu retteni ist, Schulden, und unsere Brüder in Israel treiben die Preisendes Bodens und verhindern eine wirkliche Volkskolöri'isatiom. Der Kongreß muß sich der furchtbaren Gefahr, ' die ihm vom der Seite der Bodenspekulation droht,, bewußt werden. Den allgemeinen Zionisten, die in ihrer Presse gegen die Bodenspekulation zettern, den Misrachisten1, die sich auf die bodenreformerisditf Bibel berufen, muß. klar gemacht werden, welch'enf furchtbaren Fehler sie 1920 begangen haben, als. sie unsere Forderung nach einem Bodenkaufsmonopol des Nationalfonds, abgelehnt haben. Es muß. sich1 eine Mehrheit für dies ausschließliche Recht des Nation'alfonds, Boden zu kaufen, bilden — es sei denn,, daß unser Ziel der Meh'rh'eitsbüdung in Palästina,, der Linderung der jüdischen Massennot, vom Kongreß preisgegeben werden1 wird. J. M.

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