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Der Jüdische Arbeiter · 1933-01-20 · Heft 3 (20.1.1933) · page 2

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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iV Seite 2 DER JÜDISCHE ARBEITER 20. Jänner i#33 0*. Ctaalm Arlosorol! (Jerusalem): Palästina und die Nachbarn (ÄkhejrheH nnd LandeiifwKitluö^ Vorder Ständigen Mandatskommis- Im DüfchSrjtinitt kämen auf 1000 £insroa des Völkerbundes hat der High wohner $6 Personen, während itt Syrien Oömmissiöner einen Bericht »über die im Jähr« 19f& 18*036- Personefi in der Probleme Palästinas erstattet, der mit dar Anfrage Lord Lugards in der Sache des Gesetzgebenden Rates in Erez Israel verbunden war. Der High Oömmissiöner hat im Verlauf dieser seiner Ausführungen gesagt: „Die Tätigkeit der Palä- (Auch hier stina-Regierung und ihre Entwicklungs- Streitkräfte, Gendarmerie mü Polizei stand«», utt* eingerechnet die GarniBoti^lMe Erhaltung aller dieser Kräfte wurde dem syrischen Btidget auferlegt, d. h. 6*1 Personen kamen auf 1000 Einwohner. ohne die französischen die in Syrien eingestellt arbeit sind ernsthaft gehemmt worden sind.) durch den Umstand, daß fast ein Drit- Das sind die Resultate des Vergleichs tel der Einnahmen für Verteidigung und zwischen den drei Ländern in bezug auf T>t\Unr\l TT+Kein nl.nn.nn.A^ tl .«1.1:___ eiiü_i_- ____ji j« rr ... - i Polizei-Kräfte ausgegeben wird. Diese Bemerkung verdient einige Aufmerksamkeit, wenn man berücksichtigt, wie sie von einem, abseitsstehenden Beobachter verstanden werden kann. Ihm könnte ^ef , fgiadr^Gk' tartsfeeheny <dt©,^- gliMg ä Mm *&TaÄ*ä Ms Btt&&t $ir alle; %>etectt^ön' l^fnisri'e bfei^tt^stöflöft. '4& 'fäftdtffjg. öfleÄbhes ^si|fi^eTts^esei|. ftffentliche. Ai'fefe^te^ ^tafe Aber i$le, -dte^e! feönst^ktM»; Wtie Verden toj&b Jfiriäern#^'l.|#^i,0|iie jvttf de^^ei-eli^iin. ^l:^4rÄ WMtinäs ^ese (üiiyS^ssfe'f /\Mb*$verat#tidlibh üie ^ö-tweiidigkeit' Wäönderer Sich^heits-Votkehrüngen, die lyervai-gertife& ^irr&en durch äW'jüdis'che Kolonisati^-Ärfteit 4en a%emei.Ben J&jfsei ' die relative Stärke und die Kosten der öffentlichen Sicherheit, die aus den Landeseinnahmen gedeckt werden. Nun können wir uns der anderen Seite der Frage zuwenden und untersuchen, welchen Flatz die Ausgaben für sozialen Dienst in Palästina einerseits und in den Nachbarländern anderseits einnehmen. . Was die Bildungszwecke anlangt, so finden wir bei einer Betrachtung der Ziffern für 1929, daß der Prozentsatz des Bildungsbudget in allen Ländern beinahe derselbe war, — leider kläglich niedrig und -hoffnungslos kleiner als das notwendigste Minimum. Wenn wir aber diese Ausgaben auf den Kopf der Bevölkerung verteilen, finden ,' -"j*.•^^"•^iri^v* wio ^ir> der Durchschnitt in Palästina ^"^^-W^S?^^^ bedeutend höh e r ist als in den Nach- TW^^:P^^^^^9^ barländern. In Palästina kommen 0-15 to^.-B^?st die ^ntw^'^e 99 v-on^00 Pfund auf «aen Einwohner im Irak 0'09 uW|lire^n 'Mgeva 'sicherlich ^f Phmä und in Syrien 0'08 Pfund. Dasisftfter ändere Syrie selbe Verhältnis zwischen Palästina und den anderen Ländern ' zu Gunsten u nseres Landes besteht bezüglich der Zahl der Schulkinder und ihrem Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Im Jahre 1929 haben in Paläathia 21.877 Kinder die Regierungsschulen besucht, was einem Satz von 28*8 auf lOOO-nichtjüdie^Jföfse^ §m 'tim * nÄerl:%,Ä)'wn¥#e' gewesen wären! P^ÄJ^1^/^^^^ sphe Einwohner entspricht. Im lrak. ist &ÄrfÄL^ TenÄnd Gesamtzahl der ^gierungsschulen PfrSfn teclen \o 1s' ^men ^suchenden Kinder im Jahre 1929 mit z^iseten ÖSS^ifi *Se mW-te^m, was einem' Verhältrias SSÄ,?LS iu^ wii Juden ^und auch keine irgendf^K 'T j??, ^rf , l°r ^ata^ w5ef'^tensive; Tätigkeit ö^onomdscher?er ^imttleren Ostens, was derl rela- Art Vbiir Seiten irgend eines Einwände- ^en Maßstab der Regierungshilfe für rer^eme^tes. Es würde sich lohnen, den ^i^^SgS-^- a^^ft ten,?Ä sland.sowohl in feezug auf Gesa^ ausgaben für öffentliche Sicherheit, Ms-. ^JVSf' ^n:^m^ und um ain>\\ in w^anf^ Piat, Hat» it» Hat» o0:% hoher als an Syrien, Wollen wir uns auch die Ausgaben auch in; ]bez^g> auf 4e^( Platz, den in den Budgets' fieser Länder; die. Posten einnehmeij,, die -für den sozialen Dienst befür G e s,u n4;h e i i s w e s e n ansehen. stimmt sind, im Vergleich, mit Palästina Das Budget des Gesundheitsdepartezu:''' untersuchen. Vergleichen wir die ments, für 1931 war: In Palästina Ausgäben für öffentliche Sicherheit, die 105.9.18 Pfund, im Irak 191.000 Pfund. Ji.._-T, J3i~ „ T)^,.«n-^_____ TTtiH Ha/iTi tof "PalSofino, annli liia« .Hoc durch die einheimische Bevölkerung ge deckt werden (abgesehen von den Aus- Und doch ist Palästina .auch hier das relativ am besten bestellte Land: Pro gaben für die Militärmacht), so finden Kopf der Bevölkerung wurden in Paläwir, daß im Jahre 1931 in Erez .Israel stina 0-10, im Irak 0*06 und in Syrien unter,'''diesem• 'Wtel der Betrag' von 0;04 Pfund für Bildung verwendet. 7f|.09.0 "Pfund .-ausgegeben-wurde.;Di'e-' Was die Ausgaben für öf fentliser.Betrag schließt auch eine Summe che Arbeiten anlangt, steht Syvon 174.815 Pfund in sich, der für die r i e n an der Spitze seiner östlichen und Erhaltung dös tränsjordanischen Grenzwestlichen Nachbarn. In Syrien betrakorps' bestimmt ist. Dieses stationiert gen diese Ausgaben 18% des Gesamtzium'' größten '''Teil /in. Transjordanien. Budgets, im Irak und in Palästina nur \ -im gleichen Jahre wurden für diesel- 14^5, bezw. ,10% . — Aber wenn wir. die ben Zwecke im Ir ak 1,320.000 Pfund Bevölkerungsziffern in Betracht ziehen, ausgegeben, in Syri,en 1,336.267 Pfund steht auch in .diesem Falle Palästina mit füv, das, Jalu\ ,1029, Der iProzentsatz der 0'32 Pfund pro Kopf der Bevölkerung Aussähen-' für -öffentliche,-''Sicherheit' im an der Spitze, während Syrien mit 0*27 Gesamtbudget1 betrug in Palästina Pfund, ^der Irak gar nur mit 015 Pfund 32'6'%,' Irak; '37*93 %, in Syrien 3i %. abschneidet. Erweiterung der (sl Wälder in PöläWina» f A*lSßlfch desr 70. Oebortsiajies totf Ch* N. Blallk wird in der Nähe des Masarykwatdee, •des Waldes zur Erinnertm^ ati die lädtsthen Opfer des Weltkrieges am der CSR. und des L«dw!g Slngeriflairtes ein Blaflk-ttöln gepflanzt. Die Landeakommisslon des KKL. In der ÖSR. hat allen Ortsgruppen efn bestimmtes Baumkontingent für d.esen Hain vorgesehlasen* Außerdem stellt der KKL. reiches Material zur Veranstaltung von BiaJikfeiern zur Verfügung (b'ografische Notizen, Vorträge, Rezltatiönsm&terläl in deutscher, tscheehisther and hebräischer Sprache)- Der KKL. fordert alle Zion'.sten auf, Bäume im B.'alik-Hain zu spenden. Der in Tel Awiv lebende Dichter wird Ende Jänner durch eine besondere Olttckwnnschadresse, die die Namen der an der Aktion beteiligten Orte enthalten wird, von dieser Stiftung verständigt werden. Dr. Franz Hobler Von Dr. Leo Goldhammer (Wien) -Nathan B i r n b a u m (Mathias Acher) machte im Jahr« 1903 das dritte Stadium seiner zionistischen Entwicklung durch, das darin bestand, daß er sich mit aller Vehemenz gegen die Negierung der Galuth und gegen die aussohießliche Konzentrierung auf die Arbeit in Palästina wandte. Damals schuf er sich sein eigenes Organ „Der Weg". Dort veröffentlichte Franz K o b 1er einen Aufsatz „D e r j ü d i s e h e S t u d e n t", der bereits alle Gnrundzüge der weiteren Entwicklung seiner zionistischen Gresinnung aufwies: Kampf gegen jede Assimilation, auch gegen die innerhalb der zionistischen Reihen, Ablehnung jeder Gewalt auch in der Form der studentischen Mensur, und ftorderung, daß die jüdische Studentenschaft, vermöge ihrer sozialen Stellung, der »Renaissance des Judenvolkes diene. Schon in dem erwähnten Aulsatz kam die sozrolo^sche Erfassung von 'Gesellse^äf ts^roblem^n deutlich zum Ausdruek. %n der F0ge: zeigte ••#ftel:!^iflÄy 'i daß Franz Kepler berufen war, gerade auf r5em Gebiete der soziologischen Betrachtungsweise' Wertvolles, zu leisten. Die Schriftenreihe „Das Recht", die er um 1905 herausgah, bedeutete auf dem (Gebiete deT 'Soziologie des Rechtes, eine ebenso starke Umwälzung, wie auf dem allgemein soziologischen Gebiet die.ungefähr gleichzeitig. von .'Martin Buber. edierte Sammlung. ,,Die. Gesellschaft". Damals rückte Franz Röbler in die erste Reihe der juristischen Autoren. J)ie Einleitung zu seiner 'Sammlung zeigt, daß Kobler das Recht nicht hloB als Begriff, Dieser rein f 1 n a n z i e i l e Vergleich ist aber nicht geeignet, ein ganz deufcli- Im laichte einer »genauen Analyse unterscheiden sich diese Positionen also ohes Bild von der wirklichen Lage der fundamental von dem Eindruck, der in Dklge^zu ^geben',;'denn 'nicht nurdie der öffentlichen Meinung duroh den Be- SteueHast Ist'in diesem Zusammenhang rieht des; oHigh Gömmissiners entste-' interessant, sondern auch die Stärke der hen körtnte.f ^Qhe,rheits-Sfpte .-und' 'ihre Beziehung * zur Bevölkerungszahl. Von diesem Wahr isty daß 'die Ausgaben für die Standpunkt aus sind" dte Ziffern in den ojetliche iSiqhe^heit in^unserem Land Jahresberichten d'er erwähnten Länder bedauerlich hoch sind, aber keinesfalls wahrhaft lehrreich. : äind sie höher als in den "Nachbarlän- Mm Jahre 1931 waren in Palästina dem. Ja mehr als das: .^ote fler »bedeu- ^324 Personen in der Polizei und in lo- Unden Aufwendungen fiir diese Zwecke l^aleh''Sdhu^tÄtimppen 4lter ■ Art statioist die Palästina-Regierung «imstande, i\ie^'*?wemn*iiü^>eme KäMte des transidie; Ausgaben für EraiebnngST unöl Ge-r jordanischen Grenzk'orps: hinzugereohsundheitswesen, Straßenbau usw. für net wird; das bedeutet, daß 4*2 Persoden Kopf der Bevölkerung höfcer au halnen auf 1000 Einwohner entfallen sind, ten als die Regierungen der; ^Nachhar- \m Irak waren 1929 7600 Polizisten und länder. Obwohl auch alle diese Ziffer« Offiziere und 10.500 Soldaten und Offiim Palästinabudget den. AniordeninKen ziere "der irakischen Armee vorhanden, des Landes nicht entsprechen, das sich (Xls Ergänzung der englischen Streitin einem fortdauernden Entwicklungsfcräfte, die sich dort befinden.) prozeß befindet. Film der Woche Wo waten dto Juden im Kriege? Das allgemeine Frapexpiel „Wo tonten Sie im Ktieoe?*-, da*, von DmUchifind amoehevd <awä auch ijsttr-' tfich erfassend, dü Anseinaniltrsetzung stoischen, ßem Lager der ^naii/mnten" Komsmttätion und tim verdächtigen demokratischen und soeiaHsU*. #c/»en Gruppen* angenehm beicegt, bemnnt langsam auch in die jüdische Geselkchnfi einzudringen und die analoge Imge: i)Wo waren die Juden tm Krifiper' hat eine ga*ee IMeratur, Öroanisa* twnen und Heden, Programme und Beschwörungen eur folge die lächerlieh anmuten würden, , ioenn es-sieh-niohium eine der migm Tragödien menschlicher Beziehungen handelte. Vor lauter Angst, -man tönnle die Juden für feig hdten, werden Bücher gedruckt die die Listen jüdischer KrifQMtpftr enthalten, Frontsoldatenverhände jüdischer Konfessinn gebildet und Versammlungen abgehalten, Zeitschriften, herausgegeben und Avj- Märungen 'getrieben und das alles Hut rfesfröl&i,': weil eme Menschengruppe, auf deren Urteil man auch sonst nicht viel gben muas, die Behauptung in die Welt setzt, die Un-Sittlichknt des Judentums, seine rassische M>- derwertigl-eii habe sich auch im Kriege geengt. Würden sich diese jüdischen FrönV ämpfer- ' und Legionärterbände mit der Vertretung ständischer Interessen begnügen — so weit so, gut. Aber sie exhumieren den Krieg, glorifizieren ihn und denßüdistken Anteil an diesem Mord, glauben, dass sie das moralische Rückrat einer Jugend Härten, indem sie ihr die ruhmreiche Vergangenheit übriggebliebener jüdisrher Väter zeigen, wehren sich nach Leibeskräften gegen den Vorwurf, im Hinterland gesessen zu sein und halten Ausschau noch Gojim mit oder ohne SUmen, nach abgetakelten Generälen oder besagen Feldwebeln, die ihnen bestät gen sollen, dasä Juden wirklit-h gleichwertig sind, xoeil sie auch mordeten. Ob einer von denen schon auf den Gedanken kam: Und wenn, die Jude* Angst hatten, am Krieg teilzunehmend ' W-enn sie diese (wahrhaft sittliche) Feigheit besessen haben, die sie mit anderen Nationen teilen würden und mit der sie in guter Gesellschaft wäftn? Wenn sie auf den Gedanken gekoiuiuen wären, dem Staat, in d*m sie leben, diesen Tribut zu verweigern, weil er kein Recht auf Um hat, und denßtandpmmht vertreten hätten, dass sie an allen seinen Sohicksalen teilnehmen wollen, -nur an die&em nicht, dass ihm von den Rüstungsindustrien und ander/n, „nationale Belange* vertretenden Ges$llsshaftsgrm>pen der kapitalistischen Mordbande geschaffen wird? Was wäre dann? Solange Juden, und jüdische Gruppen zusammenzucken, sobald man sie fragt, wo.sie in diesen Irrsinns jähren,, von 1914 bis 1918 waren, solange man Gelder und soziale Kräfte unserer Gemeinschaft verwendet, Geschichtslügen zu widerlegen^ die durch Apologien ja doch nie widerlegt werden hönnen und uns doch gleichtüWg lassen können, wenn ntcKT. schon, freuen (denn welche Ehre wäre esr wenn, weniger von uns am Kriege teilgenommen ^hätten) ist ' noch ein grosses Stück Arbeit für die,' Aufrichtung des jüdischen i^e^sibewuistseins jsu leisten. Der Kau.pf geyen dieses grosse mnere Ghetto, unter de»* wir n\c]h% allein leiden.} ist ein wichtiger Kavipf. sondern al&. höchstes menschliches Gut wertet. In; den Nachkriegsjahren finden wir Franz*-1 K'obler* in< der " vordersten Reihe der (pazifistischen iBewegung. Seine Samnielsohrift ^Gewalt und Gewaltlosigkeit" z.ählt die .bedeutendsten Köpfe .. de* Gegenwart zu ■ - ihren;. < Mitarbeitern :ünd bringt den von Kobler stets, vertretenen Grundgedanken zum Äusckuck, -daßdie Quelle allen Unglückes,; das; .die Menschheit zu ertragen hat, in der Gewalt zu. erblicken ist. MA&8<-AN;25U<;E nach neuesten Modellen -verfertigt billigst [ M A X" ff EITZ M Ä NN, Kounicova'iO/H Wie kann* dieses Rätsel erklärt werden? y-y^ ■ - ■ Ein paar Einfache Ziffern körinen da a erklären. Während im Irak die Ausgäben im Jahre 1931 pro Köpf der Bevölkerung 1-10 Pfund, in Syrien 1929 1'219 Pfimdv betrug, hat die Palästina-Regierung sich erlauben körinen 8'4 Pfund pro Kopf der Bevölkerung auszugeben. Auch die Ur sache dieses1 in die Augen springenden Kontrastes braucht /man nicht weit zu suchen. Mäh muß wieder, auf denselben Faktor zurückgreifen, der am. Beginn unserer Analyse in Erscheinung trat und der die Ursache der :Störüng in der konstruktiven Tätigkeit, de? Regierung m sein, scheint;'Per Strom-, der jüdischen Einwanderung, der modernen Unternehmungen, die das europäische Lebensniveau »mit sich bxaohten, dies; alles hat die Forderung und die Möglichkeit geschaffen, ein -entwickeltes System, von Regieri^ngsschulen aufzubauen, [Institutionen des Gesundheitswesens zu schäf-;fen^ *äa$ Land ,mit modernen. KommumV kationen zu versorgen, und hat der Regierungskasse nicht »ur die nötigen: Mit« telfür Arbeit gegeben, sondern auch un* erwartete einnahmsquellen eröffnet, die eine bedeutende Rolle im Budget der Regierung bilden. Die in Österreich, noch aus. der reak-; tionären .Zeit .bestehende Rechtsinstitution der „Abschaffung" die sich scheinbar nur gegeh das einzelne Individuum richtet, ist,. - wie. die außerordentlich tiefschürfende kleine Arbeit gleichen Namens, die Kobler im -letzten < Jahte veröffentlicht hat, zeigt ein Unrecht,' das nicht bloß Individuen, sondern i auch Gruppen von Menschen, 'ja sogar oft eiri gäri'zes Volk auf das.' Schwerste zu treffen vermag. Deshalb lehnt sich der Verfasser mit aller Wucht gegen diese „Rechtsitistitutioii" auf. Mit ,.s<iharfem Blick auf die. Gegenwart exemplifiziert Kobler -seine These an dem jüdischen Volke, gegen das die Methode der Abschaffung immer wieder mit dem Vorwand, schädliche Individuen zu -treffen, angewendet wird. Zu " seinem; 50v Geburtstag hatt -uns: jetzt Franz Kobler mit einem Werke beschenkt, das"'für seine reine' Auffassungvon - Welt urid :;iMenabhengSist Symbol ist. Gemeinsam mit Ernst Müller hat er eine dramatische Über-;tragung von Piatons „Gastmahl" geschalten, die dieses unvergängliche sWqpk geradezu uejRj.'UBd lauter vor uns erstehen laßt*Jw. •düej.em, .Wage, wo Fra^z Kobler auf der Höhe dea. Lebens steht, wollen wir der Freude Ausdruck geben, diesen Denker der Menschlichkeit, des besten jüdischen Erbteils za. den Unseren zu zählen.

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