Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 22 (21.11.1932)
- Date
- 1932-11-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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aamm msssi Widmuno (Deä^'ttiääMiä Ö&töz!) Der über ötetsihfcr dtl wattdersi untl ckr du den stärrenden ,. Qrärt — Starrend wie Habgier und Haß — überquerst, Der über den Abgrund der Meere du fährst, Freier Pirat, A t * Ohne Name noch Schutz, Welten zum Trutz, -r- Namenloser Chahiz, Dich grüße ich! Denn du zeigst, was es heißt: Frei zu sein wie der Geist, Wie der Gebt allein und der Wille 1 1 . ' . Groß und in Stille Steigst du, Namenloser, zum Ziel. V Andere träumen nur viel, Sehnend über die Kraft. Du aber bist der, der Wetten erschafft, Zu Atomen zertrümmernd, was auf den Juden Ah Schutt die Jahrtausende luden . . Und— auf das Menschengeschlecht. ...•!' Jahrtausende der Versklavung, Der Thyrannis und jeglicher Fron! ''i All dem. spricht deine erhabne Wanderung Hohn. Denn, der Geist gewinnt Recht Und — die Freiheit! •-. < * ,; Mairthia Hofmann. Ihr Kampfe gegen revisionistische Streikbrecher^ Verleumder und Lügner : ■ ii :.» ■•,; ' . Wogen des giftigsten Hasses umbranden das Aufbauwerkdes arbeitenden Palästinas. Kapitalistisches Ausbeutertum, faschistische Machtgeklste gepaart mit tiefster menschlicher Niedertracht , und einer SkrupeUosigkeit, die auch vor den gemeinsten Verleumdungen und Lügen nicht haltmacht, haben sich' zu einem Vexnichtungsfeldzug gegen die organisierte: jüdische Arbeiterschaft Palästinas zusammengetan. Um die in Tel, Aviv begangene Schandtat irgendwie, zu rechtf; fertigen, wurde ein Lügengewebe um das' Wollen und Wirken1'der pailästinensischen Arbeiterschaft gesponnen^ das auf die Ahnungslosigkeit und ■ Leichtgläubigkeit* 'der jüdischen Massen spekuliert.und alss dereniMeister; sich unser,'nationaler? Duce, Herr Jabotinsky, in eigener Person betätigt. Ja, wir beschuldigen Herrn Jabotinsky, daß er in einer Reihe von Artikeln/ die in der „Neuen Welt", im„Hajrif" und in anderen Zeitungen erschienen sind, bewußt, wider besseres Wissen und Gewissen Lügen und Verleumdungen verbreitet und Tatsachen entstellt hat. Und nicht bloß er allein! Hinter Ihm herlaufend eine ganze Meute, kläffender Maulhelden, von denen ein jeder — je nach Phantasie und Fähigkeit — sein kleines oder größeres Häufchen Lügen zum Bau des großen Lügenturmes beiträgt, ohne natürlich an Herrn Jabotinsky heranzureichen, der unbestrittener Meister dieses Faches, ist. Es ist'natürlich schwer," sehr schwer, auf aUes Lügenhafte und Verleumderische einaugehen, ,w,as da zusammengebraut wird, man müßte alle Spalten unseres Organs damit füllen. Es sollen daher bloß einige Grundpfeiler dieses Lügengebäudes gestürzt werden. Worum geht der Kampf? Es besteht heute kein. Zweifel darüber^ daß das Prinzip der jüdischen Arbeit notwendigste- Voraussetzung für das Gelingen de« Aufbauwerkes in Palästina ist. Denn nur jüdische Arbeit schafft; die Möglichkeit der Einwanderung großem arbeitsuchender j üdiseber .Volksmasseai aus der Gallith, . und nur jüdische Arbeit schützt das jüdische Leiben und Vermögen; gegen alle möglichen arabischen oder sonstigen Angriffe von auswärts. ' Hiebei sei noch bemerkt, daß die Losung „jüdische Arbeit", von der die Revisionisten so viel reden, von. c[er;$4%he#' Arböiter^ahaft,. zur der zweiten Aiijah ausgegeben wurde. ' Wie kann also jüdische Arbeit' gesichert werden? Das private Kapital, das nach Palästina kommt, hat für dieses Prinzip nicht viel übrig, .Es kommt doch., night aus mijwp^lßv- Sentimentalität, nicht, weil es nach Palästina will, .sondern-, weil es nach Palästina muß, es leidet unter de* aationaleia Konkurrenz, der Wirtsvölker, und. wixdt at£iiWÖrth POsitfböeö v ef dr>an£t. tfef erste Strom jüdischen Kapitals noch Palästina begann 1924*^20, ftl& unter der Giabsky-Heawwhaftdie jüdischen« Kapitalien; in Polen aus der po]nis<chext Wixtsolidte: hinäfu^^ den, und. der «weite Strom — in dm Jahren. 1931—32r als *i -\ | v" :b y i j ' . ■ unter Wirkung de» Wirtschaftskrise die verstärkte nationale j Konkurrenz und1 da« Gespenst des Hakenkreuzes, das un* jabläsfirig mit der Expropriierung der jüdisoheri Bevölkerung jdrohte, das jüdische Kapital sich in seiner Existenz bedroht- Jsah, und. den Wegnach Palästina einschlug. Natürlich» jhat es nach wie vor ein einziges Ziel vor Augejn: möglichst größte PrOfithäufung, möglichst viel Mehrwert! Und ida taucht die Gefahr der arabischen Arbeit auf. Die wirtiaohaftiiehe Eigenart Palästinas ist es1 doch, daß es vom f . . einem; Meere arabischer MaSseitt umgeben ist, deren^ niedn* ^gerr Lebensniveau es ihnen' ezrmöglieht, utn einen lächer? kich billigen Preis zu arbeiten. Jüdische,. Arbeit kann, unter Lolchen Umsätden nur dann existieren, wenn a) die jüdische Arbeiterschaft in einer Organisation zusammengefaßt ist, •von der aus die Verteilung der Arbeit reguliert und geleitet Wird, also: organisierter Arbeit; b) der arabische Arbeiter organisiert und sein Lebensniveau gesteigert wirdr' damit auch seine Bedürfnisse steigern und er , nicht immer die Löhne zu drücken, bereit ist. , 1 Um dieses Prinzip der organisierten Arbeit geht älso der Kampf. Bauünteinehmen in Jerusalem haben den boykott' über Arbeiter, die in-; der Histadruth organisiert sind, verhängt^ das Prinzip der organisierten Arbeit durchlöchern: vollen, um so die Löhne zu drücken;, Die.; Hiv ktadruth sah dadurch.. die Existenz der gesamten. jüdischen Arbeiterschaft- Palästinas gefährdet, und. mußte, den Streik erklären. Nach wenigen Tagen, gaben, auch die. Unternehmer klein bei und die Arbeit wurde normal aufgenommen. So schaut also der Terror der Histadruth aus! Ganz anders gestaltete sich die Lage in der Biskuit-Fabrik des Herrn Frumin, der' von den Revisionisten als Märtyrer hingestellt wird,. dem die Histadruth mit unmenschlichen! Forderungen quält, so daß revisionistisohe Retter zu seiiner Befreiung ausziehen mußten. Also wer ist diesen Herr Frumin und worin besteht der Konflikt? Im Jahre 1925 gründete Erumin mit armseligen 400 Pfund seine Fabrik, und beschäftigte 14 Arbeiter, die 10 Stunden täglich unter den schwersten Bedingungen , werkten. Die Arbeiter glaubten, es sei: ihre, nationale Pflicht, einem neuen Industriezweig zum/Aufstieg zu verhelfen, und, arbeiteten mit Aufbietung aller Kräfte. Heute ist seine Fabrik 6000 Pfund wert und beschäftigt 24 Arbeiter, die Produktivität ist um ein Drittel gestiegen, aberr die Arbeitslöhne und Bedingungen sind:.; dieselben': geblieben.! Männer bekommen; 25 und . Mädchen 10 bis 15 Piaster, täglich, wahrend aUgemein der Lohn viel höher, ist. Seit langer Zeit fordern die Arbeiter höhere Löhne, und bessere Bedingungen — aber vergebens! Letztens versuchte Frumin sogar, die Löhne zu drükken, und als das1 nicht gelang, versuchte er die'Arbeiter zum" Austritt aus der Histadruth zu bewegen. Als auch dies nicht gelang, nahm er . 4 nicht organisierte Arbeiterinnen1 auf,; von. denen 3, nachdem sie den Sachverhalt erfahren! hatten, freiwillig austraten, nur .die vierte blieib auf Befehl der Revisionisten in der Fabrik. Daraufhin wurde i . r Ij .> - . der Streik erklärt. Die revisionistischen Streikbrecher traten" dannunter Schutz der Polizei in die/ Fabrik ein. -";/■■■'•■ <■■•■■■■■■;■■ . Die Erklärung, die von Seiten der palästinensischeini Revisionisten und; Betarim, daß es keinen' Fall von reyisio-i nistiacher Streikbrechern gegeben habe, ist also eine gen meine Lüge. Lüge Nr. 2 ist ferner, daß die Streikbrecher noch vor dem Konflikt in der Fabrik gearbeitet' hätten. Eine weitere Lüge ist die in derselben Erklärung gemachte Behauptung, daß kein Arbeiter ausi der- Histadruth durch die. Aufnahme von. revisionistischen Arbeitern seine Arbeitsstelle verloren. habe. Der Fall in, Tel- Aviv beweist das' Gegenteil: Dort bestand eine gemeinsame,, von der Histadruth, den Revisionisten, Unternehmern u. a. beschickte Kommission, die nach einem am 19. Jänner* eiriverständlich festgelegtem Schlüssel die Arbeit aufteilte/ Im Oktober brachen einige Unternehmeic diesen von ihnen gezeichneten Vertrag und erklärtem zynisch, sie würden, keine HiStadruth^Arbeiter aufnehmen. An Stelle der ausgesperrten Histadruth-Arbeiter traten, revisionistische Streik-, breoher unter Schutz der Polizei an die Arbeit heran f — das ist Lüge Nummer 3! Lüge Nummer 4: Herr Jabotinsky spricht von „na-, tionalen Arbeitern", „nationalem Primat' 'und „nationalen Gefühlen" — die er bei der Histadruth vermißt. Was ist also „nationales Primat", wenn njcM; nationaler B^tdejj,; jüdische Arbeit; hebräische Kultur; •wirtschaftliche Umsohiphtung und Schutz des jüdisohen Vermögens gegen äußere G§fahr§n. Wer erfüllt, diese Aufgabe, wenn nicht die jüdische Arbeiterschaft? Wo waren die remionistischein1 Jjteulr, < held^oii , V0. . ßsm^hi^' ws5 .Ife t4ß} \nm Leben und Tod ging? Nicht sie bildeten .eße /„Ha* ' t. >, * n.» •••^,« .-• . -..'*?,• lof ' r- / $ - ■!f ■ .iv *-iw S?- ," .gaha!ih (dässtschtLfö); die das' Land" reitetej aometä.-,^ von ihnen unflatig und skrupelios beschmufete und beschimpfte jüdische Arbeiterschaft \ De* Dichter Avigl^ He&» Imeiri, ein Gegnert der Histadruth, undf organisielie^ llevi* isionist, erklärte damals in seiner Mon^tsöschrift „Ha»- jmachar": „Die Betharim sind Deserteure und gehäreni. aa, Idie Waud gestellt!" ( So schaut es mit der Forderung nach ntationalenl jPfimät und mit Beschuldigung, die Histadruth-Arbeitei} jwären nicht national. Herr Jabotinsky, Sie sind'ein; skrupe3U!> iloser Verleumder I » Lüge Nummer 5: Herr Jabotinsiky erzählt und; seine jjünger käuen es wider: die ^Histadruth wäre füri „Irgum? iMeschutaf" — gemeinsame Orgainisation mit den arabiseihe*, iArbeitern gegen die Interessen, der jüdischen/Wirtschaft. iDas ist Lüge wider besseres Wissen. Die Histadruth hat nie jeinen derartigen Beschluß gefaßt, sondern unterstützt' die jOrganisierung5 der arabischen Arbeiter' im' Rähmeba. "der* krabisichen Wirtschaft, parallel zur OrganisataJofHj Her jüdischen Arbeiter im•.. jüdischeoi'i Wirtscha-ftssektiar. So-,.- gar in Zweigen wie Eisenbahn und Telegraph, wd ep immer: gemeinsame Interessen geben wird, sind die Araber in1 edger nen arabischen Sektionen organisiert. HingegeP ajber gehe»' die Verbündeten des Herrn 'Jabdtinäky, die' reichen Kolo^'' nisten und Unternehmer, Hand in Haind mit derj arajlwlsckeBj Unternehmern, dort, wo es sich, um Kampf gegenvjüÄspcher Arbeiter, handelt. . . , , . t^.... v Lüge Nummer 6:,Herr Jabotinsiky macht die liistaArntk.. für die Ereignisse in Nes Zionah (er schreibt:, „eine ..Kolonie in der Nähe von Rischon l'e Zion) verantwortlich uawL sucht den Eindruck zu erwecken, als wären sie diekfonsequentem Folgen der Histadruth-Politik. F^r gehörfc wkklicilik eine große Dosis von Unverschämtheit und tiefs'ten Niedertracht, Tatsachen so zu entstellen. Nes'Z ionah war vo» jeher'die Domäne arabischer'Ai-beit und, größter' Aus'beutumg." Während dort Pjeduinen/ die au»' den entferntesten- Ortschaften kamen, Arbeit finden, müssen dieansässigen; Jü-. di&chen Arbeiter arbeitslos herumge.heu. .Was Wunder, ,we»Ä manche von ihnen erbittert und verzweifelt zu den Kom- » ■ , ' u> . ' ■ , ' . muhisten übergingen. Werv alsio trug Schuld daran, die Histadruth, die für jüdische'Arbeit kämpft; die raiohest'ens'\ gegen die Kommunisten eingeschrittetn ist, - oder diei Konsorten des i Herrn* Jabotinsky, die, vbar. i jeden.] nationalejn;. Ger fühls, durch ihr verräterische5 Handeln, einige, jüdische) Aarr beiter bis zur Verzweiflung tauben." , Ist es notwendig, f alle^ Lügen und, Verleumdungen aufzuzählen, die über die palästinensische Arbeiterschaft ausgestreut werden? 'Jede Nummer der" „Neuen Welt" ist ini' dieser Beziehung eme'-'-uniewch^pfliclie-' Fdhdginibfe;' Soerzählt : uns . letztens - ein - anonymer - jiWirtschaftsfühiTer?!,' wie;; es in der , kapitalistischen - Sprache so schön heü3t;. die Hir; stadiTith . setze t alle Kräfte daran, die jüdische .Lpdustriei in Palästina zu vernichten. Ist das Blödsinn, Wahnsinn! oder eine plumpe Verleumdung, mit der diie, revisionistischen)' Schandtaten rechtfertigen werden sollen? Entweder oder5' Ist die Histadruth na'ti^ an der 'Entfaltung 'der^Itidustriein,', ist. rsie -wieder .;kla«^ kän?,pferis.ch, die. -alles private, Veomögen jeixpror^iiefen , will-; h^,t s^ch, doch ebenfalls Interesse an der Enthaltung., de© Industrie, damit ihr nachher bei der Expropriation reiche \:j V." '■.'!■': '!;' £f ..!,•; v Beute in die Hände fällt. Wenn die Wahrheit keine Beine hat, muß die Logik auf dem Kopf stehen! " ' '" ''• Die' 'Herren^'Revisionisten sind''wirklich schwer zu begreifen. Glauben Sie, daß.1 die jüdische Jugend, die/,a)oge.-'i ekeft . vom Kapitalismus, in Palästina,, ihroj, nationale^. und sozial^ Befreiung erhofft, doch zu Lphnsk^ven^ werdeft^ glauben Sie, daß das ,dervSinn des Zionismus ist, ein paarf maohthungrige Faschisten Soldaten spielen' zu lassen undl ein paar Kapitalisten neue: Ausbeutu^smöglichkeiteji. au schaffen; während > taufende jüdische Ju^endlicbei > für Bie - darben? Ist das Judenstaat, wenn Leute wie Frumin im Laufe weniger. Jahre, sem ^^rn^^e^,. auf das ..Fünfzehnfache .von 700 Pfund Sterling auf 6000 Pfund, Sterling, steigert; während sein© Arbeiter einein Hungerlöhn beziehen? Kampf um den Zionismus heißt heute: Kampf gegen! Revisionismus — das' muß der - -zionistischen Welt klar werden! Der Jischuw in Palästina wird1 die Streäkbj^chiar: ausspeien, die gesamte jüdische Welt muß miti EkeV und Ver«. achtung alle jene von sich abschüttln, die nationalen', Verra^ zv, nationaler Heldentat umlügen wollen und die geheime. Dxahtziehe,r und offene Verteidiger und Ideologen solcher Schandtaten sind. Das jüdische Laben wird über sie 'hinwegschreiten zum Siege des arbeitenden Palästina' und zun aationalen und soziale» Befreiung, der} breÄfcejgte»!;jüdischen* Massen, s;i>. ^.,v„ Jft.-.t^ iT^ J;> ' l.,,o^;X^i"p-;.'