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Der Jüdische Arbeiter · 1933-07-04 · Heft 27 (4.7.1933) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 27 (4.7.1933)
Date
1933-07-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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juK 1933 Der jüdische Arbeiter. Die »normale Psychologie'6 des Herrn Jabotinsky Irt eftiem seiner Hetzartikel (hn' Warschlauer „Moment" vom 30. Juni) doziert der Duce Wladimir Jabotinsky, daß jeder Jude mit einer „normalen Psychologie" sich dagegen; sträuben sollte, einen Juden des Mordes att Arlosoroff zu verdächtigen und seine Hoheit tadelt es, daßviele Juden, insbesondere die „klassenkämpferischen! Linken" sich freuen, daß ein Freund des Herrn! Jabotinsky am dem meuchlerischen Mord verdächtigt wird. Darauf wollen wir kurz antworten: Herr Jabotinsky lügt! Wir haben uns alle immerlich' gegen die Möglichkeit, daß ein Jude der Mörder sei,, gesträubt. Die bestimmte Erklärung der Frau Arlosoroff, die sich1 der Verantwortung einer solchen Aussage zweifellos bewußt ist, daß Stawski einer der Mörder ist, und die Verhaftung des Beschuldigten haben wir mit tiefem Schmerz und mit unigeheurer Erbitte r;u w g aufgenommen. Mit tiefem Schmerz darüber, daß auch ,n'ur ent begründeter Verdacht an diesem abscheulichen Morde auf einen Menschen fallen koninte, mit dem sich Jabotinsky solidarisiert, derselbe Jabotinsky, der noch immer darauf prätendiert, Präsident der zionistischen .Weltorganisation! zu werden: und den Kongreß zu „erobern". Herr Jabotimsky lügt, wenn er in seinem Manifest, 'das er durch die J. T. A. verbreitet, behaur> tet, daß es bis jetzt nicht gelungen! ist, einen ernsten Verdacht an dem Morde auf seinen Freund Stawski zu lenken! und daß Arlosoroff auf dem Totenbette ge-' Sagt haben soll: „Ich glaube inicht, daß ent Jude der Mörder war". Arlosoroff hat die sie oder ei nie ähnlidhe Aeußeriuing wicht getan. Das haben die Revisionisten erfunden. Das spricht nicht für ein gutes Gewissen. Trotz der größten Bemühungen ist es bis jetzt Stawski und seinen Verteidigern nicht gelungen, den von Frau Arlosoroff ausgesprochenen Verdacht im geringsten zu entkräften. Wir fügen aufrichtig hinzu: leider. Atter die Verdrehungskünste und Erfindungen von Jabotinsky und seinen Jüngern werden die Unschuld Stawskis gewiß nicht beweisen. Und unsere Erbitterung richtet sich gegen die Erziehungs- und Kampfmethöden des Revisionismus, die eine Mordatmosphäre in der zionistischen Weltbewegung geschaffen hat. Wenn1 im „Chasith Haam", dem Organe der Revisionisten in Palästina Arlosoroff als Schurke und Verräter, als Agent Stalins bezeichnet wird', „und es wird keinen Pardon1 geben für jene, die vor aller Oeffentlichkeit die Ehre ihres Volkes an die wütendsten Judenfeinde um Geld verkaufen". (Chasith Haam vom 16. Juni früh1, in der Nacht desselben Tages wurde Arlosoroff ermordet); wenn einige Wochen vorher eine Schülerin Jabotinskys in Warschau einen Mordversuch an dem Arbeiterführer Ben Tjuron begehen koninte, ohne vom Duce auch nur getadelt zu werden, dann schafft man die Mordatmosphäre, für welche nicht die irregeführten Stawskis, sondern die Verf ührerAchi- Meierund Jabotinsky ausscWiie iß lieh verantwortlich1 sind1. Oder entspricht vielleicht diese hemmungslose Kampf- und Erziehungsmethode der „normalen Psychologie" des Herrn Jabotinsky? Wenn dem so ist, müßte sich' die zionistische Oeffentlichkeit als inkompetent für die Auseinandersetzung mit ihm erklären. Hier wäre einzig und allein noch der Psychiater, zuständig ... An alle Freunde des arbeitenden Palästina! In letzter Stunde rufen wir alle zur Wahlarbeit auf! Meldet euch in unserem Sekretariate zur Arbeit am Wahltage! „<D«* Werl" In Warschau erscheint ab 5. Juli eine große zionistisch-sozialistische Tageszeitung unter dem Namen „Das Wort". Herzlichen Gruß dem neuen Mitstreiter! Revisionisten brechen ein und stehlen In Lodz drang eine Gruppe revisionistischer Jugend in das Lokal des Hechaluz der Allgemeinen Zionisten ein, eignete sich 1100 Schekalim und ein Verzeichnis der Schekelzahler an. Sie zertrümmerten die Einrichtung und vernichteten alle Dokumente und die Kartothek. Zwei dieser faschistischen Einbrecher sind verhaftet worden. Kongreßwahlen» Wahltag, Donnerstag, den 6. Juli, 1933, von 5 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Wahldokumente. Geburtsschein, Heimatschein, Trauungsschein, Reisepaß oder eine sonstige amtliche Legitimation. Mitnahme der Sohekelqtilitung ist nicht notwendigl Meldezettel allein genügt nicht! Unsere Kandidatenliste Mendel Singer Dr. Adolf Bernay Meier Henisch Erni Welt Jehuda Meilen Dr. Wilhelm Schor Herman Gelles Pinkas Silberherz Wahllokale Jeder wählt in dem Bezirk, wohin er die Zuschriften erhält. I. Bezirk: Wiesingerstraße 11, Klubheim der Hakoah. Agitationsleiter: Hansi Goldschläger. H. Bezirk (links v°n der Taborstraße): Große Schiffgasse 19, Hotel Baron, 2 Kommissionen: A—H; I-O; Große Schiff gasse 3, Hotel Barsehak P-Z. Agitationsleiter: Dr. 1. Teitelbaum u. S. Hecht. II. Bezirk (rechts von der Taborstraße): II., Kleine Mohrengasse 3. VolksbibHothek Zion. 2 Kommissionen: A—H; I—Q; IL, Praterstraße 34, Cafe* Reklame, R—Z. Agitaiionsleiter: David Stahl u. GIsi Qual. Prater: II. , Jungstraße 8, Zionistenheim, 2 Kommissionen, A—L, M—Z. Agitationsleiter: Jakob Kanner und K. Rottenstreich. III., XI. Bezirk und Schwechat: III. *, Löwengasse 36, Cafe* Lovrana, 2 Kommissionen: A—K; L—Z; Agitationsleiter: Dr. W. Gottfried u. C. Kandt. IV. und V. Bezirk: V. , Wiedener Hauptstraße 130, Zirenu-Heim; 2 Kommissionen. Agitationsleiter: Dr. W. Schor und L. Landwehr. VI. und VII. Bezirk: VI. , Kasernengasse, Cafe Elektra; 2 Kommissionen. Agitationsleiter: Bubek Hilsenrad und) Ch. Stern. VIII. Bezirk: Bennoplatz 1 a. Zionistisches Heim. Agitationsleiter: F. Deutsch. IX. Bezirk: IX. , Porzellangasse 11, Cafe City, 3 Kommissionen, A—G, H—O, P—Z. Agitationsleiter: H. Gelles. X. Bezirk: X. , Humboldtgasse 24, Zionistisches Heim. Agitationsleiter: J. Münzer. XII., XIV. und XV. Bezirk: XIV., Herkäotzgasse 21, Zionistisches Heim. 1 Kommission. Agrtationsleiter: S. Mayer und S. Markstein. XIII. Bezirk und Mauer: XIII., Hietzinger Hauptstraße 22, Cafe* Hietzingerhof, 1 Kommission, Agitationsleiter: Rita Schärf und K. Steiner. XVI. und XVII. Bezirk: XVII., Hernalser Hauptstraße 38, Cafe* Neue Welt. Agitationsleiter: Druckmann. XVIII. Bezirk: IX., Währingergüdiel 4 a, Cafe* Dank. Agitationsleiter: Dr. R. Glanz. XIX. Bezirk: XIX. , Bfllrothstraße 49, Cafe* Döblinger Hof; 1 Kommission. Agitationsleiter: G. Friedmann und J. Goldstaub. XX. , Khickygasse 7, Heäm des Hechaluz, 3 Kommissionen: A—G, H—P, R—Z. Agitatiojisleiter: Ch. Kupfer und S. Schönberg. XXI. Bezirk und Zwischenbrücken: XX., Dresdinerstraße 51, Gasthaus Moser. Agitationsleiter: Schleien. Um den Mord an Arlosorofl Weitere Verdachtsmomente gegen Stavsky. Die polizeiliche Untersuchung gegen Abraham Stavsky wird fortgeführt. Die Polizei glaubt, damit auf der richtigen Spur zur Aufklärung des Verbrechens zu sein. An der Mordstelle wurden Fußspuren gefunden, die dem Fußabdruck Stavskys entsprechen. Wie jetzt bekannt wird, wurde die Untersuchung gegen Stavsky auf Veranlassung seiner Wirtin eingeleitet, die als erste durch eine Anzeige bei der Polizei den Mordverdacht auf Stavsky lenkte. Frau Arlosoroff verbleibt unerschütterlich bei ihrer Ueberzeugung, in Stavsky den Komplizen des Mörders ihres Mannes erkannt zu haben. Als Stavsky ihr zum erstenmal gemeinsam mit 13 anderen jungen Leuten vorgeführt wurde, wirkte sein Anblick so stark auf sie, daß sk in Ohnmacht fiel Gedenkfeiern in ganz Palästina. Die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation Palästinas hat im ganzen Lande Gedenk- und Trauerfeiera fftr Dr. Arlosoroff veranstaltet. An der im Beth Haam in Tel Aviv stattgefundenen Trauerfeier nahmen 8000 Personen teil. Ansprachen hielten Berl Katzenelson, das ehemalige Mitglied der zionistischen Exekutive Joseph Sprinzak und Chahn Nachmann Bialik, der zu Ruhe und Zurückhaltung aufrief und nachdrücklich auf die Gefahren hinwies, die aus der Verschärfung von Parteiengegensätzen im gegenwärtigen Augenblick entstehen könnten. Er verurteilte jegliche Gewaltanwendung und appellierte an die Versammlung, Rachegedanken zu unterdrücken. Große Trauerfeier in Berlin. Am Montag, den 26. Juni, fand im Großen Saal der Berliner Philharmonie die Trauerfeier der Berliner Zionisten für Chaim Arlosoroff statt. Die Feier gestaltete sich zur größten jüdischen Kundgebung, die Berlin während der letzten Monate erlebt hat. Die Philharmonie, der größte Konzertsaal Berlins, war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Hunderte konnten keinen Einlaß mehr finden. Die Versammlung, deren Teilnehmer zu einem nicht unbedeutenden Prozentsatz neugewonnene Anhänger der Bewegung waren,, die zum erstenmal einer zionistischen Kundgebung größten Stils beiwohnten, zeigte einerseits die tiefe Erschütterung, die der tragische Tod Dr. Arlosoroffs, in den Berliner zionistischen Kreisen, aus denen er hervorgegangen war, in vielleicht höherem Maße als irgendwo sonst ausgelöst hat, andererseits das mächtige Anwachsen der Palästina-Strömung und des Willens zu jüdischer Erneuerung in der deutschen Judenheü Die Gedenkreden hielten Dr. Landauer und Kurt Blumenfeki. Kondolenzschreiben des internationalen Arbeitsamtes. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes H. B. Butler hat an den Vertreter der Zionistischen Organisation beim Völkerbund Dr. Victor Jacobsohn anläßlich des Todes Dr. Arlosoroff folgendes Beileidsschreiben gerichtet: „Dem Internationalen Arbeitsamt war das Opfer dieses schändlichen Attentats wohl bekannt; es wußte die großen staatsmännischen Fähigkeiten Dr. Arlosoroffs, seine unbedingte Hingabe an die Sache der Arbeiter Palästinas, seinen Sinn für Gerechtigkeit und Versöhnung, der der Gesamtheit der Bevölkerung Palästinas zugute kam, hoch zu schätzen. Zusammen mit der Jewish Agency beklagt es das allzu frühe Hinscheiden eines Mannes, der Palästina und der gesamten' Menschheit wertvolle Dienste geleistet hat und noch geleistet hätte. Ich bitte Sie, Frau Arlosoroff, der Jewish Agency. und den. Arbeitern Palästinas das aufrichtige Beileid des Internationalen Arbeitsamtes zum Ausdruck zw bringen." Beileidsschreiben von Rothschild und aus Transjordanien. Baron Edmond de Rothschild hat anläßlich des Todes Dr. Arlosoroffs der Jewish Agemcy telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. Mitqual Pascha, der Führer der transjordanischen Schelks^ die dem Gedanken einer jüdischen Kolonisation in Trans-. jordajiien freundlich gegenüberstehen, hat an Frau Arlosoroff ein Beikidsschreiben. gerichtet, in dem er den Wunsch ausdrückt, Arlosoroffs Sohn möge in die Fußstapfen seines Vaters treten. Ägitationslokale Zentral-Agitationslokal: Borochowheim, IL, Blumauergasse 1, telefonische Auskünfte unter Nr. R-40-4-28. 1. Bezirk Gold Schläger, I ,FranzJosefs-Kai 29 2. ,, Blumauergasse 1 Prater Gordoniaheim, Ausstell uagsstr. 19 9. Bezirk Kührers Gasthaus, IX., Hahng. 24 10. „ Seilers Gasthaus. X., Huniboldpl. 4 20. „ Rest. Ehrlichhof, XX., Klosterneuburgerstr. 10, Tel. A-42-208 Stimmzettel und Auskünfte sind vor allen Wahllokalen durch unsere Stimmzettelverteiler erhältlich. Stimmzettel für die Wahl zum XVIII. Zionistenkongreß friste Oes art. Palastina (Poale Zion — Hitachduth) Listenführer: Mendel Singer

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