Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1933)
- Date
- 1933-04-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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•"!¥-. 29. April 1933 DER JüDtSÖfflB ARßElTEtl Seite 3 meüroat itfirc unserer tctti Palästina-Si in lind die Errichtung des Jüdischen Nationalheimsin Palästina am Herzen liegt, den Appell, zur Mitarbeit an diesem großen Werke bereit zu sein. 15 HiDloncn Dollar Anleihe g für Siedlung ticafscher Juden in Palästina Ein Apen der Jewlsö AgencQ. - Schöllang eines Nottonds London, 26 April (J. T>" A.)» Die Im Mittelpunkt der gesamten konstrtifciästina ermöglichen soll. Wir richten an Exekutive der Jewish Agency für Palätiven Arbeit muß Palästina stehen. alle Juden, denen das tragische Schickstina hat eine großzügige Aktion zur Gemeinsam mit anderen Organisationen der Juden Deutschlands nahe geht Ansiedhing deutscher Juden, m Palästina imd führenden jüdischen Kreisen wollen die infolge der Umwälzung m Deutschwir einen großen Palästina-Fonds schafland ihre Heimat verlassen mußten, fen, der die Einwanderung und Ansiedeingeleitet. In einem Aufruf, der gleichj lausender deutscher Juden in Pazeitig die erste Kundgebung der Jewish _ . Agency zur Lage der Juden in Deutschland darstellt, wendet sie sich an Zionismen und Nichtzionisten. Ein besonderer Palästina-Notfonds für deutsche Juden soll in Zusammenarbeit mit anderen jüdischen Organisationen und führenden jüdischen Kreisen geschaffen und damit die Einwanderung und Ansiedlung Tausender deutscher Juden in Palästina gesichert werden. Die Ereignisse in Deutschland, heißt es in dem Aufruf, bilden einen tragischen Wendepunkt in der Geschichte unseres Volkes. Was heute dort geschieht, betrifft nicht nur unsere Brüder in jenem Lande, sondern zutiefst auch uns alle. Tausende jüdische Familien sind bereits zugrunde gerichtet. Weiteren Tausenden droht ein gleiches Schicksal innerhalb weniger Wochen. Tausende von Flüchtlingen strömen in verschiedenen Ländern Europas zusammen. Die jüdischen Gemeinschaften dieser Länder tun ihr Möglichstes, um den ihres Heims beraubten Brüdern erste Hilfe zu leisten; um aber Vorsorge für ihre Zukunft zu treffen, sind systematische und vereinte Bemühungen durch uns alle erforderlich. Wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen zugunsten der . Juden in Deutschland müssen sofort in größtem Maßstab in Angriff genommen werden. Wieder einmal, wie schon so oft in unserer Geschichte, wurde eine Hunderttausende zählende jüdische Gemeinschaft in den Grundlagen ihres Bestandes erschüttert. Tausende und Zehntausende sind gezwungen, zum Wandßrstabe zu greifen. Wohl haben die Nachbarländer Deutschlands vorläufig eine Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen, aber die Masse der aus Deutschland zu erwartenden Auswanderer steht, ebenso wie die jüdische Wanderung als; Ganzes, vor der Schicksalsfrage: Wohin? Unsere größte Hoffnung ist heute Palä- «lina mit seiner sich stetig entwickelnden Landwirtschaft und Industrie, seiner ununterbrochen steigenden Fähigkeit, jüdische Einwanderer aufzunehmen. Wir fühlen uns dien deutschen Juden, heißt es in dem Aufruf der Exekutive der Jewish Agency weiter, in dieser Stunde ihres Unglücks inniger verbunden als jemals. Das Gefühl brüderlicher Solidarität und das Bewußtsein unserer Verbundenheit durch gemeinsames Schicksal müssen so rasch als möglich in entschiedener Aktion ihren Ausdruck finden. Die Führer der zionistischen Bewegung und der .Jewish Agency erachten es in diesem Augenblick als ihre Pflicht, die Aufmerksamkeit der gesamten zivilisierten Welt im Licht der jüngsten Ereignisse auf die überragende Bedeutung Palästinas für die grundsätzliche und durchgreifende Lösung der Judenfrage zu lenken. Die Führer der zionistischen Bewegung und der Jewish Agency sind aufs Äußerste New York, 23. April (J. T. A.). In der letzten Sitzung des American Economic Committee for Palestine entwickelte dessen Präsident Israel B. Brodie den Plan, eine große jüdische nationale Anleihe in der Höhe von etwa 15 Millionen Dollar zur Beschleunigung der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung Palästinas aufzunehmen. Mit Hilfe einer solchen Anleihe würde es möglich sein, weite Strecken noch unkultivierten Bodens in Palästina urbar zu machen und neue Industrien zu schaffen, die nicht nur die von Tag zu Tag wachsenden Bedürfnisse Palästinas selbst, sondern auch einen Teil, des Bedarfs des ganzen Nahen Ostens decken könnten. Gleichzeitig würde durch solche Maßnahmen die Aufnahmefähigkeit Palästinas erhöht und damit die Möglichkeit einer Milderung der gegenwärtigen Einwanderungsbeschränkungen geschaffen werden. Wenn das jüdische Volk in allen Ländern der Diaspora für die Unterbringung einer nationalen 15 Millionen Dollar-Anleihe sorgt, dann werden viele große Unternehmungen geschaffen werden können. So z. B. könnten imi Jordan-Tal 100.000 Dunani fruchtbaren Bodens der Kultivierung zugeführt werden; man könnte 150.000 Dunam äußerst eniwicklüngsfähigeh - Landes 'int öebiet 'des Merom-Sees erwerben und ameliorieren; ferner kommen in Betracht: beschleunigte Durchführung des Programms der Palestine Potash Ltd. zur Verwertung der Mineralschätze des Toten Meeres, der Bau einer Eisenbahnlinie durch das Jordan-Tal und die Errichtung von che- Stelle der von der Jewish Agency ange- Nebenindustrien und Handelsimternehmungen in Palästina entstehen. Alle diese Neugründungen würden die Aufnahmefähigkeit des Landes außerordentlich erhöhen. t Joint akttonsbereif f New York, 19. April (J.T. A.). Im Gemeindehause der Synaprosrengemeinde -Emanü-El $\i New York fand eine vom American Jeiwish Joint Distribution Committee einberufene Versammlung statt, zu der über 750 Delegierte der. dem Committee angeschlossenen ^Organisationen erschienen waren, um über, Hilfsmaßnahmen zugunsten der - infolge der politischen und wirtschaftlichen Umgestaltung in. Deutschland notleidend gewordenen jüdischen Bevölkerungskreise zu beraten. Es würde beschlossen, , neben der bisher vom Committee geleisteten großzügigen Hilfe- und Atifbautätigkeit in Osteuropa, die ungeschmälert weitergeführt werden soll, eine neue Hilfsaktion philanthrop^cher Art' für deutsehe Juden zu eröffnen. Mit der Leitung der Hilfsäkt'^n wurde das europäische Büro des Joint Distribution Committee betraut und ihm gleichzeitig die/ Weisung erteilt; bei seiner Tätigkeit in dauernder enger Fühlung1 mit den jüdischen philanthropischen Organisationen: in Deutschland zu bleiben. Leiden Sie an Rheumatismus? Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte, was Sie dagegen tun sollen und kaufen Sie M e n t h o 1 - f ranzbrann tw ein ALPA Alpa-Massage verschafft Ihnen Linderurig, beschleunigt den Blutkreislauf, gewährt dem Kör- , per die erforderliche Nahrung, stärkt die Musr kein und wirkt wohltuend auf die Nerven. SJOOPäläsfliia-Zerfltttt af c i lir ms hommmae Halbjahr? Jerusalem, 19. April (J. T. A.). Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Palästina-Regierung an Memingion SCHREIBMASCHINEN Preis: ab KÖ 1650'- 12 verschiedene Modelle für alle Zwecke: Tragbar — geräuschlos — Standard. B$£MlNOTON Schreibü. Rechenmaschinen ■ .. Ges. m. b, H., Rrfinn Salzamtsgasse 5-9. ■ _Anrqi.$5.I86. PragI„Celetnä35. - Anruf 62.816. Verkaufsstellen in größeren Städten. mischen Werken auch am Südufer des Toten Meeres; Inangriffnahme deis Ruthenbergschen Bewässeriingsprogramms; Gewährung von Krediten zur Durchführung der bei Masseneinwanderung erforderlichen Wohnbauarbeiten; schließlich Errichtung einer Anzahl' neuer Industrien, für deren Produkte in Palästina und im Nahen Osten aufnähmsforderten 12.750 Einwanderurigszertifikate für das kommende Halbjahr vorläufig 5500 Zertifikate bewilligt. In diese Zahl, sind auch die für deutsche Juden ausgegebenen 1000 Zertifikate miteingerechnet. In den Kreisen der Jewish Agency ist man wegen dieser starken Reduzierung der Zertifikate-Zahl tief verstimmt. Es werden , alle Anstrengunfähige Märkte bestehen. Rund um die gen gemacht, umi die Palästinaregierung Durchführung dieser großen Arbeiten zur Bewilligung weiterer Zertifikate zu würden zahlreiche größere und kleinere bewegen. Mai-Botschaft Das ist das Große Das ihr jetzt Erkennen sollt: Zeit bemüht, größtmögliche Einwanderungserleichterungen seitens der Mandatarmacht zu erlangen, und geben sich der zuversichtlichen Hoffnung hin, im Laufe der nächsten Wochen neben dem ständigen Einwandererstrom aus Osteuropa einigen tausend jüdischen Männern und Frauen Bus Deutschland die Einwanderung nach!5.8tma ^möglichen zu können. ^Die sofort einzuleitende Hilfsaktion wird bedeutende Mittel erfordern; Zionisten und Nichtzionisten müssen mit aller J£raft bei der Aufbringung dieser Summen zusammenarbeiten. Die gegenwärtige tragische Lage erfordert weitblickende konstruktive Plane, Im Toben dieser Stirbt eine Welt. Sie fällt Im Sturm Der aus , der Tiefe schreit Und über ihr Wie letzter Richtspruch Grollt. Jetzt fällt im Sturm Was Schmutz- und Wahngeboren Sich hoch empor Zur Götterallmacht hob Zerbricht wie Glas In schweren RiesenfHusten., Was kühn, dem Ewigen? Die Stirne bot'. Im Wetterleuchten dieser Zeit Stirbt eine Welt Sie fällt Und reißt im Stürzen Blutige Wunden. Das aber ist's Was ihr Erkennen müßt: Daß dieses Stürzen Heilung und Gesunden Daß dieses Sterben Auferstehung ist Daß sich Aus Sturm und Blut Ein Neues ringt Und zwischen Bersten Und Verderben . Der nahe Tag Schon Seine Lieder singt. - Hebt höher jetzt Die großen Purpurfahnen Laßt sie Wie Fackeln In die Siurmnacht Wehen Daß alle [)ie voll Traum "'' Üfiä Sehnsucht Sind Im Flammenrot Aufdämmernd Neuland >; Sehen! Erna Haberzettel. Burgfrieden der Israeliten (Brief aus Prag.) Die großen Kämpfer vor Gott für die RocMe dies tsohecliiscten und deutschen Volkes in der Prager israelitischen Kultusgemeinde hatien sich an den alles einigenden Tisch des „Bnei Brith" gesetzt und sind dahin übereingekommen, daß die breiten Schichten der jüdischen Bevölkerung auch weiterhin ihres Rechtes, auf die Führung und Wirtschaft/ dter Gemeinde Einfluß auszuüben, beraubt werden. Der Besitzstand an Mandaten wird auch weiterhin unter der Devise „Der Zweck heiligt die Mittel" in der „Der Zweck heiligt* die Mittel" unter allen U m s iä nde n b l e ib e ri, m der Es kann nicht verschwiegen werden, daß diese ,,Einigungsverhandlungenu unter der Pätranänz des dlritten .B. ,B.- Flügeds, der Jüdisdinatioaialen, vor sich gingen. Die Friedensverhandlung'eii dier zwei söheinbareoi Erbfeindes der tisch eehisohani und deutschen Assimilanten, sollen nach unoffiziellen Berichten aus dem Hauptquartier vor einem günstigen Abschluß stehen, indem die Tschechen den Deutschen bürgerlichen Glaubens (wie» sie ein Genosse letztens trefflich nannte) die unglaubliche Konzession machten, trotz des vielen Wassers, welches Hitler auf ihre Mühlen treibt; nicht mehr, wie ursprünglich, zwei deutsche Mandate für sich5 zu reklamieren, sondern nur eines. Die „Demokraten" haben sich des „Schalom Bajis" wegen damit einverstanden erklärt. Hörst Du, jüdischer Steuerzahler, ■was. deine Vertreter, alles für Dich tun? Wirst Du diese großen Opfer wenigstens richtig einzuschätzen 'wissen,?' ' "" *'•; -1' '"' ' " Damit aber die teuer erkaufte und schwer erzielte Einigung nicht von. tinberufener Seite gestört werde, haben sich die beiclen hohen Partner dahin geeinigt, die noch vor sehr kurzer Zeit im