Mannheim
Compact Memory

Der Jüdische Arbeiter · 1933-01-13 · Heft 2 (13.1.1933) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 2 (13.1.1933)
Date
1933-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2641551-2641667-2641669--611-2642614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

13. Jänner 1933 DM tfÜDISöffi ÄlBElfER Seite 3 (Die Jüdische Arbeiterpartei Palästinas zur Lage in der Bewegung,) Tölen unter dem Drück der Depression ' 'erfolgreich durch die Krise hindurchzudringen (Solelßoneh, „Hamaschbir"); die Arbeitersiedlung schien ganz ins in diesem «nd den fÄ Artikeln diten auf Grund der eigenen kleinen ^C^tf t^^^ soll versucht werden, dem Leser einen Ersparnisse: im Wadi Chawarith, im ™ heute, neue initiative^ zum guten ÜberbUck über die Probleme zu geben, vor TnrSantT rinffs um Tel Mond, in der Tei1 aus eigener Kraft der Arbeiterdie die jüdisehe Arbeiterschaft Palästinas ^d*nta1^ in allen Zweigen der Arbeiter- Ä»dnju - ÄÄÄ^Än^t- '^^^iX^^ ^«A*,^^ §™Ä Die Ho^konjunfctur «aatmas in ^^^J^^^^^^ Reorganisation des „Maschbir" Snd der einer Zeit aUgemeinen Chaos tot in ^edeln f^^^^f^S^' Krankenkasse, Aufblühen der kooperaallen Ländern der Welt stellte die Arauf der Grundlage von Mitteln der Arßeweeunff in allen ihren Zweteen , u„£*___~:__o„:u~ n„v,^n^r hoiforaipjHiinffso-fispllsp.hflft „Nir" BauliYen Bewegung in aiien lus&n. ^weigeu eiter- Konferenz der ^üTischen %TÄ^ew^ die Problematik des Aufxv i UC1 " , , __„h««(.A ^aunrozfiSafiR Gin. ..Bnsipriinff" dfiS Ein- Bilder der Woche Der Kanzler (Hadassai Zweite Promotion an der Hebräischen Universität in Jerusalem. sler Dr. Magnes halt eine Ansprache. Von links nach rechts: Prof. Klein (früher Nov6 Z&mky), MisB Jacob h), Dr. Schfoessinger (Vizekanzler), High Commissioner Sir A. Waachopo, Dr. Magnes, Nahum .Sokolow, M. M. üssischkin, Ch. N. Blalik Prof. Fodor. ■ - & tää £ ■-'V ff ( * jy \ v ■ . " Vvw'x beiterschaft vor eine Reihe t schwerer |>^^^ (Konsum - Produktiv - Kreditgenos- Fragen, die ihren Ausdruck in der m und Siedlungskredite an 11 Arbeiterv ■ A^nUorWtr ,„w\ ttw 7wei Sessionen tagenden Generalgruppen in den Kolonien in Höhe von «enschaften, Arbeiterbank usw.). Hier ^nffrenz -dTT^üdiSShen I 14600 gewährt; die Siedlungsgelder ^er setzt die Problematik des — Arbeiterpartei (Nov. 1932) fander Gesellschaft für die sogenannte>auprozesses ein. „Basierung" des 2 * k j „Ansiedlung der Tausend" wurden auf zelnen kann m Erez Israel nicht in dem- ' Nachdem im Jahre 1930 in Zusamder Grundlage solcher Arbeiterbeteiiiselben Maße Ziel, wie in anderen LtomPnÄ^t^^^öwndra^-" S™S gegeben.' Dem Referate Berl /dem sein, denn die Gesamtheit hat die ^^^^^^S^d^^ Katfnelfons blieb eigentlich nur übrig, Notwendigkeit der Einwanderung (und ruhen, die Partei in einer Reihe wichalle die Faktoren der heutigen Entimmer verstärkten Einwanderung) zu tiger Ausschußsitzungen die grundleaHIMMal^^MMMMHHMiB^HHHH^HBMMMMMaMMHMMMMw*MMMHHM genden politischen Probleme der Bewegung zu einer prinzipiellen Klärung gebracht hatte (Stellungnahme zür Frage der zukünftigen parlamentarischen Regierung Palästinas, eine Diskussion, die unsere Stellung zu den Arabern und zum Majoritätsproblem implicite behandelte), standen jetzt vor der Konferenz, neben den organisatorischen Problemen, die drei grundlegenden Fragen des Augenblicks: 1. Die Fortführung des nationalen Siedlungs werkes (das identisch ist mit der Überführung tausender mittelloser Arbeiter zur Ansiedlung) in einer Zeit der scheinbaren Alleinherrschaft der privaten Initiative und des Niederganges der nationalen Fonds. 2. Wie ist das gesunde Streben der Arbeiterschaft nach Siedlung und Basierung in Einklang zu bringen mit der grundlegenden zionistischen Aufgabe, die Einwanderung vieler pausender Arbeiter aufzunehmen und in den Arbeitsprozeß einzureihen? 3. Welche Stellung nimmt der Arbeiter heute im Zionismus ein, in einer Zeit der-steigenden Mittelstandseinwanderung und der Ör- '•gähisieruhg reaktionärer Kräfte? Öder konkreter: soll die Arbeiterschaft die politisch indifferenten Mittelstandsmassen kampflos den reaktionären Parteien überlassen, oder soll die Arbeiterschaft nicht nur verantwortlicher als bisher den Einwanderungs- und Siedlungsprozfeß dieser Massen in die Wege leiten, sondern überhaiuipt in noch stärkerem Maße entscheidend die Herrschaft in der zionistischen Gesamtorganisation in die Hand nehmen? Diese Fragestellungen geben im Wesentlichen die Hauptpunkte der drei Grundrelerate (Berl Katznelson, Remez und Ben-Gurion) wieder. In dem umfassenden und vortrefflichen Referat von Berl Katznelson wurde das Grundproblem des gesamten Daseins dt>r Arbeiterschaft im Lande aufgerollt: wie und mit welchen _ Methoden ist es uns möglich, Tausen- ™'™"'""B™"""—™B™"™""■"■"■""^T™^™"™af^mmmFmmm™""f"™- den von Arbeitern unte* den heutigen wicklung zusammenzufassen und die berücksichtigen. Ohne ständige Ein- Umständen der Ohnmacht der nationa- Konsequenzen zu ziehen: Ausbau von Wanderung ist auch das Vorhandene" len Fonds zur Voll- oder Teilansied- „Nir", des Grundfonds der landwirtnicht existenzfähig; diese Einwandelung zu verhelfen? Auf Ansiodlung ist schaftlichen Arbeiterschaftals Grundvung ist aber nicht ohne ständige Benicht nur das wesentliche Streben des läge für Bau- und andere Kredite, die reitschaft und Opfer der bereits „Palägrößten Teiles der Arbeiterschaft geheute unschwer zu beschaffen sind; stinenser" Gewordenen denkbar, richtet, sondern, genauer ausdrückt, verstärkte Zusammenfassung der Um das an einem konkreten Beispiel ohne dauernde Siedlung ist überhaupt „Spar"-groschen der Arbeiterschaft 'zu illustrieren: Auf dieser Konferenz keine Existenzmöglichkeit für den jüzum Zweck des Erwerbs geeigneter stand z. B die aus mancherlei -Gründen dischen Arbeiter in den Kolonien, im Bodenfläche durch den „Nationalbrennend gewordene Lage der Bau- Meere grenzenlos billiger Arbeiter, fonds", Verstärkung der allgemeinen arbeiterschaft zur Debatte. Die Tatvorhanden. Wie kann also in dieser nationalen Fonds überhaupt; plansache der fast unbeschränkten Aufbtunde_der Erschöpfung der natiomäßige Förderung und Ausnützung nähme von neuen Arbeitern im Baufach nalen Mittel, des Versagens der najeder Möglichkeit der Arbeitersiedlung, hatte einerseits zur Desorganisation tionalen finanziellen Opferwilligkeit heute* vor allem' ind!er Pflainsungszorna, und Überfüllüng geführt (während in in der der Wirtschaftskrise erliegendem Hauptgebiete der Siedlung in den den Fabriken stets nur derselbe ständen judischen Diaspora, die jüdinächsten Jahren. Auf allen diesen Gedige Stamm von Arbeitern tätig ist), sehe nationale, d. h. die Arbeibieten hat nach der Konferenz eine andrerseits zur natürlichen Abwehr beterßieoUung fortgeführt werden? In verstärkte Tätigkeit eingesetzt. stimmter Gruppen von Arbeitern da- Wirkhcnkeit hat die Arbeiterschaft in Nicht mit Unrecht charakterisierte gegen, die, um sich eine 6 Tagedjen letzten Jahren bereits tastend Remez in seinem Referate über die Arbeitswoche zu sichern, sich gegen einen Ausweg aus dieser Säckgasse^ge- Aufgaben der kommenden außen abschlössen; das Resultat war, sucht. Aus Ersparnissen vom täglichen dai&tadruth"-K},önferenz die daß die Bauarbeiterschaft in zwei Teile £onn, m allen * ormen gegenseitiger kage der Arbeiterschaft mit den Worgespalten ist: „Basierte und Nicht-Banme und genossenschaftlicher Zusamten: „Wirtschaftliche Basierung und sierte", ohne daß die Histadruth die menarDeit^haben Gruppen und Einzelorganisatorische Schwächung", während volle Herrschaft über diese Bewegung aroeiter begonnen, dem Nationalfonds noch vor 5 Jahren die Situation viel- und Gegenbewegung in der Hand be- Srmi* aes Bpdenerwerbs zu leicht umgekehrt lag: Damals, zur Zeit hielt. Es galt dieses nicht nur für das verscbaffen,(oder auf Grundlage natioder größten Arbeitslosigkeit, schien es, Baufach aktuelle Problem m erfassen naien vorhandenen Bodens angefangen, als ob die Histadruth nicht imstande untf eine Möghehfeeit der Lösung zu finden anzusiedeln, mit Hilfe; von Krewäre, ihre wirtschaftlichen Institutioden, die einerseits dJem „alten" Arbeiter, Prof. S. Brodetaky, Mitglied der Exekutive, besuchte Österreich und Rumänien. — Das Ehrengericht der Zionistischen Weltorganisation sprach sein Urteil über die Revisionisten. Von links nach rechts: Dr. A. Barth, Dr. S. Gronemann, Dr. Klee. Facharbeiter und Familienvater, di« volle Arbeitswoche garantiert, andrerseits das Fach der „jungen" Einwandt rung ständig offenhält und schließlich der Gesamtheit die Herrschaft Über alle Teile der Arbeiterschaft zwecks Regulierung des Arbeitsmarktes und Besserung der Arbeitsbedingungen sichert. * Die Diskussion zu dem dritten großen Referat von Ben Gurion »Der Arbeiter im Zionismus" erfolgte erst in einer zweiten Sektion der Kon* ferenz, 3 Wochen später. Das Grundproblem: ist die zionistische Bewegung; heute, in dieser Stunde der Prosperität im Lande, wirklich auf die Dauer zur fast gänzlichen Einflußlosigkeit und Untätigkeit verurteilt, ist die „goldene Zeit" der privaten Kolonisation wirklich gekommen, die sich " dem Teufel mehr um Fonds und nationale Verantwortung zu kümmern braucht, wie die jüdischen Effendis von Petach Tikwah und Ness Ziona und die getreuen Schildknappen aller Arbeitsgeber, die streikbrechenden Ritter Jabotinskys, glauben? Ist der von den linken „Poale Zion" mit solcher Inbrunst prophezeite Moment endlich gekommen, da das Priyatkapital, und dieses allein, den Aufbau yollziehen wird? Mit dieser Frage der Rolle, die die zionistische Bewegung und Organisation im Aufbau künftig zu spielen hat, ist die der Zukunft der jüdischen Arbeit und Arbeitersiedlungen eng verbunden. Die Rolle, die der jüdischen Arbeiterbewegung in der Diaspora in diesem Kampfe zufällt, erwähnte auch Sprinzak in seinem Referat über die Einigungskonferenz in Danzig, allein Ben* Gurion gab diesem Problem in seinem Referat den weiten Rahn^en. „Eroberung der zionistischen Organisation" aus der Erkenntnis heraus, daß nurdie Arbeiterbewegung im Stande ist, - zusammen mit den wirklich demokratischen Teilen der Bewegung" das Aufbauwerk mit dem sozialen Geiste . zu erfüllen, der zugleich der wirklich nationale' ist, Propaganda in breitem" Maße unter den weiten Massen^ die die zionistische Reaktion unter dem irrtümlichen Namen „Mittelstand" für sich in Beschlag genommen hat, obwohl die wahren Interessen dieser Massen mit denen der Arbeiterschaft identisch sind (da dieser „Mittelstand" in Wirklichkeit ganz „Mittel"-los ist) und obwohl die Vormünder dieser Bewegung ä la Farbstein ihre vollkommene Unfähigkeit, diesem Mittelstand zu helfen, bewiesen haben; man denke an den Bankrott von „Kehüat Zion" unseligen ' Angedenkens, während die- Arbeiterschaft mittels „Jachin" und durch Gruppen, wie „Cheruth" (Amerika) die richtigen Wege zur Siedlung des Mittelstandes gezeigt hat. Gerade die Einbeziehung dieser Massen in den Interessen- und Aufgabenkreis der Arbeiterschaft liegt heute nicht nur im Interesse dieses Mittelstandes selbst, der vereinzelt und in Atome zersplittert, ohne Mittel zur Ansiedlung und ohne Fähigkeit, sich zu organisieren, dasteht, sondern auch gerade im Interesse der Arbeiterklasse, die hier den Weg (und den einzigen Weg) zür demokratischen „Eroberung" der Herrschaft in der „Zionistischen Organisation" sieht, und zwar nicht zu Zwecken einer lächerlichen ^Diktatur", wie die Maulhelden revisionistischer Observanz es sich vorstellen, sondern auf der Grundlage demokratischer Majorität undwirklicher nationaler und sozialer Interessengemeinschaft breiter Massen. Diesen Weg gilt es, mit Energie zu betreten. TELE FUN KEN 260 K£ 1.595*- Oer Empfänger, den »ich jeder leisten kann. Unver. bindliche Vorführung bei RA DIO - DIEN ST - $ V'IHjf £ EH Brunn-Sebrowife Masarykstr. 35 a Tel. 35.838

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.