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Der Jüdische Arbeiter · 1932-11-21 · Heft 22 (21.11.1932) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 22 (21.11.1932)
Date
1932-11-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite.!! Die Verteilung der Zertifikate tft* <Ü6 Verteilung der 4500 Zertifikate tfitWarite in dar „Waacüifch Ha&üjah" (Ein\^deruij|^Kör^^ ein. härter Kampf, in dem die Allgemeinen Zxaai&tea und' die Misläohi ättem ganzem HAß gegenüber der Arbeiter-Einwanderung zuta. Aufdruck brachten. Es wunde eine gemeinsame jFraait geschaffen von Allgemeinem Zionismen, Bauern und MisraobiÄte^ deren Spitze gegen die. Chaluzim gewendet war. Für den „Chaluz" beantragten eie wenigen als ein' Drittel der ne»en Zertifikate, und suchten diesen Antrag durch verschiedene Drohungen gegenüben dem Chaluz, der Histadrath und der Linken überhaupt, dttTch2Usetaen, Da man zu keinem positiven Keaultat gelangen konnte, mußte die Entscheidung der Jewish Agency überlassem werden, die die Zertifikate folgendermaßen, aufteilte: Chaluzim 2400 (über 6« Prozent), Verwandte 1200, kapitalbesitzendei Fachleute (minde&tens 150 Pfund) 500, Reserve 400. la den. 2400 Zertifikaten für die Chaluzim sin|d auch die Zertifikate für Einwanderer aus Jemen, Rußland: u. ä. mbegriffen. Von den, 400, die sich die Ke- ^eromg als Reserve zurückließ, wird wahrscheinlich nach einiger Zeit ein Teil wieder der. Jewish Agency zufallen.' -.^^•n/^beiskAderer Wichtigkeit iat den Beschluß der Jewish Ageaofr, daß die Verteilung der Zertifikate uniter d«& einzelnen Organisationen (Chaluz, Misraohi,Hethar) ausschließlich/ naoh dem Kräfteverhältnis in der Hachscharah zu erfolgen hat. 65 Tom« Wein, IG Tonnen Nüssen aus Palästina nach Polen erteilt. Aus Palästina Aus d«m jüdischen Laben Der Präsident der französischen Republik Charles Lebrun sandte an den K. K. L. in Frankreich aus Anlaß der diesjährigen Kampagne eine Kundgebung, in der er seine tiefste Sympathie für den jüdischen Aufbau in Palästina ausdrückt. Patel, der Mitarbeiter Gandhis, forderte in einer^ New- Yorker Versammlung die Juden auf, sich in Indien niederaulassenj wo es noch nie Antisemitismus gegeben hat. Aus Charbin kommen traurige Nachrichten über die die Lage" der dortigen Juden. Die Zahl der Entführungen Von Juden durch chinesische Banditen ist in beunruhigender Weise gestiegen. Da Charbin zum Schutze gegen die Banditen mit Stacheldraht umgeben ist, und der jüdische Friedhof außerhalb des Zaunes liegt, liegen seit einiger Zeit jüdische Leichen unbeerdigt. Infolge der jüngsten Ueberschweramungeh sind viele Juden obdach- und arbeitslos geworden. Der Cholera-EpMemie, die in Charbin wütet, sind bloß zwei Juden zum Opfer gefallen, diese geringe Ziffer ist auf die sanitären Maßnahmen der jüdischen Bevölkerung zurückzuführen.,; Alle Juden wurden geimpft, und täglich werden mehr als 1000 Juden ärztlich untersucht. Scharfer antijüdischer Terror in Thüringen. Die Nazi kündigten eine scharfe Kontrolle aller örtlichen jüdischen Geschäfte durch SA.- und SS.-Leute an und drohen mit Veröffentlichung der Namen aller Arier, die in jüdischen Geschäften kaufen. ,, In Oldenburg, wo die Nazi die Regierungsmehrheit bilden, wurde/ ein Schächtverbot erlassen. Der spanische Gesetzentwurf Uber Religionsgesellschaften garantiert die Gleichheit aller Konfessionen, und vollkommene Gewissensfreiheit ' In Thunesien leben nach offiziellen Ziffern 56.248 Juden, was gegenüber 1926 eine Steigerung um 2005 Seelen bedeutet. Die Zukunft des Jüdischen Handwerks in Polen ist durch das neue Gesetz, demzufolge nur jene Handwerker Lehrlinge aufnehmen dürfen, die eine Meisterprüfung in polnischer Sprache abgelegt haben, aufs schwerste gefährdet. Viele jüdische Handwerker, meist ältere Leute, die woid gute Arbeiter, aber schlechte ,,Polnischrkenner" sind, konnten sich natürlich eineT solchen Prüfung nicht unterziehen, und da mit Ende September der Termin für Prüfungen abgelaufen ist, so haben bloß in Warschau 10.000 jüdische Handwerker das Recht verloren, Lehrlinge aufzunehmen. Palästinensische Produkte in Polen, Die polnische Re* gterung hat für das letzte Jahresviertel 1932 die Bewilligung zur Einfuhr von 700 Tonnen Orangen, 20 Tonnen Bananen, Am 30* Oktober wurde m Tel Aviv die Undes-Konferenr der „Palästinensischen Arbeiterpartei" mit folgender Tagesordnung eröffnet: 1. Vor der Konferenz der „Histadruth": I. Probleme der Histadruth; 2. Neue Arbeiterkolonisation. II. Unsere Bewegung in der Galuth; 1. Die Lage in den Vereinigten Staaten, 2. Palästina und Amerika, 3. Der Arbeiter im Zionismus. III. Organisäitionsfragen. lieber .10.000 neue Arbeiter werden laut Berechnung von Fachleuten im Immigrationsjahr April 1932 — April 1933 nach Palästina einwandern. Ende September fand in Tel Aviv eine Sitzung aller der Histadruth untergeordneten Institutionen, wie Einwanderungs-, Arbeits- und landwirtschaftliche Zentrale u. a. statt, die der Einordnung der neuen Einwanderer gewidmet war, Es wurden auch entsprechende Resolutionen gefaßt. Infolge Mangels an Arbeitskräften mußten mehrere Arbeitsgelegenheiten unausgenützt bleiben. So mußte der Bau der Autostraße Acco—Haifa unterbleiben, da es an Arbeitern fehlte. Auch für die Arbeit im Hafen von Haifa wurden jüdische Arbeiter vergebens angefordert; da keine Arbeiter zur Stelle waren. Wohl gibt es in den Städten eine kleine Anzahl von Arbeitslosen, das sind aber durchwegs Arbeiter, die zu schwerer physischer Arbeit unfähig sind. Der Export von Orangen wird heuer rund zwei Millionen Kisten betragen, gegen 750.000 Kisten im vergangenen Jahre. i 35.000 Pfund Darlehen. hat die Palästina-Regierung an jüdische und arabische Landwirte zur Verfügung gestellt, deren Ernte Verlust in diesem Jahre mindestens 60 Prozent beträgt, Das grandiose Sportfest der palästinensischen Arbeiterschaft, an dem sich 4000 Arbeitersportler und ^Sportlerinnen („Hapoel") beteiligten, wurde am 21. Oktober eröffnet. Am 23. Oktober fand das Fest mit einem Fackelzug, in dem 2000 Mann durch die Straßen Tel Avivs zogen, seinen Abschluß. Abends fand eine Kundgebung statt, an der 12.000 Personen teilnahmen. Ein neuer Ansiedlungspunkt wurde zwischen Rechoboth und. Gedera geschaffen, der „K e f a r B il u" benannt wurde. Ein Katheder für die Kunstwissenschaft und Archäologie des Vorderen Orients an der Hebräischen Universität wird demnächst eröffnet werden. Damit wurde das Anerbieten Sir Percival Davids, der der weit verzweigten indischjüdischen Familie der Dawids, Lassons und Ezras angehört, angenommen, welcher diesen Lehrstuhl zum Andenken seines Vaters/ Sir Lassons Dawid, zu stiften sich angeboten hat Der neue Katheder stellt die erste Professur im Institut für Orientalistik der Hebräischen Universität dar. Der Schulkonflikt in Palästina wurde durch folgendes Kompromiß beigelegt: Die Schulen unterstehen im allgemeinen der Kontrolle des Waad Leumi, jedoch wird die unmittelbare Kontrolle von einer fünfgliedrigen Kommission ausgeübt, die sich aus 2 Vertretern des Waad Leurai, einem Vertreter der Jewish Agency, einem Mitglied des Magistrats von Tel Aviv und einem Vertreter des Elternverbamdes der jüdischen Kolonisten zusammensetzt. 926 Personen wanderten im August 1. J. nach Palästina ein. Von diesen 795 Juden, 115 Christen und 16 Mohammedaner. Ein Denkmal für Theodor Herzl, das im nächsten Jahr in Tel Aviv aufgestellt werden soll, wurde vom Tel Aviver Magistrat beim jungen Bildhauer Felix Weiß bestellt. Das Denkmal. wird eine 7 m hohe Statue darstellen, die auf einem 5 m hohen Sockel steht. Zu den Füßen wird eine Gruppe von™*ChaluzinT"zu sehen sein, Hebräischer Lehrer erteilt Unterricht für Anfänger u. "Fortgeschrittene, Auskunft bei der Administration diesesBlattes In fett nächste» , Tagen _ erscheint: .Ber Borochow Sozialismus und Zionismus Eine Sjr-rrthtese \ Ausgewählte - Schriften, hmusgegebfen von Mendel Si nger. Aus dem Inhalt: Die wirtschaftliche Entwicklung, des Jüdischen1* Volkes. — Die Klasseninteressen und die nationale,' Frage. — Die Grundlagen des Poalezionismus. -r- Umfang, Intensität und Erfolg des ökonomischen!. Kampfes der jüdischen Arbeiter. —- Nationale Oh'nK macht;und nationale Selbsthilfe. — Wie kann der Verdrängung der jüdischen Arbeiter gesteuert werden? — Die Schwierigkeiten des Poalezionismus. — Die Moral des Klassenkampfes. — Zur sozialistischem Problematik. — Zur sozialen Revolution. — Dynamit, und Zivilisation. — An der Wiege des Sozialist^ sehen Zionismus. — Erinnerungen an Ber Borochows Jugendzeit, von seinem Vater M. A. Borochow. y— Borochow in der Geschichte unserer Bewegung, von S. Kaplansky. — BorochOws Rückkehr nach Rußland, von Sch'. Her. Der Band ist 400 Seiten stark, schön ausgeführt und mit Illustrationen versehen. , - Preis S 9.50 in Ganzleinen. Zu' beziehen durch: Der Jüdische Arbeiter, Wien, IL, Blumauergasse 1. UirtsdiaMidie HeiBwasserfeereitiini für Kticht und Bad mit dem Elektro Heißwasserspeicher (Sonderausführung der Elektro-Kfichehspeicher> betrieben mit ermäßigtem Nachtstrom. Seine Arbeitsweise ist hygienisch», bequem, sauber und gefahrlos/ Besichtigen Sie die Musteranlagen in der * S T E UTE der ständigen Ausstellung der städt. 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