Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1933)
- Date
- 1933-03-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seile 4 DER JÜDISCHE ARBEITER 3. März 1938 Eindruck-sein, daß die Partei mit eigenem Gesicht und eigenem Programm ffif. ihre Auffassung der zionistischen Arbeit in Deutschland; kämpft und dabei vor of* fener Opposition, wo sie sich nötig erweisen sollte, nicht zurückschreckt. Das gilt z. B. vom Grundsatz einer eigenen sozialistischen Gemeindepolitik» der jedenfalls bei künftigen Wahlen überäll das Aufstellen eigener sozialistisch-zionistischer Listen erforderlich macht, wie es vort den Fragen der Landespolitik überhaupt gilt; wo für eine sozialistische Partei von vorneherein eine eindeutigere Haltung möglich und nötig ist als für die aus verschiedenen Gruppen zusammengesetzte Z. V; f. D. * Es muß genügen* an dieser Stelle einen Überblick über einige Hauptprobleme der Konferenz gegeben zu haben. Es steht zu hoffen, daß die Partei ihre großen Aufgaben gegenüber den Chawerim in Palästina, gegenüber . dem Weitverband, bei der Vorbereitung des Kongresses und bei der Durchführung ihrer sozialistischmonistischen Aufgaben in Deutschland mit aktiver Unterstützung aller ihrer Gruppen wird durchführen können. . Wie der Jüdische Arbelfer Kämpf und lebt ) Von Walter Preuß In eine andere Weit führt, uns der Berichtaus P e t a c h Tikwa h, der größten und ältesten jüdischen Kolonie des Landes., Hier wird uns von dem, . Heldenkampf des jüdischen Landarbeiters um Arbeit und Existenz, um Siedlung- und Einwanderung erzählt. 17.500 Dunam Pflanzungen, eine Arbeiterschaft, die über 20ÖÖ Köpfe zählt, davon 80% in der Histadruth, von ihnen ca 60 % als Landarbeiter tätig, die übrigen Bauarbeiter, Transportarbeiter, handwerkliche Arbeiter usw., zahlreiche Institutionen der Arbeiterschaft , — im .Vergleich zu früheren Zeitenein Bild des1 Fortschritts. Und doch v kann man nicht ohne tiefe Erschütterung den Beginn des Berichtes lesen, in dem es heißt: „Der Kampf des Kolonisten Verbandes gegen die Histadruth fand nirgend stärkeren Ausdruck, als in-Petäch Tikwah. Jeglicher Versuch, die Organisation der Arbeiterschaft zu brechen, willkürliche Entlassungen, wirtschaftlicher Boykott, schwarze Listen, gelbe Arbeitsnachweise, Anstiftung von Streik- -u. Organisationsbrechern, Unterstützung jedes Kolonisten, der gegen die Histadruth kämpfte, alle's dies fand seinen besonderen Ausdruck in Petach Tikwah. „Die zahlreichen Konflikte und die Schärfe des Kampfes zeugen von dem ständigen Kriegszustand, der in dieser Weg frei für die Einwanderung! Die Forderungen der Arftelterschait an die Reaiertinö Kolonie herrschti" So ist dieser Bericht auf jede! Seite ein Heldenlied vööt Kampfwillen einer Arbeiterschaft* die sich bewußt ist, in ihrem Klassenkampf um Arbeitsplatz und um menschliche Jerusalem, 20. Februar (J. T. A.). Die rions Erklärung erfolgte a!aj Antwort Arbeitsbedingungen, zugleich das wahre vierte Konferenz der Histadruth faßte auf die Kritik an der Führung der Ideal der jüdischen Renaissance im Sin eine Reihe bedeutungsvoller Beschlüsse. Histadruth, die seitens des Linken Flüne der Borochowschen Vision zu erfül- In einer Resolution wird die Forderung gels der Poale Zion und des Haschomer len. an die Regierung ausgesprochen, jede Hazair, die selbst der Histadruth an- Der kleine Bericht des Arbeitsaus- Art Einwanderungsbeschränkung aufgehören, geübt worden war. Als Antschusses der „N e s c h e r"-Zementfabri& zuhebeh und die Kontrolle über die Einwort au^ diese Kritik gab Ben Gurion bei Haifa, der 304 organisierte Arbeiter Wanderung der Jewish Agency zu überm zweistündiger Rede eine Analyse der und Arbeiterinnen umfaßt (davon 264 tragen Die Executive der Histadruth Organisation und des Programms der direkt in der Fabrik beschäftigt), Jst wird beauftragt> eine umfassende politi- Histadruth, die in der Feststellung gidanim von Interesse, weil er emen Em-: öh K o . d?_ Rieht««* Pfelte, die organisierte judische Arbeiblick in das Leben der hundertprozentig d»rrh7t,fSn In ™ h£ terschaft Palästinas sei der Vortrupp des organisierten Arbeiterschaft an einem^.^^^ ^J^^^I^^ fischen Volkes in dessen Bestreben, konkreten Arbeitsplatz, zugleich der *SE^^ S**Z r^Z^ ™ das zionistische Ideal zu verwirklichen, größten Fabrik des Landes, ^' ^J^^1^^^^^ Somit hätten in der Histadruth sowohl währt. Die Haupterrungenschaft bestand funs*e11 MittelstodsemwMidergig. iinksgerichtete, als auch religiöse und hier in einer bedeutenden Lohnerhöhung' zu oesenranpn, protestiert; der Ileselbstverständlich auch revisionistische (im Durchschnitt 15%), die\ auf . dem ^haJU2Lm. allen Landern Arbeitergruppen ihren Platz. Verhandlungswege errungen werdendert, Gruppen für Palastmä-Arbeit quakonnte. Das zweite bedeutende Ereignis, .lifizierter Arbeiter für die Einwanderung ist die Unterstützung, die die jüdische nach Erez Israel zu organisieren. - Arbeiterschaft den'240 arabischen In einer weiteren Resolution wurde Steinbrucharbeitern der Fabrik in einem, beschlossen, in allen Ländern einen Felddank dieser Unterstützung trotz aller zug für den Konsum von Palästina- Schwierigkeiten^ siegreichen Streik ge- Produkten und von in Palästina herge Beduinen gegen Legionäre Ein Toter, zwei verletzte Jerusalem, 24. Februar (J.T. A;). Ein Trupp von mehr als 30 Beduinen besetzte jenen Teil des Vadi. Havarithhere jüdische Legionäre, zum Teil auch aus Amerika, die im Kriege auf Englands Seite gegen die Türken gekämpft haben, angesiedelt worden waren. Es kam zu einem Kampf zwischen den Eindringlingen und den sich wehrenden Legionären, in dessen Verlauf der Legionär Joseph Benjamin! getötet und zwei andere Legionäre verletzt wurden. Von jüdischer Seite wird gegen die gen die Willkür des arabischen Unter-', stellten Waren einzuleiten. Ferner wurde ^^fM^A^2iJ^ nehmers, dem die Fabrik die Arbeit über-; beschlossen, einen Kampf gegen diejetragen hatte, gewährte, ein Streik, der nigen auswärtigen jüdischen Arbeitzu einer gemeinsamen Organisation geber, die in ihren Unternehmungen in aller jüdischen und arabischen Arbeiter Palästina (Pardessim usw.) jüdische Arführte. Wir sehen hier die Resultate Leiter nicht beschäftigen, einzuleiten, einer ebenso wichtigen wie komplizier- Es wurde schließlich eine Protestresoten Tätigkeit der Histadruth, die beson- Iutiön gegen die Verfolgung der Zionisten ders in Haifa imd Umgebung in Erschei-, in der Sowjetunion angenommen. . nung-trat: Der arabischen Arbeiterschaft Mit m gegen 32 Stimmen wurde der niÄ der Hista^ruth das Vertrauen P°l^ der schwere Vorwurf erhoben, 'G^XeT sie obwohl sie nicht weit vom* sation zu schaffen Abschluß des allgemeinen Abkommens Schauplatz des Kampfes stationiert ■'Der Bericht des jüdischen An?emit Arbeitgebern gebilligt. Die 32 war und es vor Beginn des Kampfes Q+piitflTivPThniti ri n e r^nh Aam Oppositionsstimmen setzten sich aus den eine längere mündliche Auseinander- S'HJU l> C U V C L U tU U U. M S VllcM.'!). U.CII1 ... -Dt- , . t~i 1 T i t , .. . . . Landarbeiterverband der größte Landes- ^ke? FlüStn d?r Poale Zl0n und des *etzung zwischen den gegnerischen verband der Histadruth mit 1749 Mit- "a?chomer nazair zusammen. Parteien gegeben hat, nicht rechtzeitig glieder in allen \Städten und Kolonien, UlSfadrUttft ClnC Überparteiliche einschritt, um ein Blutvergießen zu davon 683 in jüdischen nationalen Insti CiewerltSCliaft verhindern. Die ^Polizei war an den tutionen und öffentlichen Ämtern. 571. . . ' Tr , ";L7 " „ Schauplatz des Kampfes erst gekom- Handels- und Büroangestellte 146 Fab- ' v°rsitzende der Histadruth Ben* men, als dieser bereits beendet war und rik- und 193 Bankangestellte: der Rest ^ur*on führte aus, er wolle klar und die Beduinen sich, von der Polizei unin verschiedenen Zweigen gibt ein Bild zweifelsfrei feststellen, daß die Histabemerkt, zurückziehen konnten. Zwei der wichtigen Funktion die der An^e- ^m^n eine überparteiliche Gewerkschaft der Angreifer wurden später von jüdistelltenschaft im Rahmen der Gesamt-- |ist lmd allen Arbeitern ohne Untersehen Legionären, von denen sie als arbeiterschaft zufällt. Zumerstem MalVöcü*e(^ *m'er P^rfeistellung innerhalb Teilnehmer Nan dem Kampf erkannt gelang' es der Organisation, dem stark. .der zionistischen Bewegung, also auch wurden, ergriffen und der Polizei überausgebeuteten Handelsangestellten, desden Revisionisten, offensteht. Ben Gugeben.- ■ sen Gehalts- und Arbeitsbedingungen \' vielfach zu den schlechtesten im Lande Brief CIMS ■ Rumänien überhaupt gehören, zu Hilfe zu kommen. J *) Siehe mehr Nr. 8 vom 22. Febcr. te.te, *voll war. Dort lassen sich auch später die Herrscher Roms nieder, dort wurden die Feindseligkeiten gegen Jerusalem geschmiedet. Die Juden , nannten es auch „Klein-Röm": Als die Juden in Palästina lebten, bestand noch Haifa nicht, Akko lag wohl im Abschnitte Ascher, aber „Ascher vertrieb die Einwohner Akkos nicht". Zur Zeit des ersten Tempels gehörte Akko den Kanaaniten, Alexander der Großo wandelte sie in eine griechische Stadt um und einer seiner ptolomäischen Nachfolger in Ägypten nannte sie auch in griechischer Sprache Ptolomäis. Simon der Hasmonäer gelangte mit seinem Heer bis an die Tore von Akko, aber die Stadt selbst eroberte er nicht. Alle vereinigten Versuche der Hasmonäer, diese Stadt zu erobern, schlugen fehl; erst unter Herodes ließen sich die Juden in Akko nieder, aber schon unter Claudius ist die^ Stadt wieder römisch und hier sammelten sich vier Jahre vor der Vernichtung der jüdischen Selbständigkeit die Legionen des Aspasians und des Titus, die das Land verwüsteten. - , Mit Ausnahme von Jaffa gelang es den Juden nicht, in einer Hafenstadt Fuß zu fassen und deshalb spielte das Meer keine besondere Rolle in ihrem Leben, in der Gestaltung ihres Schicksals, Allein im Schicksale des Landes fiel dem Meere eine hervorragende Funktion zu und es hinterließ deutliche Spuren in der Geschichte der Völker und der gesamten Menschheit. (Schluß folgt.) Unsere Organisation hat auch in diesem- Jahre eine intensive Kulturarbeit In allen Städten glückte es in vielen Seit einiger Zeit ist Altrumänien und geleistet. Fast jeden Sonntag fanden li- Zweigen den Ladenschluß um 7 Uhr zu teilweiseauch die angeschlossenen Qeterarische Nachmittage statt. In diesem erzwingen und so die Arbeitszeit mit biete der Schauplatz vieler Streikbewe- Jahre haben wir eine imposante Boroemem Schlage für Hunderte von Angegimgen. Dem jüngst in Bukarest ausgechowfeier veranstaltet. Als Hauptredner stellten um mehrere Stunden (eine Arbrochenen Bahnarbeiterstreik .gingen traten die Chawerim Dr. Beider, Dr. beitszeit von 12 btunden war keine Seidie Streiks der Petrolarbeiter in Ploesti Entzer u. Arch. Schwartzmann auf, worauf tenheit) herabzusetzen. Campina voran, an welchen 4 bis ein liter.-musikalisches Programm folgte Zum Abschluß dieser bunten Reihe ein 5000 Arbeiter teilnahmen; letzterer wur- Seit einigen Monaten erscheint unser tBericht zur Konferenz der. Pr odukde,.obwohl vom Gewerkschaftsbund nicht Parteiorgan »Muncitorul Evreu« (der jütivgenossens chaf ten, die Ende gutgeheißen, da die Forderungen der Ardische Arbeiter) in rum. Sprache unter Januar 1933 stattfand. Hier fand eine beiter fast gänziich erfünt worden sind, der bewährten Leitung des Chawer S. Bewegung ihren Ausdruck, die sich bedennoch weiter geführt, da Agents Provo- Frisch. Die Zeitung wird besonders von muht, dem stadtischen Arbeiter Arbeitskateurs unterstützt von der Siguranza den Intellektuellen, der Jugend und den moglichkeiten sin genossenschafthehen ,/r .x , . u, ,„„ Eigenbetrieben zu verschaffen. Während 5P^5?iI?I55>Ilz^i>_.^f.11^?11 ^r.11^~ die^ produktivgenossenschaftliche Bewetionären der Bahnbetriebsleitung, die In- Freunden des arbeitenden Erez-Israel gelesen. Anläßlich des 15. Todestages unseres gung in Europa nicht zur Blüte gelang- :tfresse hatten Unruhen zu stiften, wie te, ist sie in Palästina nicht ohne Bedeuder soz; Deputierte Mirescu im Paria- Meister und Lehrers B. Borochow ertung. 55 Kooperativen mit über 1000 mente dokumentarisch nachgewiesen hat. schien unsere Parteizeitung als restnum- Arbeitern sind bereits ein Aktiv-Posten. Diese dunklen Elemente suchten einige mer. Nach langjährigen Kämpfen mit der Vor allem ist erwähnenswert, daß im TaSe vor dem Streik Panikstimmung zionistischen Organisation wurden uns Lande der gesamte öffentliche' Automounter den Arbeitern zu erregen, indem in der Nationalfondskommission 2 Ver? bilverkehr in 15 Transportkooperativeu sie erklärten, daß man die den Arbeitern treter eingeräumt. Ebenso sind wir im organisiert ist. 6 weitere Kooperativen zugestandenen Forderungen nicht erfül- Palästinaamt vertreten und sind öfter bestehen im Holz-, je 5 im Metall- und len werde. Es ist daher begreiflich, daß gezwungen, mit den Revisionisten einen Baumaterialiengewerbe, 4 in der sanitädie Arbeiter, vom Hunger gequält, solscharfen Kampf zu führen. Letztens hat ren Installation, 4 sind genossenschaftchen Gerüchten Glauben schenkten. Die sich eine Gruppe von Chawerim und liehe Restaurationen, 3 sind Schneider- Zahl der Toten, und Verwundeten ist Chaweroth zusammengeschlossen, um kooperativen, 3 Bäckereien, 2 große ziemlich hoch, da man mit Maschinengesich für Palästina vorzubereiten; die Druckereien, der Rest in verschiedenen wehren in die Menge schoß. meisten sind Spezialisten im Tricotap-efach. Berufen. Der Waren- oder Betriebserlös rjer vor einigen Wochen von der Re- Der allrumän. Parteitag, der Ende Festellte sich auf Pfund 18.498*— im Mogierung verhängte Belagerungszustand bruar in Czernowitz stattfinden sollte, ist nat, davon wurde ein Drittel an Löhnen ist mit der Begründung, »die kommü- WS« auf weiteres verschoben worden. Die gezahlt. Das investierte Kapital betrug nistjscne Gefahr droht«, eingeführt wor- Ichudfrage wird bei uns sehr viel disku- Pfund 88.333;—. Über die Entwicklung den; in Wirklichkeit aber meint man die tiert. Bis nun sind beide Parteien noch zu der.Kooperativen gibt die Tatsache Auf- Arbeiterorganisationen. Auch unsere Orkeinem Einvernehmen gelangt. Schluß, daß die Bilanz-Schlußsumme ganisation wurde vom Belagerungs- Die rjauptschwierigkeit liegt in dem d—1pK35808T~ M der Punkte^ tandesPolitik. Während ^i^^^t^Mrel> VerTortT£ von d,r HPoIizeL7r;die PoaPe"zT Äs!i^ ven stieg in der selben Zeit von Pfund de unser^Lokal versiegelt, die sich dor soz. Parteien Pf^ «g«*^ 15 910-— auf Pfund 51451-— befindenden Chawerim und Chawerot wollen, d. h. eine soz. Politik führen Der Bericht sagt mit Recht, daß in (grundlos) arrestiert und erst am folgenwollen, wollen dieZeire-Zion die n a t i oden letzten Jahren deutliche Fortschritte den Tage auf freien .Fuße gelassen. Wir nale Landespolitik — Wahlpakte mit auf wirtschaftlichem und geseilsehaftlihaben uns an die sozialdem. Deputierten bürgerlichen Gruppen, z. B, mit der jud. ehern Gebiete gemacht worden sind, (Jie gewandt und sie haben die nötigen Partei — führen. In diesem Punkte wird gute Aussichten für die Zukunft gewäh- Schritte unternommen, damit unser Loein erbitterter Kampf geführt, ren. kal geöffnet werde. B, Tehenhaus (Bukarest).